Ross und Reiter: Justizminister Buschmann soll endlich Penis und Vagina vernünftig auseinanderhalten

Verprügelte Muslima und eine TERF-Erzählung aus der Frauensauna

von Alexander Wallasch (Kommentare: 4)

Was der Ehemann einer Muslima denken mag, wenn ihm seine Gattin erzählt, dass in der Frauensauna wieder Frauen mit Penissen saßen, wissen wir nicht.© Quelle: PIxabay / Peggy_Marco / anaterate / OpenClipart-Vectors, Montage Alexander Wallasch

Während sich die mitgebrachten Probleme der Migration haushoch türmen oder massenweise in Frauenhäusern Unterschlupf finden, beschäftigt sich die Bundesregierung lieber mit dem dritten Aufguss aus der LGBT-Sternchen-Sauna.

Das Problem ist kein neues, schon im Dezember 2020 war auf einer Webseite der Europäischen Union zu lesen, dass laut Statistik zwei Drittel aller Frauen in deutschen Frauenhäusern einen Migrationshintergrund haben.

Davon unbeeindruckt beschäftigt sich der FDP-Justizminister Marco Buschmann mit der Frage, ob Männer, die sich als Trans-Menschen betrachten, trotz Penis eine Sauna besuchen dürften. Es geht hier oberflächlich darum, dass eine Selbstbestimmung erreicht werden soll, was wiederum Frauen beispielsweise stören könnte, die quasi eine penisfreie Frauensauna besuchen wollen. ´

Der Justizminister nimmt hier die Sorgen von Betreibern solcher Saunas auf, die auch in Zukunft sagen sollen dürfen: „Ich will hier dem Schutz der Intimsphäre meiner Kundinnen Rechnung tragen und knüpfe daher an die äußere Erscheinung eines Menschen an.“

Wie nicht anders zu erwarten, hat Buschmann für solche Überlegungen die Fundamentalisten der LGBT*irgendwas im Nacken, die ihm hier eine neue Ausgrenzung unterstellen.

Namentlich aus der Koalition wettert der Queer-Beauftragte Seven Lehmann und auf der Landesebene empört sich beispielsweise der Vorsitzende der SPDqueer Oberfranken Sebastian Kropp – ja, jeder Winkel der Republik ist heutzutage regenbogenfarben ausgeleuchtet, Selbstbestimmung allen Orten. Kropp schüttelt den Kopf über den Justizminister, wie das denn passieren könne, dass Buschmann Opfer einer TERF-Erzählung geworden ist. Nein, „TERF“ muss einem auf Anhieb nichts sagen, das darf man nachschlagen, „TERF“ kommt aus dem Englischen und steht für Trans-Exclusionary Radical Feminism („Trans-ausschließender radikaler Feminismus“).

Wer älter als 50 und im Westen aufgewachsen ist, der erinnert sich an die 1980er Jahre und an Zigaretten-Werbung der Marke WEST, als erstmals eine Transsexuelle erfolgreich als Sympathieträger für ein beliebtes Produkt Werbung machte. Was allerdings viele vergessen haben:

Die westdeutsche Kultur der 1980/90er Jahre war ein buntes transsexuelles Kaleidoskop, vom Glamrock bis zur neuen deutschen Welle war es schick, sich ein wenig gay, ein bisschen trans und metrosexuell androgyn zu geben, einzelne Stilblüten sollen hier gar nicht besonders hervorgehoben werden. Rückblickend kann man sagen, dass so etwas wie Männlichkeit in der vollen Blüte des Testosterons nur noch auf der Baustelle, links und rechts mit einem Autoreifen unter dem Arm, oder bei bestimmten Schwulen zu finden war oder Schwule mit Autoreifen unter dem Arm.

Kropp also mit abgespreiztem Finger an der Teetasse über den Twitter-Buschfunk an den Bundesminister:

„Wie konnte die #TERF-Erzählung von der Frauensauna eigentlich bei @MArcoBuschmann verfangen? Die Erzählung, dass Besucherinnen einer Frauensauna sich durch die Anwesenheit einer Transfrau in ihrer Privatsphäre gestört fühlen könnten, ist ein sehr weit verbreitetes „Argument“ der #TERFs. Ich finde nicht nur besorgniserregend, dass #Buschmann diese Erzählung kennt. Ich frage mich ernsthaft auch, woher er sie hat. Wer hat sie ihm erzählt? Ist er womöglich selbst transfeindlich? Empfängt er TERF-Lobbyisten?“

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Eine Viviace antwortet stellvertretend für weitere ähnlich lautende Kommentare:

„Also ich bin biol. w und habe 0 Bock, zukünftig Leute in Sauna, Umkleide, WC zu haben, die sich (zurzeit) als Frau fühlen.“

Klar, dass das auch ein Thema für den Tagesschau-Faktenfinder ist, der unter anderem folgende Weisheit beizusteuern bereit war:

