Kommt ein neues Raubtierzeitalter? Geht es jetzt darum, sich zu nehmen, was man will, wenn man stark genug dafür ist? Oder macht Trump es nur ehrlicher als seine Vorgänger und verschleiert nicht mehr, was die Linke Imperialismus nennt?
Matthias Matussek postete zuletzt via X: „#FreeIran Ob der #CIA in den Aufstand verwickelt ist? Na, ich hoffe doch“.
Das ist Trump. Das ist unverblümt. Und ignoriert dabei all die Verwüstungen, die dieser Geheimdienst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Welt angerichtet hat? Schaut man auf die deutschen Probleme von illegaler Massenzuwanderung bis zur Finanzierung des Ukrainekriegs, dann sind diese Probleme nicht hausgemacht. Sie sind sogar in weiten Teilen Made in USA.
Ohne das Engagement der USA nach 9/11 im Nahen Osten gäbe es keine illegale Massenzuwanderung aus diesen Regionen nach Deutschland und ohne das Engagement der USA in der Ukraine wäre ein Krieg unwahrscheinlicher. Man kann Trump in der Sache auch nicht von der Politik seiner Vorgänger abtrennen, eines baut hier auf dem anderen auf.
Zunächst wurde Trump in Deutschland in konservativen Kreisen für seinen „starken“, direkten Stil gefeiert, der als authentisch und unerschrocken wahrgenommen wurde. Und der vor allem wahrgenommen wurde als eine Art Gegenentwurf zu den linken Ideologen. Schaut man sich hierzulande die führenden Protagonisten dieser linken Ideologie an, sind diese von Bewegungen aus den USA geprägt worden. Aggressive Klimaideologen etwa, wie Peter Unfried von der taz, die regelmäßig in die USA fliegen, um sich dort an der Ostküste ideologisch neu aufzuladen.
Die AfD, der man eine besondere Nähe zu der „Make America Great Again“-Nation zugewandten Haltung Trumps unterstellen kann, hatte sich zuletzt nach einem Moment der Stille und des inneren Ringens mit Blick auf die Grönland-Ambitionen Trumps kritisch gegenüber dessen Ambitionen geäußert. Eine AfD, die vor den Bundestagswahlen massiv von Trumps damaligem Weggefährten Elon Musk hofiert und protegiert wurde.
Weiterlesen nach der Werbung >>>
Ihre Unterstützung zählt
Wo sind die USA gelanden? Was sind die Lehren aus dem 20. Jahrhundert? Bisher dachten viele, man könne es so zusammenfassen: Moderne Gesellschaften profitieren vom Dialog, um Konflikte friedlich zu lösen, anstatt sie durch rohe Dominanz einseitig für sich zu entscheiden. Blauäugig?
Mit Blick auf Trumps Außenpolitik wurde zuletzt öfter die Monroe-Doktrin erwähnt, die zurückgeht auf James Monroe, den fünften Präsidenten der USA. Der hatte 1823 in Richtung Europa eine Nicht-Einmischung europäischer Mächte in die Angelegenheiten der amerikanischen Kontinente gefordert und im Gegenzug die Nichteinmischung der USA in europäische Angelegenheiten angeboten.
Mit Blick auf Trump sollte aber auch Theodore Roosevelt (1901–1909) erwähnt werden, dessen Außenpolitik als eine Mischung aus Diplomatie und Drohung bekannt wurde. Roosevelt formulierte diese Haltung selbst mehrfach als „Speak softly and carry a big stick“.
„Sprich leise und trage einen großen Stock“ bedeutet übersetzt, friedlich zu verhandeln, aber über ein starkes Militär zu verfügen, um bei Bedarf seinen Willen durchzusetzen – eine Strategie, die als „Big Stick Diplomacy“ bekannt wurde.
Trump ist weder Monroe noch Roosevelt, auch wenn er vielleicht zu einem bestimmten Zeitpunkt beides sein wollte: Im Wahlkampf betonte er, das US-Engagement im Ausland deutlich verringern (Monroe) zu wollen, und gleichzeitig versuchte er über friedliche Gespräche Big Deals, gute Wirtschaftsbeziehungen und eine Win-win-Situation zu schaffen.
Mit dem Angriff auf Venezuela und der Entführung des dortigen Präsidenten ist das alles vorbei. Mit der Grönland-Forderung ging es endgültig in Serie.
Aber worum geht es hier? Nur um Dekoration und Netiquette? Um den Wunsch, aggressive US-amerikanische Machtansprüche zivilisierter durchzusetzen? Die einen sagen, Trump untergrabe den zivilen Fortschritt. Für andere ist das plumpe und aggressive Auftreten Trumps eine Demaskierung US-amerikanischer Herrschaftsansprüche. Sie missachten, was man das Völkerrecht nennt, und nehmen sich, was sie begehren. Warum leckt sich der Hund die Eier? Weil er es kann.
Was denken Sie?
Einen Kommentar schreiben
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen. Aufgrund von zunehmendem SPAM ist eine Anmeldung erforderlich. Wir bitten dies zu entschuldigen.
Zur Anmeldung
Kommentare
melden
Kommentar von Ego Cogito
Im Westen nichts neues!
