Die Big-Abzocke des rüstungsindustriell-medialen Komplexes

Weimers Rüstungs-Gipfel: Das neue Geschäftsfeld der Hochstaplertruppe

von Alexander Wallasch

Der Rüstungsgipfel mit viel eingestaubtem Lametta© Quelle: Weimer Media Group, Screenshot

Statt großer Namen dominieren auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel 2026 Rüstungsmanager, Wehrbeauftragte und Kriegsberater. Ihr klares Ziel: schnelle Militarisierung Deutschlands und fette Absahne. Ein rüstungsindustriell-publizistischer Komplex entsteht. Und die Weimers verdienen einfach weiter.

Der Ludwig-Erhard-Gipfel aus dem Hause des Medienhochstaplers und Rücktrittsverweigerers Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ist zu Ende gegangen.

Nun war „n-tv“ offizieller Partner des Gipfels 2026 und wurde dort auch explizit als solcher benannt. Für den „Focus“ gilt das nicht. Der hat dennoch eine umfassende Hofberichterstattung geliefert. Dazu muss man wissen, dass der „Focus“ jahrelang selbst Medienpartner des Schummel-Gipfels war. Diese Medienpartnerschaft wurde aber im Zuge der Enthüllungen von Alexander-Wallasch.de auf der Webseite des Gipfels gelöscht und ist dort bis heute nicht mehr erschienen.

Wolfram Weimer war 2009/2010 Co-Chefredakteur beim „Focus“. Der „Focus“ berichtet über den Gipfel umfassend und unkritisch – nur mittlerweile halt ohne öffentlich sichtbare aktive Partner-Rolle. Im Folgenden zitieren wir aus der aktuellen „Focus“-Berichterstattung, die im Kern den Wunsch von Gipfelteilnehmern nach einer schnellen Militarisierung Deutschlands zum Thema gemacht hat. Die Genannten waren allesamt Gäste des Gipfels. Die Äußerungen wurden in Diskussionen auf der Bühne des Gipfels geäußert.

Selten wurde dabei so deutlich, was jüngst der Herausgeber Roland Tichy im Gespräch mit Alexander-Wallasch.de befand:

„Entsteht hier ein industriell-publizistischer Komplex? Sieht danach aus.“

Präziser: Ein rüstungsindustriell-publizistischer Komplex. Tatsächlich kann man nach diesem Gipfel sagen, dass in Ermangelung der vor der Hochstapelei der Weimers zurückgeschreckten A-Prominenz eine neue Klientel aus dem rüstungsindustriell-publizistischen Komplex die Weimer-Rutsche bezahlt und die Themen gesetzt hat.

So etwa Henning Otte (CDU), seit 2025 Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags. Er erklärte auf der Bühne des Gipfels: „Wir müssen in sicherheitspolitischen Lagen denken. Und die Lage ist ernst und die Zeit ist jetzt, darauf zu reagieren.“

Otte warnt: „Wir dürfen kein zweiter Sieger sein.“ Denn das bedeute Kapitulation und wäre „ein schwerer Schaden“, zitiert „Focus“. Otte plädiert am Tegernsee dafür, verteidigungsfähig zu werden und Abschreckung auch glaubhaft abzubilden, „sodass eben niemand es wagt, uns anzugreifen.“ Natürlich kein Wort dazu, dass erst das massive deutsche Engagement in der Ukraine eine solche Lage heraufbeschwört.

Ebenfalls auf dem Gipfel war Cornelia Gottbehüt von EY. EY berät Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie staatliche Akteure und Streitkräfte. Das Ziel des Unternehmens ist die Modernisierung und der Ausbau der Verteidigungsindustrie, insbesondere in Deutschland und Europa.

Und Cornelia Gottbehüt sagte es unverblümt: Krieg und Angst vor Krieg bedeuten Geld verdienen. Studien hätten gezeigt, dass jeder investierte Euro in den Verteidigungssektor ein Vielfaches an Wertschöpfung erzeugt. Die industrielle Basis Europas sei selbst Teil der Sicherheitsarchitektur. Wörtlich sagt Gottbehüt: „Und wenn man Beschaffung denkt, dann denkt man natürlich auch an Geld.“ Und Geld sei jetzt reichlich vorhanden für die Aufrüstung:

„Wenn wir einen Euro investieren in Defence, dann haben wir 2,7 Euro Wertschöpfung“.

