Der „Rundblick“ ist ein renommiertes Politikjournal für Niedersachsen, welches fünfmal in der Woche in Hannover erscheint und schwerpunktmäßig über die niedersächsische Landespolitik berichtet.
Offenbar schätzt man dieses Journal auch bei der Niedersächsischen Landesmedienanstalt. Zu den Abonnenten zählen vor allem Parlamentarier, Verbände, Behörden und Kommunen. Das Journal wird demnach im Landtag und den Ministerien gelesen. Da will man mutmaßlich nicht negativ dargestellt werden.
Jedenfalls sorgte am 28. Januar 2026 eine Anfrage des Rundblicks von Christian Wilhelm Link, Chefredakteur Wirtschaft, für Aufregung nicht nur in der Kantine der Landesmedienanstalt, auch im Schlafsaal wurde Licht angemacht. Woher wir das wissen? Eine Reihe ungeschwärzter Seiten der Wallasch-Files hat den Blick auf die Geschehnisse freigegeben.
Bereits zwanzig Minuten nach Eingang der Anfrage schreibt mutmaßlich Direktor Christian Krebs selbst an seine Kollegen – in einer internen Mail aus Hildesheim:
„Moin aus Hildesheim, anbei eine Presseanfrage vom Rundblick zu Wallasch - könnt ihr ein paar Infos zusammentragen und mir zusenden? Werden denen auch ein Hintergrundgespräch anbieten. Schon mal als Info. DANKE euch.“
Man duzt sich kollegial auch Hierarchie übergreifend. Aber diese Kumpanei verlangsamt schon mal den Prozess. Der Chef bekommt seine Antworten erst zwei Tage später. An dieser Stelle sind in den Wallasch-Files mehrere Namen und Passagen geschwärzt:
„Hallo – anbei (oder hier: [geschwärzt]) findest du mal einen ersten Aufschlag von [geschwärzt] zum Rundblick. Schau doch gerne mal drüber und schick es dann am besten weiter an [geschwärzt] (hier auch schon in CC). Liebe Grüße“
Herr Direktor ist flotter als seine Schlafmützen, er bekommt aber auch deutlich mehr Geld ins Homeoffice überwiesen. Seine Antwort kommt bereits nach 1,5 Stunden:
„Hallo zusammen, vielen Dank für den sehr ausführlichen Entwurf! Ich habe ein paar wenige Anmerkungen eingefügt.“
Erwartungsgemäß dauert es dann erneut länger – dieses Mal sogar drei Tage –, bis sich die Angesprochenen den Schlaf aus dem Homeoffice gerieben haben. Die Antwort lautet (Hervorhebungen AW):
„Moin zusammen, vielen Dank für eure geniale Vorarbeit. Ich habe es ein bisschen angepasst und gekürzt - gibt es Einwände? Bei Frage drei habe ich versucht zu framen, anstatt den Vorwurf zu bestätigen (Lach-Smiley) DANKE! LG“
Jetzt mal ganz langsam. Lese ich richtig? Die Presse stellt also Fragen und im internen Verteiler der Landesmedienanstalt Niedersachsen erklärt ein Sachbearbeiter, er habe bei Frage Nummer 3 des Chefredakteurs Wirtschaft des Rundblicks „versucht zu framen, anstatt den Vorwurf zu bestätigen“ – mit Zwinkersmiley?
Schon nach drei Tagen eine Antwort? Das geht dann einem weiteren Mitarbeiter deutlich zu schnell, der antwortet 30 Minuten später jedenfalls:
„Mach in Ruhe, morgen früh reicht.“
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Hier nun die Frage 3 des Rundblicks, welche die Landesmedienanstalt nach Selbstauskunft zu einem Framing veranlasst hatte:
„In der öffentlichen Debatte wird mitunter der Vorwurf erhoben, Maßnahmen der Medienaufsicht könnten als Eingriff in die publizistische Freiheit wahrgenommen werden. Wie begegnet die NLM solchen Vorwürfen und wie grenzt sie ihre Aufsicht klar von inhaltlicher Einflussnahme ab?“
Auch die Antwort (nicht in den 1200 Seiten schweren Wallasch-Files oder geschwärzt) liegt uns mittlerweile vor.
