Etwas am Babykauf des homosexuellen Politikers und Ex-Gesundheitsministers Jens Spahn macht stutzig, wurde aber bisher von den Medien kaum beachtet. Es geht um Aussagen, die die Beziehung der Käufer zur Leihmutter des Neugeborenen betreffen:
Bei Spahn und Ehemann Funke heißt es explizit: „Die Leihmutter gehört nun quasi zur Familie und wird Georgs Lebensweg begleiten.“ So wurde es Freunden und Bekannten mitgeteilt.
Der „Spiegel“ hatte schon bei der Debatte um das Kaufkind von Hendrik Streeck, Virologe und CDU-Drogenbeauftragter, eine Kampagne pro Leihmutterschaft unter anderem mit folgenden Worten begonnen:
„Durch ein Verbot werden aber nicht nur die Rechte der Wunscheltern berührt, sondern auch die Freiheit einer Frau, sich für die Rolle als Leihmutter und damit über ihren Körper zu entscheiden.“
Dort findet sich allerdings kein Wort darüber, wie Streeck zukünftig mit der Leihmutter umzugehen gedenkt, ob der Kontakt mit dem Kauf des Kindes abgeschlossen ist oder ob es nur für die Kulisse oder tatsächlich weiter Kontakte geben wird und wie das dem Kind zukünftig erklärt werden soll.
Noch ein weiterer homosexueller Käufer gleich von drei Kindern von Leihmüttern hat sich zuletzt ebenfalls leidenschaftlich in die Debatte eingebracht und Spahn sogar ermuntert, es ihm gleichzutun und weitere Kinder zu kaufen.
Dreifachkäufer Anwalt Ralf Höcker will übrigens nicht von Kauf sprechen, er bot dafür via X den Begriff „Miete einer Gebärmutter“ an. Wer so spricht, der mag auch jenseits eines sexuellen Begehrens ein gestörtes Verhältnis zu Frauen – und zur eigenen Mutter dazu – haben, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Relevanter ist hier, dass auch Höcker im selben Kontext erklärt hat, wenn auch eingeschränkt:
„Allerdings halte auch ich es für wichtig, dass die Kinder erfahren, wer ihre genetische und ihre Leihmutter sind. Ich habe bei meinen eigenen drei Kindern genau darauf geachtet.“
Wenn Jens Spahn und weitere Leihmütterkunden nun davon sprechen, sie wollen den Kontakt zur Mutter halten, dann meinen sie offenbar zunächst die austragende und nicht die Eizellenspendende Mutter. Das sind nämlich bei diesem speziellen Leihmutter-Zeugungsmodell zwei verschiedene Frauen. Aber welche Mutter ist für das heranwachsende Kind die interessantere? Die tatsächlich genetisch verwandte oder die austragende?
Wie sehen die Leihmütter selbst das und wie stehen die Unternehmen dazu, die diese Babykäufe organisieren? Die bieten verpflichtende Kurse/Beratungen an, in denen die Leihmütter lernen, sich innerlich vom Kind zu distanzieren und sich selbst als das zu betrachten, was Höcker da in Eiseskälte hingeworfen hat: nur die gemietete Gebärmutter zu sein.
Den Käufern wird übrigens ohne Aufpreis garantiert, dass sie ein Kind bekommen. Alle Fortpflanzungsprogramme – so jenes der Feskov Human Reproduction Group – haben ein gemeinsames Merkmal: „Festpreisvertrag“. Und da heißt es konkret:
„Das bedeutet, dass die beabsichtigten Eltern sich zumindest nicht um die finanzielle Komponente kümmern müssen: Wenn IVF nicht zur Schwangerschaft führt oder wenn die Schwangerschaft unterbrochen wird, werden wir so viele Embryonen-Erstellungszyklen und -transfers wie nötig durchführen – ohne zusätzliche Zahlungen –, bis Sie ein Kind haben. Sie zahlen einmal den im Vertrag festgelegten Betrag. Es gibt keine neuen Zahlungen für medizinische Eingriffe oder zusätzliche Entschädigungen für die Leihmutter.“
Spahn, Höcker und Streeck haben ihre Babys in den USA gekauft. Die Leihmutter-Unternehmen bieten den Frauen verpflichtende Leihmutter-Programme an. Die Frauen selbst werden übrigens von den Käufern der Babys bzw. der Austragungsdienstleistung wie bei einem Escort-Service für sexuelle Dienstleistungen oder bei Ehevermittlungsportalen via Katalog ausgewählt unter dem Motto: „Become a Surrogate“ (zu Deutsch: Werde Leihmutter).
