Biontech-Milliardär: Wir wollen doch nur „ein paar Aminosäuren des Spikeproteins austauschen“

Virologe Kekulé warnt: Biontech will mRNA-Stoffe ohne Zulassung verkaufen

von Alexander Wallasch (Kommentare: 1)

Gemessen am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden sitzen die Berater und politischen Entscheider der Corona-Maßnahmen längst auf der Anklagebank. Jetzt den Wegfall weiterer Zulassungsverfahren zu fordern, ist eine irre Provokation.© Quelle: YouTube / Screenshot / Bildmontage Alexander Wallasch

Ein Hauptkritikpunkt an den mRNA-Stoffen, beispielsweise von Biontech/Pfizer, sind die als ungenügend angesehenen Zulassungsverfahren.

Die Epidemie hat sich beruhigt. Die vorhandenen mRNA-Stoffe selbst sind als unzureichend, reich an schweren Nebenwirkungen und gering in der Wirkung erkannt. Biontech ist darüber mit Gewinnen beglückt worden, wie sie zuvor nur von den großen Autounternehmen erzielt wurden.

Und exakt in dieser Situation surft Biontech-Chef Ugur Sahin auf der von Lauterbach und Co vorbereiteten nächsten Panikwelle und möchte jetzt auch noch auf die bereits als ungenügend kritisierten Zulassungsverfahren für neue Produkte aus seinem Hause verzichten.

Ist das nur dreist oder schlimmer? Nur gierig oder richtig gemeingefährlich?

Ja, die Lage ist angespannt, aber sie ist es doch vor allem deshalb, weil sich immer mehr als Verschwörungstheorien diffamierte Thesen zu den Corona-Maßnahmen als substanzvoll herausstellen.

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Gemessen am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden wiederum sitzen jetzt die Berater und politischen Entscheider der Corona-Maßnahmen auf der Anklagebank. In so einer Situation den Wegfall weiterer Zulassungsverfahren zu fordern, ist eine irre Provokation, basierend auf einem Realitätsverlust eines Neu-Milliardärs, der zum gesellschaftlichen Brandbeschleuniger werden kann.

Der anerkannte Virologe Alexander Kekulé zieht jetzt die Reißleine. Er ist Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Universität Halle. Und als Mitglied der Schutzkommission hat er die Bundesregierung lange in der Pandemieplanung und Seuchenabwehr beraten.

Im Focus erklärt Kekulé seinen Lesern, warum der Vorschlag des Biontech-Gründers „epidemiologisch nicht nachvollziehbar“ ist.

Der Virologe fasst zunächst zusammen, was passiert ist: Ugur Sahin will auf klinische Studien verzichten. Labordaten und Tierexperimente sollen ausreichen, meint der Biotech-Chef. Die Anpassung an neue Omikron-Varianten dauere auch so noch drei Monate. Kritik allerdings von Sahin: Wenn die Zulassungsbehörden dann noch klinische Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit fordern, gingen weitere vier Monate ins Land.

Ja tatsächlich: Das ist der Traum der Pharmaindustrie, seit sie Medikamente über notwendige strenge Zulassungsverfahren entwickelt und auf den Markt bringt: Endlich alle Sicherheit über Bord werfen. Noch dazu in so einer einmaligen Situation, wo diese Produkte nicht beim Endverbraucher bzw. in den Arztpraxen umständlich beworben werden müssen.

Jetzt ist diese Idee allerdings nicht nur nicht neu, sie ist auch Praxis, erfahren an den Grippeschutzimpfungen, die ein flexibles System der Anpassung mit ähnlich eingeschränkten Zulassungsforderungen haben, wie sie Sahin gerade für seine neuen Produkte verlangt.

Sahin argumentiert, so Kekulé im Focus, dass sich die Nebenwirkungen der neuen mRNA-Impfstoffe nicht von den bisherigen unterscheiden würden. Das Drama bzw. der Witz dabei:

Aber genau das ist doch die Befürchtung der Kritiker. Denn hier stellt sich eine ganz andere Frage: Wenn dem so ist, wie kann der Mainzer Impfmilliardär dann erwarten, dass seine Neuentwicklungen eine Zulassung bekämen?

Sahin meint: Schließlich wolle man doch nur „ein paar Aminosäuren des Spikeproteins austauschen“. Aber warum die Hektik des Pharmariesen? Weil auch vierfach Geimpfte infiziert werden von Omikron, der Impfstoff nachweislich kaum mehr Wirkung zeigt und viele mit den mRNA-Stoffen verbundene Versprechungen nicht eingehalten werden konnten.

Weil diese mRNA-Stoffe Produkte sind, die möglicherweise niemals eine (bedingte) Zulassung bekommen hätten, wenn nicht von Anfang an die teilweise künstlich erzeugte Panikspirale und vor allem auch der Verkauf zu vom Markt abgekoppelten Höchstpreisen hier für eine Milliardeneinnahme gesorgt hätten.