„In transfeindlichen Kreisen werden die Aussagen Buschmanns hingegen teilweise als Bestätigung der eigenen Position gewertet und benutzt, um weitere Behauptungen in Sozialen Medien zu verbreiten.“

Und die vom Faktenfinder befragte Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziologie erinnert sich ebenfalls an die 1980er Jahre, aber nicht an den lustigen Transvestiten im YMCA-Style, sondern an eine Diskussion, die so ging: „In den 1980er-Jahren wurde diskutiert, bis zu welchem Alter Jungs in Frauenbuchläden rein durften.“

Die Soziologin weiß dann noch über Penisse in der Frauensauna: „Es wird Trans-Personen all das ,Böse' unterstellt, was vor Jahrzehnten beispielsweise den Schwulen unterstellt wurde, nämlich kriminell-perverse Energie; sie werden als Sexmonster karikiert.“

Der sogenannte Faktenfinder einigt sich dann auf die Schlussfolgerung, dass hier eine Täter-Opfer-Umkehr stattfindet, wenn sich „terfe“ Hardcore-Feministinnen über männliche Geschlechtsorgane in der Frauensauna aufregen. Die Lernaufgabe hier: Ein männliches Geschlechtsorgan wird in der Frauensauna zum Neutrum oder gar zur Vagina, wenn der Träger dieses Penis das so fühlt.

Und solange seine Anwesenheit in der Frauensauna kein Versehen ist, ist die Feststellung der Anwesenheit eines Sittenstrolchs alleine Sache der Frauen. Wir müssen hier nicht vertiefen, dass Männer, die mittlerweile auf ihren Toiletten Tampons vorfinden (beispielweise im Stuttgarter Rathaus) durchaus auch einmal verwirrt sein dürfen.

Hier treibt sich also der Justizminister herum, der, wie eingangs erwähnt als Mitglied der Bundesregierung allerdings ganz anderen Probleme zu bewältigen hat. So muss man sich vorstellen, was der unter muslimisch-kulturellen Vorstellungen aufgewachsene Ehemann einer Muslima denken mag, wenn ihm seine Gattin – es gibt eine große arabische Hamam-Badekultur – erzählt, dass in der Frauensauna wieder Frauen mit Penissen saßen. Da stößt Integrationswillen schnell an seine Grenzen.

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Gewalt gegen Frauen mit Migrationshintergrund spiegelt sich wider in der Feststellung, dass mittlerweile über zwei Drittel der Frauen in Frauenhäusern keine deutsche Herkunft haben. Diese Frauen vorwiegend aus dem muslimischen Kulturkreis haben ganz andere Sorgen als irgendwelche Trans-Ausflügler in der Frauensauna.

Jetzt ist es nicht so, dass sich der Justizminister nicht schon mit Gewalt gegen Frauen beschäftigt hätte. Mitte Juli 2022 versprach Buschmann, hier strengere Strafen einführen zu wollen:

„Jeden Tag werden Frauen verletzt, traumatisiert oder sogar getötet - weil sie sich männlichem Herrschaftswahn widersetzen. Auch in unserem Land ist das Ausmaß frauenfeindlicher Gewalt erschütternd“, sagte Buschmann.

Auch in unserem Land? Ein merkwürdiger Satz, der zum einen Erstaunen darüber ausdrückt, dass so etwas im kultivierten Deutschland stattfindet und gleichsam bald so etwas, wie Verständnis dafür rauschickt, dass anderswo eben andere Sitten herrschen. Diesem „anderswo“ allerdings sind hier Tür und Tor geöffnet worden dank einer großen Einladungspolitik der Merkel- und Ampelregierung, dass herkommen mag, wer möchte.

Gewalttaten von Männern gegen Frauen dürften "nicht als „private Tragödien“ oder „Eifersuchtsdramen“ bagatellisiert werden, argumentierte Buschmann im Juli 2022.

Allerdings ist es der Justizminister selbst, der hier Gewalt gegen Frauen bagatellisiert, anstatt die Täter beim Namen zu nennen, die ihre Frauen so häufig in Frauenhäuser prügeln, weil sie es von Haus aus so gelernt haben oder weil sie damit überfordert sind, dass etwa ihre Frauen in der Frauensauna mit Penissen konfrontiert werden, die in Wahrheit doch gar keine sind, sondern Vaginen.

Nein, wir haben keine Belege dafür gefunden, dass sich ein Muslim entsprechend aufgeregt hätte, um dann seine Frau ins Frauenhaus zu prügeln, aber es gibt etliche Muslima, die der Kultur in Europa und Deutschland durchaus etwas abgewinnen können, schlicht, weil sie ihnen endlich so etwas wie Gleichberechtigung und Sicherheit bieten kann.

Dachten sie. Denn anstatt sie zu schützen und ihr Schicksal öffentlich zu machen, beschäftigen sich Politiker wie Marco Buschmann lieber mit der Frage, ob es eine Diskriminierung darstellt, wenn der Betreiber einer Frauensauna einer als Penis verkleideten geistigen Vagina das Haus verbieten will.

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