In den Kursen lernen die Mütter also, auf Distanz zum Baby in ihrem Bauch zu gehen. Eine Perversion mindestens für jene, die daran glauben, dass es eine Beziehung zwischen der leiblichen Mutter und dem Kind gibt. Und wenn sie es nicht nur für die Kulisse tun, glauben daran offensichtlich auch homosexuelle Käufer wie Spahn, der die leibliche Mutter seines Kindes angeblich mit einbeziehen will.
Aber wie läuft das dann? Zahlen die Spahns die Anreise? Wie oft im Jahr? Und werden Geburtstagsgeschenke aus den USA geschickt? Zahlt die Mutter die selbst oder bekommt sie von Spahn dafür einen Betrag zur Verfügung gestellt? Aber vor allem: Wie schafft es die Mutter, ihre zuvor vom Unternehmen ausgeführte Gehirnwäsche zu überbrücken? Zahlt Spahn dann auch den Psychiater, falls einer benötigt wird?
Was in diesen Umwandlungskursen von der liebenden Mutter zu Höckers „Miete einer Gebärmutter“ passiert, gehört zweifellos mit zu den dunkleren Kapiteln einer degenerierten Gesellschaft. Es gibt sogar Richtlinien, wie der Mutter ihre Muttergefühle ausgetrieben werden sollen. Das organisiert die „American Society for Reproductive Medicine“ mit ihren ASRM-Richtlinien. Die ASRM gibt in ihren offiziellen Dokumenten wie „Recommendations for practices using gestational carriers: a committee opinion (2022)“ klare Vorgaben für das psychologische Screening und die Beratung von Leihmüttern. Mindestens für Christen dürfte dieses Dokument direkt aus der Hölle kommen. Aber auch der Humanist mit gesundem Menschenverstand darf sich empören.
Hinzu kommt übrigens noch, dass mit diesen Verfahren und Tests an der Mutter die Akzeptanz weiter gesteigert wird, zukünftig auch die Spender der Eizelle so weit zu scannen, dass man sich ein Kind nach Eigenschaften auswählen kann. Soll es ruhiger oder aufgeweckter sein? Aber aufgeweckt dann bitte ohne die leiseste Gefahr, zu aufgeweckt zu sein und also womöglich kriminell zu werden. Man mag das alles nicht zu Ende denken.
Um es noch plastischer zu machen, hier mal eine Google-Simultanübersetzung aus dem ASRM-Papier, da fehlen einem nicht nur sprichwörtlich die Worte:
„Idealerweise sollte der Spediteur nicht mehr als insgesamt fünf vorherige Lieferungen oder drei Lieferungen per Kaiserschnitt gehabt haben.“
Kommen wir zur Beratung. Hier wird psychologisch zunächst einmal eingeschätzt, wie hoch die Fähigkeit der Leihmutter ist, sich nach der Geburt vom Baby zu lösen. Positiv ausgedrückt werden hier „Erfahrungen mit erfolgreicher Konfliktbewältigung“ abgefragt. Es wird demnach nicht geleugnet, dass ein Konflikt besteht. Untersucht wird wörtlich:
„Psychosoziale Auswirkungen einer Schwangerschaft. Die Fähigkeit, sich vom Kind zu trennen und es abzugeben, sowie die zu erwartenden zukünftigen Gefühle gegenüber dem Kind; Risiken sowohl hinsichtlich der Bindung der GC als auch der Bindung ihrer Familie an das Kind.“
Auch das „Wohlbefinden in Bezug auf die Anwesenheit der Wunscheltern im Kreißsaal“ soll im Vorfeld geklärt sein.
Ausschlusskriterien für potenzielle Leihmütter sind:
„Anzeichen einer Unfähigkeit, sich bei der Geburt emotional vom Kind zu trennen bzw. es abzugeben; Fehlendes altruistisches Engagement, Großelternteil zu werden.“
Und hier konkrete Beispiele für die psychologische Vorbereitung – Kritiker dürfen es Gehirnwäsche nennen – der Leihmütter. Die US-amerikanische Unternehmens-Webseite mothers-surrogate.com schreibt dazu unter anderem, die psychologische Unterstützung sei zu einem Standardbestandteil eines hochwertigen Programms geworden. Und natürlich sei die Unterstützung eines Reproduktionspsychologen „während des gesamten Programms im Festpreis Ihres Vertrags mit der Feskov Human Reproduction Group enthalten.“
Eine weitere Leihmutteragentur spricht von einer psychologischen Bewertung der austragenden Mutter im Vorfeld der Schwangerschaft, meint aber konkret schwangerschaftsbegleitende Kontrolle und psychologisches Einwirken. Denn es geht hier ums Geschäft. Erst das vermittelte Kind erfüllt den Vertrag. Einer der unterschätzten Vorteile sei eine „gut unterstützte Leihmutterschaftsreise“.
