Hermann Binkert, Chef der INSA-Meinungsforschung, hat gestern die neuesten wöchentlichen Zahlen bekannt gegeben. AfD und Union liegen jetzt gleichauf bei 25 Prozent.
Auf Bundesebene ist demnach ein Viertel der Wahlberechtigten gegen den Kurs der Etablierten. Überwältigende 75 Prozent finden diesen Kurs weiterhin okay.
Damit es etwas unterhaltsamer wird, hat INSA weitere Umfragen gemacht, die man so eher nicht von einem Umfrageinstitut erwarten würde. Es geht um Gott. Um die Frage nach seiner Existenz und etwa darum, ob Frauen oder Männer eher an einen Allmächtigen glauben.
Divers wurde hier übrigens nicht befragt. Möglicherweise, weil der Gott der Christen keine Diversen kennt?
INSA wollte wissen: Glauben Sie an den Gott der Bibel, der verlangt, dass man ihn ehrt und seine Gebote hält?
Dazu waren („eher ja“) weniger als ein Drittel der Befragten bereit (31 Prozent). Eine Mehrheit von 53 Prozent verneinte („eher nein“).
Bei den befragten Männern sieht es noch schlechter für den Gott der Christen aus: Hier sind es noch 27 Prozent, die an Gott glauben, 57 Prozent tun das nicht.
Entsprechend höher war der Anteil bei den Frauen, von denen 35 Prozent an Gott glauben und 49 Prozent seine Existenz verneinen.
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Nach Alter abgefragt sinkt die Bereitschaft zu glauben noch einmal ab 40. Hier sind es gerade noch 24 Prozent, die an Gott glauben, wo es bei den 18- bis 29-Jährigen noch 39 Prozent waren.
Das ändert sich dann auch mit zunehmendem Alter kaum mehr, ab 50 bleibt es bis ins hohe Alter bei ca. 30 Prozent. Es ist also durchaus nicht so, dass die Idee eines lenkenden Gottes mit dem näher rückenden Lebensende populärer wird. Eine Überraschung.
Noch ein Tiefschlag für Gott: Selbst unter den Mitgliedern der Kirchen findet sich keine Mehrheit für die Annahme, dass es ihn gibt. Katholiken glauben zu 45 Prozent an Gott, bei den Evangelischen sind es 46 Prozent. Die Freikirchler führen hier mit 54 Prozent.
Bei den befragten Muslimen sind es erstaunliche 38 Prozent, die an einen christlichen Gott glauben. Oder wurde die Frage falsch verstanden und Allah mit Gott gleichgesetzt? Jedenfalls sind es prozentual mehr Muslime, die an den christlichen Gott glauben, als Christen selbst.
Der Supergau für Gott erfolgt dann zum Schluss der Sonntagsumfrage: Selbst wenn sie ganz sicher wüssten, dass es den Gott der Bibel gibt, würden nur 24 Prozent ihr Leben ändern. 52 Prozent sehen dazu keine Veranlassung.
Raum für Spekulationen: Weil sie auch ohne Gott Nächstenliebe leben und damit erfolgreich sind?
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