Grönland, Venezuela und die Demaskierung des US-Herrschaftsanspruchs

Wenn Dealmaker Trump den Baseballschläger holt

von Alexander Wallasch (Kommentare: 2)

Trumps Charmeoffensive© Quelle: grok

Trump ist weder Monroe noch Roosevelt – er ist beides und doch ganz neu: unverblümt, aggressiv, ohne Heuchelei. Die Linke schreit Imperialismus, die Rechten feiern den echten Dealmaker. Die AfD ist irritiert. Und Deutschland? Zahlt mal wieder die Rechnung – mit Migration, Energie und jetzt vielleicht sogar mit NATO-Rissen.

Kommt ein neues Raubtierzeitalter? Geht es jetzt darum, sich zu nehmen, was man will, wenn man stark genug dafür ist? Oder macht Trump es nur ehrlicher als seine Vorgänger und verschleiert nicht mehr, was die Linke Imperialismus nennt?

Matthias Matussek postete zuletzt via X: „#FreeIran Ob der #CIA in den Aufstand verwickelt ist? Na, ich hoffe doch“.

Das ist Trump. Das ist unverblümt. Und ignoriert dabei all die Verwüstungen, die dieser Geheimdienst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Welt angerichtet hat? Schaut man auf die deutschen Probleme von illegaler Massenzuwanderung bis zur Finanzierung des Ukrainekriegs, dann sind diese Probleme nicht hausgemacht. Sie sind sogar in weiten Teilen Made in USA.

Ohne das Engagement der USA nach 9/11 im Nahen Osten gäbe es keine illegale Massenzuwanderung aus diesen Regionen nach Deutschland und ohne das Engagement der USA in der Ukraine wäre ein Krieg unwahrscheinlicher. Man kann Trump in der Sache auch nicht von der Politik seiner Vorgänger abtrennen, eines baut hier auf dem anderen auf.

Zunächst wurde Trump in Deutschland in konservativen Kreisen für seinen „starken“, direkten Stil gefeiert, der als authentisch und unerschrocken wahrgenommen wurde. Und der vor allem wahrgenommen wurde als eine Art Gegenentwurf zu den linken Ideologen. Schaut man sich hierzulande die führenden Protagonisten dieser linken Ideologie an, sind diese von Bewegungen aus den USA geprägt worden. Aggressive Klimaideologen etwa, wie Peter Unfried von der taz, die regelmäßig in die USA fliegen, um sich dort an der Ostküste ideologisch neu aufzuladen.

Die AfD, der man eine besondere Nähe zu der „Make America Great Again“-Nation zugewandten Haltung Trumps unterstellen kann, hatte sich zuletzt nach einem Moment der Stille und des inneren Ringens mit Blick auf die Grönland-Ambitionen Trumps kritisch gegenüber dessen Ambitionen geäußert. Eine AfD, die vor den Bundestagswahlen massiv von Trumps damaligem Weggefährten Elon Musk hofiert und protegiert wurde.

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Wo sind die USA gelanden? Was sind die Lehren aus dem 20. Jahrhundert? Bisher dachten viele, man könne es so zusammenfassen: Moderne Gesellschaften profitieren vom Dialog, um Konflikte friedlich zu lösen, anstatt sie durch rohe Dominanz einseitig für sich zu entscheiden. Blauäugig?

Mit Blick auf Trumps Außenpolitik wurde zuletzt öfter die Monroe-Doktrin erwähnt, die zurückgeht auf James Monroe, den fünften Präsidenten der USA. Der hatte 1823 in Richtung Europa eine Nicht-Einmischung europäischer Mächte in die Angelegenheiten der amerikanischen Kontinente gefordert und im Gegenzug die Nichteinmischung der USA in europäische Angelegenheiten angeboten.

Mit Blick auf Trump sollte aber auch Theodore Roosevelt (1901–1909) erwähnt werden, dessen Außenpolitik als eine Mischung aus Diplomatie und Drohung bekannt wurde. Roosevelt formulierte diese Haltung selbst mehrfach als „Speak softly and carry a big stick“.

„Sprich leise und trage einen großen Stock“ bedeutet übersetzt, friedlich zu verhandeln, aber über ein starkes Militär zu verfügen, um bei Bedarf seinen Willen durchzusetzen – eine Strategie, die als „Big Stick Diplomacy“ bekannt wurde.

Trump ist weder Monroe noch Roosevelt, auch wenn er vielleicht zu einem bestimmten Zeitpunkt beides sein wollte: Im Wahlkampf betonte er, das US-Engagement im Ausland deutlich verringern (Monroe) zu wollen, und gleichzeitig versuchte er über friedliche Gespräche Big Deals, gute Wirtschaftsbeziehungen und eine Win-win-Situation zu schaffen.

Mit dem Angriff auf Venezuela und der Entführung des dortigen Präsidenten ist das alles vorbei. Mit der Grönland-Forderung ging es endgültig in Serie.

Aber worum geht es hier? Nur um Dekoration und Netiquette? Um den Wunsch, aggressive US-amerikanische Machtansprüche zivilisierter durchzusetzen? Die einen sagen, Trump untergrabe den zivilen Fortschritt. Für andere ist das plumpe und aggressive Auftreten Trumps eine Demaskierung US-amerikanischer Herrschaftsansprüche. Sie missachten, was man das Völkerrecht nennt, und nehmen sich, was sie begehren. Warum leckt sich der Hund die Eier? Weil er es kann.

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