Im touristisch gepflegten Zentrum rund um die Knez Mihailova und die Festung Kalemegdan flanieren vor allem Einheimische. Ausländische Besucher bleiben auffallend wenige. Stattdessen dominiert eine ganz eigene serbische Mischung aus Stolz, Melancholie und Lebenslust.
In den Souvenirläden hängen T-Shirts und Tassen mit Putin-Porträts neben vereinzelten Trump-Motiven – ein stilles Zeugnis geopolitischer Sehnsüchte und widersprüchlicher Sympathien. Auffällig ist, was fehlt: die sonst in vielen europäischen Städten präsente Präsenz muslimischer Migranten. Belgrad wirkt in seiner ethnischen und religiösen Zusammensetzung erstaunlich homogen – ein weiterer Kontrast in einer Stadt, die sich weigert, in eine Schublade zu passen.
Alte Pracht, sozialistische Schwere, neue Ambition und ein unbeugsamer serbischer Eigensinn: nirgendwo treffen sie so unverfälscht aufeinander wie hier.
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