Die offizielle Antwort – die geframte – der NLM ist eine klassische Behörden-Standardformulierung: Man betont den „Schutz der freien Meinungsbildung“, erklärt die Aufsicht für „meinungsneutral“ und zitiert den Gesetzgeber. Es gehe nicht um Inhalte oder Wahrheit, sondern nur um „Handlungspflichten bei Recherche und Präsentation“. Die publizistische Freiheit gelte eben „nicht uneingeschränkt“.
Was an dieser Stelle eigentlich hätte stehen müssen, wäre eine ehrliche, konkrete Auseinandersetzung: Warum wird gerade Alexander-Wallasch.de mit einer Sonderkommission aus fünf Landesmedienanstalten überzogen? Warum werden genau drei Artikel aus mehreren Tausend beanstandet? Und warum finden sich echte Sorgfaltsverstöße bei etablierten Leitmedien offenbar nie im Visier der Aufsicht? Stattdessen folgen nur allgemeine Beteuerungen, gesetzliche Zitate und Worthülsen.
Ja, diese Mail ist ein interner Vorgang. Aber sie ist noch viel mehr als das: Sie belegt, dass die Landesmedienanstalten nicht nur Aufsicht ausüben wollen, sondern zugleich ihre eigene Rolle und ihre selektive Praxis aktiv verteidigen und schönreden.
Wer nämlich Kritik mit Framing statt mit Transparenz begegnet, untergräbt genau das, was er vorgibt zu schützen: den freien, unverzerrten Meinungsbildungsprozess. Der Fall Wallasch wird damit immer mehr zum Lehrstück, wie staatliche Medienaufsicht in der Praxis funktionieren kann.
Diese frech grinsende, weitgehend ungeschwärzte Mail ist zudem mehr als ein interner Schlampigkeitsschnitzer. Sie belegt, dass die Landesmedienanstalten eben nicht als neutrale Aufsichtsbehörde agieren, sondern aktiv ihre eigene Darstellung und Deutungshoheit verteidigen.
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Kommentar von Liam
Seit der Medienstaatsvertrag-Novelle 2020 zeigt sich die perfide Doppelmoral der Landesmedienanstalten in voller Hässlichkeit. Linksextreme „freie Radios“ wie Radio Corax bieten der Roten Hilfe eine willige Bühne, schenken der Amadeu-Antonio-Stiftung eigene Sendungen und verbreiten ihre Agitation ungestört über UKW – finanziert mit Steuergeld der Bürger, die sie verachten. Die AfD will diese Förderung zu Recht stoppen, und schon drehen sie durch.
Aber wehe, du bist ein unabhängiger Blogger oder Content Creator ohne Segen des Systems. Wehe, du kritisierst die Mächtigen, nimmst den Status Quo auseinander und lässt auch wirklich kontroverse Stimmen zu Wort kommen. Dann verwandelt sich die Medienanstalt in einen Orwellschen Gedankenpolizisten in kafkaesker Bürokratenuniform: Drohungen, Verfahren, saftige Verwaltungsgebühren und der Versuch, einen finanziell zu zersetzen – nur weil man sich ihrem selbsternannten Presserat nicht unterwirft.
Das ist keine Aufsicht. Das ist Zensur und Einschüchterung pur.
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Kommentar von T S
Den "Rundblick" kann man getrost als mehr oder weniger internes Hausblatt betrachten, insofern ist mangelnde Neutralität bzw. Unabhängigkeit nicht verwunderlich.
Das Gebaren der NLM kann man hingegen durchaus als groben Verstoß gegen RStV und Transparenzgebot sehen.
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Kommentar von Answart Lauermann
"erklärt die Aufsicht für „meinungsneutral“
Natürlich kann man sich selber für neutral erklären (oder wie die Övvendlich/Liederlichen für staatsfern). Man kann auch ein Kind halb tot prügeln und das 'Liebe' nennen. Geht alles - bis es nicht mehr geht.
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Kommentar von Schwar Zi
Was soll ich sagen, wir brauchen neue Verschwörungstheorien, die alten haben sich wieder einmal bestätigt. Als jemand, der die "Wende" in der DDR mit erlebt hat, kommen mir bei diesem Filz inzwischen Zweifel. Die DDR bestand von 1949-1989, dieser Filz hier ist viel fester versponnen. Aber vielleicht hilft am Ende nur die "gordische Methode"...am 06.09.2026 ist Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, mögen es für absolute Mehheit reichen.