Zuletzt hatten wir Ende März in Hamburg auf einer Demo gegen sexualisierte Gewalt Jan Leyk entdeckt. Der Schauspieler und Künstler stand dort seelenruhig mit einem Plakat in der Hand und fragte alle Teilnehmer, die sich – ausgelöst durch Vorwürfe gegen Christian Ulmen – versammelt hatten: „Wo wart ihr bei den echten Opfern?“
Unser Video zur Aktion von Leyk ging damals viral. Das bedeutet natürlich nicht das Ende solcher Demonstrationen. Und es bedeutet nicht automatisch ein Umdenken. Die nächste Demo der Fernandes-Fraktion ist schon angemeldet, dieses Mal am Vatertag in Berlin vor dem Brandenburger Tor.
Was wollen die Organisatoren? Eine neue Initiative „Männer gegen Gewalt“ ruft zu einer Demonstration „gegen geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt“ auf. Auf einem Ankündigungsportal werden die Veranstalter zitiert. Dort heißt es, am Vatertag werde es ein „bewegendes Programm mit Redebeiträgen und Musik“ geben. Und weiter:
„Die Anzahl von sexualisierten und queerfeindlichen Gewalttaten steigt. Doch bei Protesten sind von uns Männern immer noch viel zu wenige dabei.“ Wir wollen „den ‚Herrentag/Vatertag‘ als Anlass nehmen, uns lautstark und solidarisch an die Seite der vielen Frauen* und Queers zu stellen, die seit Jahrzehnten gegen männliche Gewalt kämpfen.“
Die Intention ist klar: Das Problem soll nicht eine bestimmte Klientel Männer sein, der Mann selbst ist das Problem. Die ausufernde Problematik von überproportionaler Gewalt gegen Frauen im Fahrwasser der illegalen Massenzuwanderung seit 2015 wird hier nicht thematisiert. Auch nicht, dass die Frauenhäuser mehrheitlich Frauen aus fremden Kulturkreisen aufnehmen müssen. Zwei Drittel aller Schutzsuchenden in Frauenhäusern haben Migrationshintergrund.
Es wird viel über Gewalt gegen nicht heterosexuelle Menschen als Fluchtgrund gesprochen. Kaum thematisiert bis verschwiegen wird die Gewalt von illegalen Zuwanderern gegen Schwule und Transgender in Deutschland. Etwa das Magazin „Cicero“ zitiert dazu ein Berliner Anti-Gewalt-Projekt, nach dessen Einschätzung sich
„die übergroße Mehrheit der Täter aus jungen Männern mit arabisch-türkischem Migrationshintergrund oder solchen (besteht), die sich in islamisch gefärbten Milieus bewegen. Die Gefahr, einem homophoben Angriff ausgesetzt zu sein, ist in Berlin-Neukölln und anderen migrantischen ‚Brennpunktvierteln‘ um ein Vielfaches höher als in Vierteln wie Charlottenburg oder im Prenzlauer Berg.“
Davon soll auf der Demo am Vatertag nicht die Rede sein. Hier wird der Mann als Mann geächtet. Anstatt sich am Vatertag die Birne vollzusaufen, soll er den Tag nutzen, über seine generelle Schlechtigkeit nachzudenken.
Sagt wer? Über die Demo-Organisatoren ist wenig bekannt. Ein Name taucht allerdings öfter auf: Miro Marsicevic. Der hat es immerhin geschafft, seine Demo als „Mitorganisator“ beim Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) in einem Interview zu bewerben. Überschrift: „Initiative Männer gegen Gewalt – Es reicht nicht, kein Täter zu sein“.
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Marsicevic erklärt dort unter anderem: „Aus meiner Sicht ist Männlichkeit ein Spektrum: vom Täter bis zum Verbündeten.“ Marsicevic hat der Redaktion ein Bild (privat) geliefert, das ihn in Florenz zeigt, direkt am Arno-Fluss mit Blick auf die berühmte Ponte Vecchio. Mehr ist im gesamten Artikel über den Organisator der Demo vor dem Brandenburger Tor nicht zu erfahren.
Das RND hat an keiner Stelle nachgefragt. Allerdings sollten die aufgerufenen Männer am Donnerstag schon wissen, wer sie gerufen hat. Marsicevic ist nämlich – dafür braucht es wirklich keine aufwendige Recherche – politisch aktiv bei der Linkspartei in Berlin! Konkret: Marsicevic ist Ersatz-Delegierter der Partei Die Linke in Berlin-Neukölln. Das sind übrigens Parteigenossen jener Kollegen aus der Berliner Sektion der Linkspartei, die es den Journalisten von Apollo-News in Alt-Treptow ungemütlich machen wollten.
Gegenüber dem RND fordert der Organisator der Demo am Vatertag „eine nationale Strategie zur Bekämpfung männlicher Gewalt“. Interessant wird es da, wo Marsicevic im Interview erklärt, es reiche nicht, „selbst kein Täter zu sein. Es geht auch darum, als Männer Verantwortung für das Verhalten anderer Männer zu übernehmen und bei Fehlverhalten einzuschreiten.“
Allerdings ist es exakt diese männliche Gewalt, insbesondere von muslimischen Zuwanderern gegen Frauen, die explizit von den Neuen Medien thematisiert wird und die allzu oft von den etablierten Medien verschwiegen wird. Entsprechend auch keine Nachfrage vom RND im Interview.
Dafür die Forderung von Marsicevic, „anstrengende Gespräche zu führen“ und unter Umständen den Konflikt „oder sogar Bruch mit Freundschaften, mit Vätern, mit Brüdern“ zu suchen. Wir Männer könnten ja nichts für „ein gewaltvolles System, in das wir hineingeboren“ wurden, ergänzt der Demomacher der Linkspartei.
Zur Arbeit des RND – das Interview führte Lucie Wittenberg – sei gesagt: Die Inhalte der Demo sind klar ideologisch verortet im links-feministischen Spektrum. Der Artikel suggeriert durch Weglassen des Parteihintergrunds eine breitere, nicht parteigebundene Anmutung. Das ist aber faktisch nicht der Fall. Auch "T-Online" berichtet. Hier lastet die Schlagzeile: "Vatertag: Männer kündigen Demo gegen sexualisierte Gewalt an". Männer? Nö, es ist ein Aktivist der Linkspartei!
Noch eine Information zum Hintergrund des Demomachers: Miro Marsicevic soll an der Freien Universität Berlin studiert und zweieinhalb Jahre lang bei einer Hamburger Landesmedienanstalt gearbeitet haben. RND-Autorin Wittenberg schrieb zuvor für den Spiegel. Dort unter anderem den Artikel „Menstruation ist auch Männersache“. Das allerdings braucht man Männern, die mit Frauen zusammenleben, nicht zu erklären. Die wissen genau, was das bedeutet.
Da hilft es dann manchmal, sich mit einem Fass Bier und dem Bollerwagen für ein paar Stunden in eine reine Männerrunde zu verabschieden. Man muss dafür gar nicht in den nächsten Wald fahren. Warum nicht einfach mal mit dem Bollerwagen am Vatertag vor das Brandenburger Tor und mal alle Fünfe grade sein lassen?
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