Als Julian Röpcke noch für die BILD schrieb, erklärte er den Deutschen den Krieg, als wäre die Front ein Ressort. Waffenlisten, Drohnenschwärme, wer liefert, wer zögert. Im November 2024 pries der „Leitende Redakteur für Sicherheitspolitik und Konflikte“ Helsings KI-Kampfdrohnen als deutsche Superwaffe für die Ukraine.
2022 setzte ihn Selenskyj per Dekret 752/2022 auf die Liste des ukrainischen Verdienstordens dritter Klasse, zusammen mit Ulf Poschardt. Röpcke bedankte sich. Springer-Kollege Paul Ronzheimer stand im selben Erlass und lehnte ab. Im Juni 2026 bekam Ibrahim Naber, Chefreporter der WELT-Gruppe, denselben Orden. Das Präsidentenamt begründet ihn mit der Berichterstattung über die Invasion.
Röpcke ist heute CMO des Kampfdrohnenbauers United Unmanned Systems. Der Journalist, der die Ware beschrieben hat, vermarktet die Ware heute und findet nichts dabei.
UUS sitzt in Bad Nenndorf und hieß zuvor Datawarehaus. Dazu gehört eine ukrainische LLC ( eine Art GmbH) vom Januar 2025. Gesellschafter sind Sergej Sumlenny mit 50,01 Prozent und Julian Kelterborn mit 49,99 Prozent.
Sumlenny leitete von 2015 bis 2021 das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Kiew. 2022 gründete er in Berlin das European Resilience Initiative Center. ERIC sammelt unter anderem für Drohnen. UUS baut Drohnen. Dass die Spenden sein Fabrikat kaufen, steht auf der Charity-Seite nicht.
Kelterborn ist CDU-Ratsherr am Firmensitz. Die Firmenwebsite spricht von Einsatz in Pokrovsk, Sumy, Charkiw und Kursk, von Fertigung in Deutschland und der Ukraine, von Hunderttausenden Stück Jahreskapazität und davon, Bundeswehr und NATO zu beraten – Angaben des Unternehmens. Der Lokalpresse sagte er 2025, 90 bis 95 Prozent der Mittel für die Produktion kämen von Spendern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, siebenstellig.
Zusammen mit dem Grünen-Ratsherrn Dietmar Buchholz hat er die Ukraine-Partnerschaft durchgesetzt. Buchholz sitzt im Vorstand des örtlichen Bündnisses gegen Rechtsextremismus. Beide gehören zum Vorstand der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft Bad Nenndorf, Kelterborn führt den Verein.
UUS braucht keinen einzelnen Förderbescheid, um im Geschäft zu sein. Kiew bestellt, Brüssel und Berlin legen am Ende das Geld bereit. Ende Juni 2026 hat die EU 3,9 Milliarden Euro aus dem Ukraine-Kredit extra für Drohnen freigegeben.
Daneben können Firmen sich um EDIP-USI (EU-Finanzierungsprogramm zur gezielten Unterstützung und Modernisierung der ukrainischen Rüstungsindustrie) bewerben: 82 Millionen Euro für Drohnen und Drohnenabwehr, höchstens zehn Millionen pro Projekt, gedacht für gemeinsame Fabriken in der EU und der Ukraine. Über das Finanzhilfeprogramm Ukraine Facility verbürgt die EU Kredite für Dual-Use (zivil-militärisch), Drohnen inklusive.
Ob UUS selbst einen Zuschuss hat, steht in keiner öffentlichen Liste. Sichtbar sind Frontaufträge und Spenden. Der Zuschnitt passt in die Calls. Das ist Bewerbungsfähigkeit, kein nachgewiesener Zufluss.
Schon vor Röpcke hat Springer Personal in dieselbe Industrie geschickt. Johannes Boie, früher Chefredakteur von BILD und Welt am Sonntag und Stabschef von Mathias Döpfner, ist seit 1. August 2025 Marketingchef bei Helsing. Helsing liefert der Ukraine die KI-Kampfdrohne HX-2 und holte mit Stark den ersten Schwung der Bundeswehr-Kampfdrohnen für rund 600 Millionen Euro.
