Heute am späten Vormittag sagt der bayerische Ministerpräsident in einer Pressekonferenz seine Teilnahme am Skandalgipfel des Hochstaplers und Noch-Kulturstaatsministers Wolfram Weimer ab: Kein Staatsempfang, keine Schirmherrschaft und keine Podiumsdiskussion mit dem Ministerpräsidenten.
Gemessen an den Diffamierungen und neuerlich noch einmal gewachsenem Verfolgungsdruck, dem Alexander-Wallasch.de seit den umfangreichen Enthüllungen der Staatsaffäre Weimer ausgesetzt ist, war das zunächst eine Genugtuung.
Gegen etwa 17:30 Uhr wurde Söder dann auch als Schirmherr und Teilnehmer von der offiziellen Seite des Gipfels gelöscht. Tatsächlichn ist die Weimer Media Group im Löschen mittlerweile gut trainiert. Seit Aufdeckung der Staatsaffäre hat Weimer seitenweise und bis in die Nacht die von Alexander Wallasch aufgedeckten Hochstapelleien versucht, sich selbst wieder aus dem dichten Pelz zu friemeln.
Zeit, einmal genauer hinzuschauen, was Söder heute konkret zu den Umständen seines Rückzugs aus der Skandalveranstaltung gesagt hat. Zunächst einmal erklärte Söder die Mitte November 2025 angekündigte Überprüfung (Compliance) der Zusammenarbeit mit der Weimer Media Group für „jetzt vorläufig auch abgeschlossen“.
Auf der Pressekonferenz erfährt man weiter, dass die Juristen seiner Landesregierung den Fall untersucht hätten: „Wir haben jetzt mal bei uns in der juristischen Abteilung all die ganzen Debatten geprüft.“
Zunächst verwunderlich: Warum gibt es dann keinen Abschlussbericht? Markus Söder verweist auf ein ominöses Gutachten, das noch fehle und von der Weimer Media Group selbst beauftragt wurde. Das ist allerdings aus zweierlei Gründen bemerkenswert. Zum einen, dass man hier überhaupt Wert legt auf ein Gutachten, welches vom im Fokus der Untersuchung stehenden Weimer Media Group beauftragt wurde.
Und zum anderen, dass exakt dieses Gutachten auch zwei Monate später noch nicht vorliegt, während eine sonst nicht gerade für Raketengeschwindigkeit bekannte Staatskanzlei ihre Untersuchungen längst abgeschlossen hat (und die Staatsjuristen haben sich offenbar gegen Weimer entschieden!).
Verdacht: Weimer hatte Söder zugesagt (oder abgetrotzt), entlastendes Material von einem Externen zusammenbasteln zu lassen, aber der Beauftragte hat nicht geliefert! Hat Weimer Söder angefleht, wenn er schon aus dem Gipfel („Klein Davos“) aussteigt, dann möge er doch bitte die vernichtenden Ergebnisse verschleppen, damit nicht gleich alle Teilnehmer und Sponsoren aussteigen? Eine Win-win-Situation: Söder ist fein raus und Weimer kann noch ein letztes Mal Geld der Unternehmer einsammeln?
Dankenswerterweise teilt Söder auf der Pressekonferenz mit, welches Unternehmen von der Weimer Media Group mit dem Gutachten beauftragt wurde. Und so, wie er es hingenuschelt hat, ahnt man, dass Söder ahnte, was er da zu erwarten oder eben nicht zu erwarten hat. Söder im Wortlaut:
„Wenn das Gutachten, das die Weimer Group selber auf den Weg gebracht hat – ich glaube Deloitte oder was (nuschelt) – dann am Ende das noch mal genau darlegt, kann man alles noch mal genau prüfen.“
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Aber wer ist Deloitte? Zunächst mal ein international operierender Wirtschaftsprüfer und Rechtsberater. Aber vor allem – und das ist für den Ludwig-Erhard-Gipfel interessant – ist Deloitte Partner der Weimer Media Group mindestens auf den Veranstaltungen in Frankfurt!
