Springer und die „Welt“ stellen sich 2026 gern als geläutert dar. Über ein Jahrzehnt nach „Refugees Welcome“ wollen „Bild“ und „Welt“ so etwas wie die Speerspitze der Rettung Deutschlands sein. Für diese Kampagne wurde eigens „Welt“-Herausgeber Ulf Poschardt als „freiester Mitarbeiter“ in die Arena geschickt.
Aber wie ernst meint es Springer wirklich im Kampf etwa gegen die illegale Massenmigration? Heute veröffentlichte die „Welt“ einen vielversprechenden Artikel mit der Schlagzeile: „Wie stark Marokkaner an der Kriminalität in Deutschland beteiligt sind“.
Na klar, nach der Invasion von Ceuta und einer neu angekündigten Invasion für Freitag in Ceuta ist es allerhöchste Zeit, einmal zu schauen, wer da überhaupt über Spanien und Frankreich zu uns kommen wird. Denn ebenfalls klar: Deutschland bleibt das Eldorado der jungen muslimischen Nordafrikaner.
Viele Marokkaner waren es auch, die in der Silvesternacht 2015/16 auf der Kölner Domplatte Springers Welcome-Refugees-Kampagne endgültig beerdigten, als über tausend Anzeigen wegen Diebstahls, sexueller Belästigung und Vergewaltigung bei der Kölner Polizei eingingen und Polizei und Medien tagelang schwiegen. Die Beamten nannten die Täter damals „Nafris“ für „Nordafrikanische Intensivtäter“. Viele etablierte Medien empörten sich lieber über diese innerdienstliche Abkürzung als über die Vergewaltigungen selbst.
Die „Welt“ veröffentlichte ein Jahr später einen Artikel mit der Schlagzeile: „So lief die Silvesternacht ab – aus Sicht eines Nordafrikaners“. Zu Wort kommt ein nordafrikanischer Student der Energiewirtschaft. Im Text heißt es:
"Gejohle, ja. Hin- und Hergeschubse unter Männern, auch das. Aber alles freundschaftlich. Kumpelhaft. Ein paar anerkennende Pfiffe, wenn gut aussehende Frauen vorbeikommen. Aber mehr nicht.“
Und weiter hieß es 2017 im Artikel:
„Für Farid O. sind viele seiner Landsleute in einem Teufelskreis gefangen: ‚Sie können keinen Sex haben, können nicht arbeiten. Sie kommen nicht an Geld.‘“
Was hat Springer in den vergangenen zehn Jahren gelernt? Heute also besagter Artikel mit der Schlagzeile „Wie stark Marokkaner an der Kriminalität in Deutschland beteiligt sind“.
Dort lautet ein Schlüsselsatz:
„Diese Perspektivlosigkeit mag dazu beitragen, dass Migranten aus den Maghreb-Staaten auch in Deutschland seit Jahren überproportional häufig am Kriminalitätsgeschehen beteiligt sind.“
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Der Artikel wurde von einem langjährigen Mitarbeiter geschrieben, der schon mehrere etablierte Journalistenpreise bekommen hat. Die Redaktion kann sich also nicht darauf berufen, dass man den Volontär bei einem seiner ersten Artikel nicht gleich an die Wand stellen wollte. Wenn also Philip Woldin, so heißt der Autor, 2026 entschuldigend erklärt, es wäre die Perspektivlosigkeit, die überproportional viele Marokkaner zu Kriminellen im Gastland Deutschland macht, dann darf man unterstellen, dass das viel vorsätzlicher Unsinn ist und nicht ausschließlich beklagenswertes Unwissen.
Was der Autor mit „Perspektivlosigkeit“ meint, hat er der Aussage vorangestellt: So läge die EU-weite Anerkennungsquote für Asylbewerber aus Marokko bei nur 4,5 Prozent. Hinzu käme, dass das Europäische Parlament Marokko am 10. Februar 2026 zum sicheren Herkunftsstaat erklärt hat. Mit diesem Sachverhalt erklärt die „Welt“ eine überproportionale Kriminalität.
Das aber ist schon deshalb ein vorsätzlich irreführender Unsinn, weil Gruppen mit deutlich besseren Bleibe- und Integrationsperspektiven in Sachen Kriminalität ebenfalls massiv überrepräsentiert sind. Das zu recherchieren ist keine Mammutaufgabe.
Hier zum Vergleich drei Gruppen, die in der Regel höhere Anerkennungsquoten, Einbürgerungsangebote und also deutlich bessere Bleibeperspektiven haben: Syrer, Afghanen und Ukrainer sind allesamt überproportional krimineller als Deutsche. Und sie sind es übrigens auch bereinigt nach Alterskohorte.
Und wer hier aufgeregt auf einen geringeren Anteil dieser Gruppen an der Bevölkerung zeigt: Die Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) ist genau jene Kennzahl, die den unterschiedlichen Bevölkerungsanteil ausgleicht.
Die „Welt“ endet mit einem Verweis auf marokkanische und algerische Kinder, die ebenfalls vielfach (vierfach und siebenfach) krimineller sind als ihre deutschen Altersgenossen. Der Leser hat nun gelernt, dass das alles an der Perspektivlosigkeit, also letztlich am fehlenden Angebot des Gastgebers liegt. Was für ein ausgemachter Unsinn über zehn Jahre nach Köln und nach Beginn der illegalen Massenzuwanderung.
Aber wenn eine angebliche Perspektivlosigkeit nicht der Auslöser ist, was ist es dann? Die Antwort darauf ist politisch nicht gewünscht. Und Springer und die „Welt“ halten sich daran.
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