Die Familie des Springer-Miteigentümers Mathias Döpfner verdient parallel. Moritz Döpfner, Sohn des Verlegers, war Chief of Staff bei Thiel Capital und gründete Doepfner Capital. Thiel soll dem Fonds 50 Millionen Dollar gegeben haben. Das Geld floss unter anderem in Stark Defence und die Kamikaze-Drohne Virtus. Eine entschärfte Virtus stand in der Axel Springer Academy of Journalism & Technology, zwei Stark-Mitarbeiter als Aufsicht.
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Milliardär Thiel steckt selbst in Stark, dazu der NATO Innovation Fund und Sequoia. Im Juni 2026 sammelte Stark eine halbe Milliarde ein, Bewertung über 3,2 Milliarden. Im Frühjahr 2026 kam der Bundeswehr-Auftrag an Stark und Helsing. Moritz Döpfner soll außerdem mal im Aufsichtsrat von Quantum Systems gesessen haben. Thiel und Project A stiegen dort 2022 ein.
Die Familie Döpfner verdient nicht nur über Fonds. Der WELT-Sicherheitsgipfel findet im Axel-Springer-Haus statt, organisiert und verkauft von Media Impact, Chatham-House-Regeln (Geheimhaltung), rund 130 Leute, Vorabend-Dinner, geschlossener Raum. Partner 2026 unter anderem Mercedes-Benz, DFNZ und Tytan Technologies. Sprecherliste: Pistorius, Wirtschaftsministerin Reiche, BKA-Präsident Münch, Klaus Hommels vom NATO Innovation Fund – dem Fonds, der auch in Stark steckt. Tickets und Partnerschaften sind das Produkt, die Berichterstattung die Zugabe.
Eine Etage höher sitzt der semi-militärische Datengigant Palantir. Mitgründer Alex Karp war von 2018 bis 2020 im Springer-Aufsichtsrat. 2026 bekommt Mitgründer Peter Thiel den Axel-Springer-Award. Karp wirbt mit dem Einsatz seiner Software in der Ukraine. Bundeswehr und Verfassungsschutz halten – noch – Distanz. Aber Springer arbeitet daran, dass sich das bald ändert.
Die breite grüne Spur ist keine Zufallsbiografie. Sumlenny kommt aus dem Böll-Büro Kiew. ERIC wirbt mit genau diesem Amt. 2024 finanziert das Auswärtige Amt unter Baerbock ein ERIC-Kommunalprogramm; ein Treffen liegt in Bad Nenndorf, Mitveranstalter ist Kelterborns Verein. Sumlenny und Kelterborn unterzeichnen dort die Bad Nenndorfer Erklärung. Im Rat hatte Buchholz die Partnerschaft beantragt. Derselbe Sumlenny hält die Mehrheit an UUS, Kelterborn den Rest. Stiftung, AA-Geld, Hilfsverein, Kampfdrohne: dieselbe Stadt, dieselbe Amtszeit, dieselben Leute. Eine Böll-Überweisung an UUS ist nicht belegt. Die Reihenfolge schon.
Sumlenny war Böll-Chef in Kiew, während Baerbock Grünen-Chefin und danach Außenministerin war. 2022 nennt er ihre Waffenlinie ein „komplettes Versagen“. 2024 schreibt er auf X, sie sei Heuchlerin, keine Freundin der Ukraine. Er hat dort über 160.000 Follower.
Im September 2025 schreibt Sumlenny auf LinkedIn, BILD habe ihn und Kelterborn begleitet, als sie 200 UUS-Drohnen an die Rubizh-Brigade bei Pokrowsk übergaben. Der Reporter wird nicht genannt. Der Verlag hatte also die späteren Chefs als Lieferanten im Blatt, bevor Röpcke offiziell wechselt.
Röpcke geht als früherer BILD-Militärreporter genau in diese Firma. Springer hat den Krieg erzählt und vermarktet den Gipfel. Boie verkauft Helsing. Döpfners Sohn steckt in Stark. EU und Bund füttern denselben Markt. Die Gesellschafter stehen im Register. Nenndorf war die Solidaritätsadresse. Nenndorf ist die Lieferadresse.
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