Eine weitere Agentur zeigt dann gleich mal im Titelbild, dass auch die Hautfarbe keine Rolle spielt. Sehr wohl kann eine weiße Leihmutter einem schwarzen Paar ein schwarzes Kind austragen, sofern die Eltern sich kein weißes Kind gewünscht haben – auch das ist wählbar.
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Die Leihmütter unterliegen in allen „Agenturen“ einer psychologischen Betreuung. Das mag man zunächst positiv empfinden, aber es mag im selbem Atemzug die Unnatürlichkeit dieses Verkaufs eines Babys bestätigen.
Belegte Techniken aus der psychologisch-unternehmerischen Betreuung sind etwa Techniken wie „Extreme Babysitter“ / „Belly Buddy“. Die Leihmütter werden darin bestärkt, ihre Rolle selbst als „extreme babysitting“ oder „prenatal nanny“ zu beschreiben und zu verinnerlichen. Hier geht es um eine bewusste kognitive Umdeutung „cognitive restructuring“, um emotionale Distanz zu halten. Das wird aktiv gefördert.
Und noch eine Agentur schreibt: „Die meisten Frauen, mit denen wir zusammenarbeiten, bezeichnen sich selbst als ‚Extrem-Babysitter‘ oder ‚Schwangerschaftsbetreuerinnen‘.“„Most of the women we work with describe themselves as ‘extreme babysitters’ or ‘prenatal nannies.’“
Und diese Agentur suggeriert auf ihrer Webseite für Leihmütter zudem, dass eine jahrzehntelange Geschichte der Leihmutterschaft belegt habe, dass die Trennung vom Kind „einheitlich“ kein Problem sei. Hier also der Endpunkt der Gehirnwäsche:
„Aber hier ist, was die Wissenschaft tatsächlich zeigt: Binden sich Leihmütter an das Baby? Ja – aber nicht so, wie die Leute annehmen. Mehr als 30 Jahre wissenschaftlich geprüfte Forschung liefern ein einheitliches, beruhigendes Bild. Die Bindung ist echt, aber anders. Und für die überwiegende Mehrheit der Leihmütter fühlt sich die Abgabe wie eine Ziellinie an, nicht wie ein Verlust.“
Die Abgabe des Kindes als gefeiertes Ziel: Näher kann man kaum an die US-Erfolgsserie „The Handmaid's Tale – Der Report der Magd“ heranreichen, wo Frauen für die Eliten Kinder austragen und quasi Mutterkreuze für die höchste Geburtenrate und die komplikationsloseste und freudigste Kinderabgabe bekommen.
Bei dieser Agentur finden sich Sätze, die wie direkt aus Gilead, dem totalitären Staat in „The Handmaid's Tale“, in Stein gemeißelt sind:
„Wir bei Physician’s Surrogacy möchten in dieser Frage vollkommen offen sein. Es geht nicht darum, ein Kind „aufzugeben“, sondern darum, ein Kind den Eltern „zurückzugeben“, die schon seit Jahren von ihm träumen.“
Oder anders: Jens Spahn und Daniel Funke bekommen ihren Traum zurück, der ihnen bisher von einer Gesellschaft verweigert wurde, die sich – natürlich aus homophoben Gründen – gegen diese tollen Leihmutterschaften gewendet hat.
Und die Agentur kann die Höckers und Spahns sogleich beruhigen:
„Weniger als 0,1 Prozent der Leihmutterschaftsvereinbarungen enden jemals in einem Sorgerechtsstreit – das Szenario, bei dem die Leihmutter das Baby behält, ist fast ausschließlich Hollywood-Fiktion.“
An der Stelle mit dystopischen Gilead-Leihmutterschaften Hollywood zu erwähnen, ist sportlich oder einfach nur besonders dämlich.