Aber dafür müsse Deutschland jetzt Gas geben. In der Ukraine gebe es einen Sieben-Monats-Zyklus bei der Entwicklung von Waffensystemen, „bei uns sind es sieben Jahre“, bedauert die EY-Vertreterin auf dem Gipfel.

Die Wach- und Schließgesellschaft ist „Security-Partner“ des Gipfels. Warum dann nicht gleich aus Mangel an Hochkarätern den Nürnberger Geschäftsführer mit auf die Bühne holen, wenn der ebenfalls ein paar rüstungstaugliche Sätze aufsagen kann? Ernst Steuger heißt der Mann und er fragt: „Wo könnte man in der Ukraine etwas eröffnen? Es scheint hier deutlich schneller zu gehen als in Deutschland. In Deutschland befinden wir uns hier immer noch im Lummerland, gedanklich.“ Auch sei das Beschaffungsamt der Bundeswehr zu träge, zu viele „Fragezeichen über den Köpfen“.

Mit dabei auch Oliver Rolofs, unter anderem Mitgründer der Munich Cybersecurity Conference (MCSC), einer Schnittstelle zwischen ziviler Cybersicherheit und nationalen Sicherheits-/Verteidigungsinteressen, auf der Akteure aus dem Umfeld der Rüstungs- und Sicherheitsindustrie präsent sind.

Rolofs sorgt sich um genügend Menschenmaterial für die Kriege der Zukunft. Wenn Reservisten einberufen werden sollten, habe die Wehrverwaltung oft keine Ahnung, wie man sie erreiche. Datenschutz sei hier auf den Meldeämtern „absurd, wenn wir vor so einer Bedrohungslage stehen“.

Meint er jene Bedrohungslage, die entsteht, wenn die Bundesregierung mutmaßlich verfassungsfeindlich das Schicksal Deutschlands bis zur Selbstaufgabe an das der Ukraine knüpft?

Focus erwähnt es explizit: Widerspruch erntete Rolofs in der Runde nicht. Und das Magazin fügt willfährig an:

„Der Schutz des Standorts Europa, das wird deutlich, entscheidet sich nicht nur an Grenzen oder in Kasernen, sondern in Fabriken, Behörden und Vorstandsetagen. Verteidigungsfähigkeit ist zur gesamtwirtschaftlichen Aufgabe geworden. Wer sie ernst nimmt, stärkt nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit Europas.“

Der „Focus“ fasst den Konsens der Gipfelgespräche über „Verteidigung als Wirtschaftsfaktor“ so zusammen:

„Wenn es um die Verteidigungsfähigkeit geht, hat Deutschland kein Erkenntnis-, sondern ein Geschwindigkeits- und Skalierungsproblem.“

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Auch Peter Tauber, der ehemalige CDU-Generalsekretär und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, war auf dem Gipfel. Er befand, dass Bundeswehr, Industrie, Forschung und Politik enger zusammenarbeiten müssten. Es müsse zudem schneller entschieden und Produktionskapazitäten kräftig ausgebaut werden, so eine zentrale Forderung von Tauber.

Ebenfalls vor Ort am Tegernsee war Generalmajor Andreas Henne, Kommandeur der neuen deutschen Heimatschutzdivision. Er forderte eine effektive Drohnenabwehr. Beim Schutz kritischer Infrastruktur gebe es eine zentrale klaffende Lücke. Henne behauptete auf dem Gipfel, täglich flögen Drohnen über Liegenschaften, Industrieanlagen und Kraftwerke. Dass es hier keine hinreichenden Beweise – nicht einmal Indizien – für Feindbewegungen gibt, sondern lediglich Amazon-Spielzeugdrohnen der Bevölkerung herumfliegen, erwähnte der Heimatschutzchef nicht.

