Die Zahl von bis zu 7000 Minderjährigen, die angeblich bei dem Massenübertritt nach Ceuta erfasst und nun auf das spanische Festland verteilt werden sollen, stammt aus frühen Schätzungen der spanischen Regierung bzw. Behörden vom 30. und 31. Juli 2026. Sie bezieht sich auf den geschätzten Anteil Minderjähriger unter den insgesamt rund 49.000 bis 60.000 Eingedrungenen und nicht auf eine bestätigte, registrierte oder verbliebene Zahl unbegleiteter Minderjähriger. Und schon gar nicht auf irgendwelche Registrierungsmaßnahmen.
Der spanische Sender „Cadena SER“ meldete am 31. Juli als „Última Hora“, die ersten Schätzungen der Regierung bezifferten die Übertritte auf 49.000 Personen, davon mindestens 7000 Minderjährige.
„El Español“ berichtete am selben Tag ausführlich, Pedro Sánchez appelliere an die „positive Solidarität“ der autonomen Gemeinschaften, um die ca. 7000 Minderjährigen zu verteilen, die unter den mehr als 50.000 Eingedrungenen seien. Aber zu keinem Zeitpunkt wurden diese angeblichen 7000 Minderjährigen auf Ceuta abgesondert oder registriert.
Weitere spanische Medien wie „Infobae“ und „Heraldo“ sowie „Save the Children“ übernahmen den Bereich 4000 bis 7000 als „erste Schätzungen“, betonten aber teilweise ausdrücklich, dass es sich um unbestätigte Angaben handele.
Die Schätzung scheint grob prozentual aus dem Gesamteintritt abgeleitet worden zu sein und umfasste vermutlich sowohl begleitete als auch unbegleitete Kinder und Jugendliche. Viele kehrten mit Familien oder freiwillig zurück. Eine präzise Identifizierung und Altersfeststellung war in dem Chaos unmöglich.
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Deutsche und internationale Medien griffen die Zahl aus den spanischen Berichten – besonders aus „El Español“ – auf und formulierten sie als bereits registrierte und zur Verteilung anstehende feste Größe.
Die Behörden in Ceuta und Madrid haben die Angaben längst deutlich nach unten korrigiert: Registrierte unbegleitete Minderjährige in Betreuung lagen bei ca. 860 bis 862, die lokalen Behörden erwarteten möglicherweise bis ca. 1000 bis 1100 – inkl. noch nicht erfasster Kinder.
Die Aufnahmekapazität lag vorher bei nur 29 Plätzen – die Überlastung ist real, aber bei maximal 1000, nicht 7000. Die Regierung stellte zusätzliche Mittel von 25 Millionen Euro bereit und bereitete Verteilungen vor – bezogen auf die real verbliebenen und registrierten Fälle, nicht auf die frühe Höchstschätzung.
Die 7000 sind damit eine frühe, grobe Regierungsschätzung vom Höhepunkt der Krise, die medial als bereits abgesondert fortgeschrieben und in manchen Kommentaren als bestätigte Zahl der zu verteilenden unbegleiteten Minderjährigen präsentiert wurde. Spätere offizielle Zählungen der verbliebenen und betreuten Fälle liegen bei rund einem Siebtel bis einem Achtel davon. Und auch hier ist nicht einmal abschließend geklärt, wer schon vorher angekommen war.
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