Dieses Dokument einer US-Leihmutteragentur zeigt Passagen, die man sich gegenseitig vorlesen muss, um den ganzen Horror dahinter zu begreifen:
„Warum Leihmütter nicht den Herzschmerz empfinden, den die Leute erwarten: Um zu verstehen, warum Leihmütter nicht diesen welterschütternden Herzschmerz empfinden, den die Leute erwarten, muss man sich die Ausgangsbasis ihrer Denkweise vor Augen führen. Wenn man mit dem eigenen Kind schwanger ist, dreht sich bei jedem Tritt und jedem Ultraschall alles um die zukünftige Familie. Man sucht Namen aus, streicht das Kinderzimmer und malt sich das Leben mit einem Neugeborenen aus. Bei der Leihmutterschaft ist die Denkweise völlig umgekehrt – und zwar vom allerersten Tag an.“
Und weiter:
„Stell es dir so vor: Wenn du ein Wochenende lang auf deine Nichte oder deinen Neffen aufpasst, liebst du sie, fütterst sie und kuschelst mit ihnen. Aber wenn deine Schwester kommt, um sie abzuholen, bist du nicht am Boden zerstört.“
Oder die Gehirnwäsche in einem ganz harmlos daherkommenden Satz beschrieben, der auch noch den Begriff „natürlich“ einzuführen in der Lage ist:
„Forscher haben einen Begriff für das, was sie beschreiben. Man nennt es „kognitive Umstrukturierung“ – die mentale Umdeutung, die Leihmütter ganz natürlich vornehmen, indem sie sich eher als Trägerinnen denn als Mütter betrachten. Das ist keine Verleugnung. Es handelt sich um eine ausgefeilte psychologische Anpassung, die in Studien durchweg mit positiven emotionalen Ergebnissen in Verbindung gebracht wird.“
Gipfelnd dann in der Feststellung, dass Leihmutterschaft entlang einer Studie doch sowieso die gesündere Variante für Kinder sei:
„Die Leihmütter zeigten eine geringere emotionale Bindung zum Fötus – legten aber gleichzeitig größeren Wert auf dessen körperliche Gesundheit. Bessere Ernährung. Kein Alkohol. Größere Sorgfalt bei der Schwangerschaftsvorsorge. Sie setzten sich voll und ganz für das Wohlergehen des Babys ein, ohne emotional mit dessen Identität verschmolzen zu sein. Es wurde kein Anstieg von Depressionen festgestellt.“
Es gibt im englischsprachigen Raum den Begriff „Bumpaholic“ (Bump/Babybauch), der mit hochgezogener Augenbraue jenen Frauen nachgerufen wird, die ein Kind nach dem anderen bekommen. Die Erklärung hierfür ist denkbar einfach: Die Natur hat es hormonell so eingerichtet, dass Frauen während der Schwangerschaft in bestimmten Phasen mit Glückshormonen geflutet werden, die eine mehr als die andere. Es gibt hier demnach Abweichungen von der Norm.
Dazu passt der Kommentar einer der US-Leihmütter aus einem der Kataloge, die übrigens fast ausschließlich weiße Gebärmaschinen anbieten:
„Leihmutter-ID: S-17712 – Vermittelt! Mein Interesse daran, Leihmutter zu werden, ist erst vor kurzem geweckt worden, nachdem ich mein zweites Kind bekommen hatte. Mein Mann und ich waren uns von Anfang an einig, dass wir nur zwei Kinder haben wollten. Nachdem ich meine zweite Tochter bekommen hatte, war ich noch nicht bereit, das Gefühl aufzugeben, jemals wieder schwanger zu sein. Außerdem kenne ich Menschen, die mit Fruchtbarkeitsproblemen zu kämpfen hatten, und ich kann mir ein Leben ohne meine Mädchen nicht vorstellen. Ich möchte einer anderen Familie, die sich nach Familienzuwachs sehnt, dieses wundervolle Leben schenken können.“
Leihmutter-ID: S-17712 will den Kick der Hormone. Und sie will das Geld. Das ist psychologisch auch deshalb bedenklich, weil die Frau ihre eigene, nicht verarbeitete Trauer darüber, dass sie keine weiteren eigenen Kinder mehr bekommen will, mit dem Wunsch vermischt, einer anderen Familie „das wundervolle Leben zu schenken“.
Was für eine tieftraurige Geschichte. Eine Geschichte, die Homosexuelle wie Spahn, Höcker und Streeck offenbar berührt. Sonst würde sie nicht als Werbemaßnahme im Katalog der Babyverkäufer stehen.
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