Um glaubhaft schützen zu können, so Henne als Forderung an Regierung und Rüstungsindustrie, brauche es rasch verfügbare Systeme zur Drohnen- und Flugkörperabwehr – nicht als Einzelstücke, sondern in der Breite. Der Focus weiter:

„Henne warnte vor einem zweiten Flaschenhals: Selbst wenn ein System vorhanden sei, müsse es im Krisen- oder Kriegsfall sofort in Massen gefertigt werden können. Die Verteidigungsindustrie dürfe nicht länger wie eine Manufaktur funktionieren. Entscheidend sei die Fähigkeit, Produktion kurzfristig auf hunderttausende Stück hochzufahren.“

Auch Stefan Röbel, COO des Rüstungsunternehmens ARX Robotics, sprach auf dem Gipfel. Röbel warnte: Wer heute ein System zehntausend über drei Jahre beschaffe, sei in drei Jahren längst zu spät. Die Herausforderung liege weniger im Bauen als in der Verkürzung der Interaktionszyklen zwischen Truppe, Industrie und Beschaffung.

Oder mit anderen Worten: Kaufen, kaufen und kaufen. Wer zu genau prüft, der verliert den Krieg. Das erinnert direkt an die Beschaffungshysterie der wertlosen und gefährlichen Corona-Impfstoffe – weltweit ein Multimilliardengeschäft auf Kosten und zum Schaden der Bevölkerungen.

Röbel will Aufträge von der Regierung sehen, ohne lange nachzudenken: Damit Wirkung entsteht, brauche es Aufträge, Skalierung und eine öffentliche Hand, die schneller reagieren kann. Und dann erwähnt Röbel in erstaunlicher Dreistigkeit den Hauptzweck seiner Teilnahme – was hat Weimer an dem Besuch verdient? 80.000 Euro? — Röbel macht klar: ARX Robotics könne bereits im kommenden Jahr mehrere Tausend Systeme produzieren – sofern der Auftrag komme.

Noch eine Stimme beim Gipfel im Sinne des militärisch-medialen Komplexes war Rafaela Kraus, Professorin an der Universität der Bundeswehr München. Sie möchte gleich die alte Trennung zwischen ziviler Forschung, Wirtschaft und Militär über Bord werfen. Das passe nicht mehr in eine Zeit, in der KI, Sensorik und autonome Systeme Entwicklungsschübe auslösen. Der öffentliche Sektor müsse grundlegend schneller und disruptiver werden, so Kraus.

Auch am Tegernsee dabei war die Ex-CDU-Chefin und Ex-Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie befand, dass moderne Kriegsführung nicht mehr sauber zwischen zivil und militärisch trenne. Verteidigungsfähigkeit sei eine gesamtstaatliche Aufgabe.

„Politik müsse Verfahren anpassen, Vertrauen im Parlament schaffen und Schnellbeschaffungswege ermöglichen, ohne Kontrolle vollständig aufzugeben“, fasst der Focus die Aussagen Kramp-Karrenbauers zusammen.

Der Kern der Debatte laut „Focus“, dem Ex- bzw. jetzt mutmaßlich inoffiziellen Partner des Gipfels:

„Deutschland braucht nicht nur mehr Geld für Verteidigung, sondern auch Geschwindigkeit, industrielle Skalierung und ein neues Bündnis aus Militär, Industrie, Forschung und Politik. Wer Abschreckung ernst meint, muss schneller produzieren, schneller lernen und schneller entscheiden.“

Offenbar hat sich der Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimers 2026 neu erfunden. In erstaunlicher Geschwindigkeit und Kreativität haben es die Hochstapler vom Tegernsee geschafft, sich als zweite Lokomotive eines fahrenden Zuges des rüstungsindustriell-medialen Komplexes anzudienen. Jetzt werden also mit dem Geld der Rüstungsunternehmen und ihres Vorfeldes die Ausfälle nach der von Alexander-Wallasch.de aufgedeckten Hochstapelei kompensiert und einfach die politische B-Prominenz in Vertretung geschickt, um Weltpolitik zu spielen.

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