So heißt es bei „LinkedIn“ vom Account der Weimer Media Group, „Frankfurt Finance & Future Summit’s Post“ (799 Follower):
„Wir freuen uns sehr, Hans-Juergen Walter, Global Leader Sustainable Finance bei Deloitte, beim FRANKFURT FINANCE & FUTURE SUMMIT 2025 begrüßen zu dürfen! Am 22. & 23. Oktober 2025 wird Herr Walter seine Expertise und Perspektiven zu aktuellen Entwicklungen in Wirtschaft und Finanzwelt einbringen und damit wichtige Impulse für den Dialog auf dem Summit setzen. Der Frankfurt Finance & Future Summit bringt führende Köpfe aus Wirtschaft, Finanzwelt, Technologie und Gesellschaft zusammen, um die Zukunft zu gestalten und neue Ideen zu diskutieren.“
Aber besagtem Hans-Juergen Walter fehlte dann noch etwas in der Darstellung, die zeitlich schon unter dem Eindruck der Enthüllungen zur Staatsaffäre Weimer entstanden ist: Der Einfluss auf die Politik! Also ergänzt Walter von Deloitte:
„Ich freue mich auf den Austausch, wie wir gemeinsam den Finanzplatz Frankfurt weiter stärken, Politik, Wirtschaft und Finanzsektor enger vernetzen und die richtigen Weichen für nachhaltiges Wachstum und internationale Wettbewerbsfähigkeit stellen können.“
Oder deutlicher: Söder wartete also zwei Monate vergebens, dass Weimers pfiffige Eventpartner-Kumpels von Deloitte irgendeine verbreitbare Münchhausen-Geschichte aus dem Hut zaubern, die besser klingt als eine der waghalsigen Hochstapeleien von Wolfram Weimer. Und die vor allem den gesenkten Daumen der Juristen in der Staatskanzlei zurückholen können!
Aber Deloitte hat nicht geliefert. Oder konnte nicht liefern, was nicht da ist: Eine Entlastung. Darauf folgte heute der Ausstieg von Söder. Und die Vermutung liegt nahe, dass Weimer sich noch glücklich schätzen kann, dass Söder die Einzelheiten der Beschreibung der Katastrophe noch im Ungefähren gelassen hat, damit die Weimers dieses eine Mal noch abkassieren können, bevor das Kartenhaus endgültig in sich zusammenstürzt.
Die Gelder der Bayerischen Landesregierung seien aber schon verloren? Nicht einmal das ist geklärt. Offenbar überlegt man noch gemeinsam, auch diese Kohle noch abzugreifen. Söder formulierte es heute so:
„Die entsprechenden Förderungen sind ja keine Förderungen, die für nichts sind, sondern es sind Standgebühren oder ähnliches mehr. Das müssen dann aber die beiden Ministerien – es handelt sich um das Wirtschafts- und Digitalministerium – dann noch im Nachgang noch zu der Entscheidung beantworten.“
Bekommt Wolfram Weimer am Ende noch eine dicke Abfindung aus der Staatskanzlei für seine oft so läppisch durchgeführten Hochstapeleien? Der rosa Elefant ist mittlerweile knallrot angelaufen.
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Kommentar von T S
Der södige Wendehals war schon immer gut darin früher als der Rest der Union die Zeichen der Zeit zu erkennen und rechtzeitig bevor es morastig wird die kühnsten Volten zu machen ohne daß es für die breiten Massen zu offensichtlich wurde.
Würde mich nicht wundern wenn er sich bereits für die Post-Merz-Ära bereit macht, rechtzeitiges diskretes Distanzieren ist dem Schein von Glaubwürdigkeit allemal zuträglich.
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Kommentar von winfried Claus
Die einzelnen Kasperköppe, man kann sich daran abarbeiten, doch aus der Kasperkoppfabrik kommt immer Nachschub. Das System, was die Falschen nach oben zieht, ist zum sterben verurteilt.
Ein Personalchef der die Falschen einstellt, der ist entweder ein Idiot oder arbeitet für die Konkurenz!