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Alexander Kekulé meint, was Sahin da verlangt, sei epidemiologisch nicht nachvollziehbar. Es sei allerdings wirtschaftlich sehr gut nachvollziehbar.

Wenn im Herbst mit einer weiteren Welle der Omikron-Variante zu rechnen ist, die keinen größeren Schaden mehr anrichten kann, bedarf es schlicht weiterer untertesteter mRNA-Stoffe aus Mainzer Entwicklung nicht.

Offensichtlich sind die mRNA-Rapper bei Biontech/Pfizer in Alarmstimmung. Der dicke Tresor ist pickepacke voll, weitere wurden hektisch gebaut und jetzt soll plötzlich der Nachschub an Euro und Dollar ausbleiben? Panik am Roulette-Tisch!

Kekulé hält es zudem für „fraglich“, ob neue Entwicklungen besser gegen neue Varianten helfen könnten. Oder mit anderen Worten das Geschäftsmodell: Wir verkaufen erst einmal für viele Milliarden an Lauterbach und Co. Wenn anschließend wieder klar werden sollte, dass das Zeug erneut nichts taugt, dann behaupten wir die nächste schlimme Welle und fangen von vorne an.

Das Märchen vom süßen Brei im Töpfchen, aus dem die Steuergelder-Milliarden nur so strömen. Alexander Kekulé geht im Übrigen davon aus, dass es keine Überlastung der Intensivstationen geben wird. Also auch keine Notwendigkeit, noch die wenigen Testverfahren auszusetzen.

Klare Kante von Alexander Kekulé:

„Die Aufregung des Biontech-Chefs dürfte deshalb in erster Linie unternehmerische Gründe haben.“

Und es wird noch enger für Biontech: Denn Mitbewerber Moderna war schneller und hat bereits einen neuen mRNA-Stoff für August 2022 fertiggestellt. Die bisher erfolgreiche Biontech-Crew hat beim Goldschürfen schlicht und einfach den falschen Claim abgesteckt. Alexander Kukulé weiß auch, dass die neuen Entwicklungen bei Biontech bisher „dem Vernehmen nach eine zu geringe Schutzwirkung“ gezeigt hätten.

Was man an der Stelle deutlich sagen muss: Was Uğur Şahin da treibt, ist alles andere als ein Kavaliersdelikt. Hier geht es – gemessen an der weltweiten Nutzung von Biontech-Produkten – um die Gesundheit großer Teile der Menschheit. Hier so aggressiv gewinnorientiert zu agieren – überhaupt so eine Forderung aufzustellen – das hat schon etwas Teuflisches.

Und jetzt hat auch noch die Schlacht innerhalb der Branche begonnen: Der Chef von Moderna grinst hinüber zu Biontech und kommentiert den Wunsch von Sahin, die Zulassungen fallen zu lassen, so: „Glücklicherweise müssen wir darüber nicht nachdenken.“

Das sagt viel über die Gier von Biontech aus. Aber es sagt auch etwas über Moderna: Im Zweifel wären wir auch auf die Idee gekommen. Was für eine verkommene Branche ist das eigentlich?

Kekulé erinnert noch einmal daran, dass bisher niemand exakt wisse, wie es nach der überschießenden Immunantwort zu den schweren Nebenwirkungen wie Herzmuskelentzündungen käme. Die Büchse der mRNA-Pandora ist also längst nicht geschlossen, da stellt Sahin schon die nächste in den düsteren Nebel seiner Versuchslabore. Was für eine Giftküche ist das eigentlich?

Und Alexander Kekulé erinnert noch einmal daran, falls es schon jemand vergessen haben sollte: Der Biontech-Gründer selbst hatte noch im Februar erklärt, dass die neuen Varianten „wirklich nicht mehr dramatisch“ wären. Und angesichts dessen, dass es jetzt Medikamente gebe, so Kekulé, müsse jetzt wieder „Sicherheit vor Schnelligkeit“ gehen.

Das ist interessant, denn es bedeutet ja im Umkehrschluss, dass man bisher die Sicherheit vernachlässigt hat. Eine weitere angebliche Verschwörungstheorie wird hier also aufgehoben und die These der fehlenden Sicherheit der mRNA-Stoffe zu einem Fakt.

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Kommentare

Kommentar von Astrid Schäfer

Ich kann mich noch gut erinnern. Am Anfang der Pandemie, als der Staat, also wir alle, u.a. die Firma Biontech finanziell erheblich unterstützten, hieß es noch, dass die Impfstoffe zu den Herstellungskosten vertrieben werden sollten.
Ich denke, hier sollte man sich der Erkenntnis stellen, dass der Staat sich "beim nächsten mal" finanziell stark zurück nimmt, um nicht vorgeführt zu werden.