Die Geschichte für uns in der Pax Americana beginnt früher, nämlich mit dem Eintritt der USA auf Seiten Englands und Frankreichs gegen das Deutsche Reich. Damals schon wurde der Grundstein gelegt für die Zerstörung des Reiches. Schon immer im Visier der Franzosen und gelegentlich der Engländer. Ludwig XIV. strebte mit der Besetzung Elsass-Lothringens und dem Versuch, die Pfalz zu erlangen, nach mehr Macht. Der pfälzische Erbfolgekrieg tat sein Übriges. Napoleon trachtet danach, u. A. eingeleitet, die Grundfeste des Heiligen Römischen Reiches zu zerstören. 1870/71 endete der folgende deutsch-französische Krieg mit der Kaiserkrönung in Versailles. Das Deutsche Reich trat ab dann vereint auf und war sofort der neue Gegner, von Paris aus gesehen. Die Zurückeroberung von Elsass-Lothringen wollten sie um jeden Preis rückgängig machen, so kam es nicht zufällig, sondern gewollt zum WK 1, mit allen vorhergehenden Winkelzügen und Beistandsverträgen zum Nachteil des Reiches. Jetzt tritt die USA auf die Bühne und hält mit Hilfe der Engländer den Franzosen am Ende den Rücken frei und serviert deren vermeintlichen Reich, er das Reich. Alle waren mit Versailles und der Folge der Schmähung und Sanktionierung des Reiches einverstanden. Die Kommunisten nebst Sozis erledigten den deutschen Kaiser: Rücktritt und Exil. Weimarer Republik auf tönernen Füßen. Adolf trat auf die Bühne, um das Schicksal zu wenden. Am Ende waren alle wieder aktiv und versetzten dem Deutschen Reich den Todesstoß, inklusive erheblicher Gebietsverluste und Teilung. Die BRD trat mit alliierter Limitation auf die Bühne und setzte die Restrepublik auf die Weltbühne. Das Reich war gebrochen, die Restbestände sollten dahindarben. Die wirtschaftliche Erstarkung und die Sowjetunterwerfung Osteuropas schufen neue Fronten gen Osten. Dwiederbewaffnet, ederebewaffnet als Werkzeug der Westmächte gegen den Russen. Dann zwangen die Amis die Westdeutschen wegen ihrer NATO-Politik, hier Türken als Arbeitskräfte zu akzeptieren und aufzunehmen. Der Einstieg in die autochthone Gesellschaft durch kulturfremde und oft religiös polarisierte Menschen fand seinen Anfang. Das Plus an Arbeitskraft kostete die Geschlossenheit des gewachsenen deutschen Volkes und tangierte dessen Identität. Erst langsam wurden die Folgen sichtbar. Erste Verwerfungen waren spürbar. Dann kommt es zur großen Völkerwanderung aus den islamischen Ländern und Nordafrika, nicht zuletzt ausgelöst durch auch kriegerische Aktivitäten der USA in diesen Staaten, peripher. und peripher Wieder wurde die Schwächung des Restreiches BRD durch die USA eingeleitet. Da stehen wir heute mit allen Problemen und Verwerfungen. Der tragische Beginn war der Eintritt der USA in den WK 1 und WK 2, dessen Ursache hinreichend bis in die Gegenwart, am Ende staatszerstörend für die Deutschen.
Die aktuellen Verwerfungen durch wirtschaftlichen Niedergang und Wokeness samt Klimaideologie sind ebenfalls aus Amerika und seiner Linken nach Europa übergeschwappt und dank der Linken hier maximal negativ wirksam Die Migration ist eine weitere Baustelle der US-Politik mit ihren kriegerischen Aktivitäten in Vorderasien, Afghanistan und Nordafrika. Die Rechnung bezahlt Deutschland wiederum in nennenswerter Größenordnung, bis zur möglichen Selbstaufgabe Da stehen wir heute, abgehalftert durch eigene Fehler, aber insbesondere in Frage gestellt durch die Politik Dritter Mächte, zuvörderst die USA!
melden
Kommentar von Hakan Unüz
Es geht hier schlicht und ergreifend um die Konsolidierung und Absicherung des US-dominierten Machtblocks gegenüber Rußland/China/BRICS. Die bisherige geopolitische, ökonomische und kulturelle Weltordnung zerfällt, und jede Seite bereitet sich auf die kommende Kriseneskalation vor.
Ein geeinter nordamerikanischer Kontinent, bestehend aus den jetzigen Gebieten der USA, Kanada und Mexiko wäre wirtschaftlich unabhängig, militärisch unangreifbar und kulturell autark. Dazu Grönland zwecks strategischer Kontrolle über die Polarregion (wenn die USA nicht zugreifen, tun es andere, auch da liegt die Regierung Trump vollkommen richtig), und der Winter kann kommen.
Australien, Neuseeland und Japan werden die südpazifischen Außenposten bleiben, ebenso wie Israel derjenige im "nahen" Osten. Westeuropa hat sich nach Jahrzehnten kulturmarxistischer Unterwanderung und Gehirnwäsche in die Bedeutungs- und Belanglosigkeit manövriert.
Im Kleinen wie im Großen: Rette sich, wer kann.