RKI setzt negative Zahlen auf Null: Impfen bei Kindern gefährlicher als nicht impfen?

Wolfgang Kubicki empört: „RKI-Zahlen manchmal irreführend“

von Alexander Wallasch

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) platzte jetzt einmal mehr der Kragen zu einem weiteren Datenwirrwarr beim Robert-Koch Institut (RKI).

Zuvor hatte ein zum Thema Corona vielgelesener Twitter-Nutzer aus den RKI-Wochenberichten zur Grundimmunität in etwa herausgelesen, dass die Wirksamkeit der Grundimmunisierung bei Fünf- bis Elfjährigen gegen Null geht, bzw. sogar in den negativen Bereich kippt, jedenfalls bezogen auf eine symptomatische Infektion.

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Bevor wir aber zu Wolfgang Kubickis Einordnung kommen, kurz, um welchen weiteren Fall des Amtsversagens es hier konkret geht:

Das Robert-Koch Institut schätzt in seinen regelmäßigen Berichten, wie effektiv die Impfung gegen Corona eigentlich hilft. Und die wurde im aktuellen Bericht bei Fünf- bis Elfjährigen mit Null angegeben. Man könnte auch sagen, sie wurde auf Null gesetzt, um von Seiten des RKI sagen zu können: Die Zahlen der geimpften Kinder sind zu gering, um sie schätzen zu können.

Die Welt geht sogar noch etwas weiter. Die Zeitung vermutete - hinter der Bezahlschranke -, dass das RKI mit der Nullsetzung eine negative Impfeffektivität verschleiern möchte: „Trifft eine geringe Wirksamkeit auf niedrige Fallzahlen, weist das RKI die Impfeffektivität mit null aus – auch wenn sie negativ sein könnte.“

Was bedeute „negative Impfeffektivität“? Im Prinzip heißt das, dass der Impfling mit der Impfung ein größeres Risiko eingeht zu erkranken, als ohne Impfung.

Und wie wird die Impfeffektivität beim RKI normalerweise geschätzt? Die Zahlen der Impfdurchbrüche werden mit denen aller Geimpften verglichen. Auf Anfrage der Welt antwortete das RKI dann tatsächlich: Einen negativen Wert – also der Worstcase für eine Impfung – könne nicht sinnvoll geschätzt werden, also setze man ihn auf Null.

Aber ja, so das Institut weiter, da sei etwas „missverständlich formuliert“ worden.

Und exakt da platzte nun Wolfgang Kubicki der Kragen. Der FPD-Abgeordnete stellte dem Institut gleich für die gesamten zwei Jahre der Pandemie ein denkbar schlechtes Zeugnis aus:

„Leider mussten wir in den vergangenen zwei Jahren feststellen, dass die RKI-Zahlen mindestens missverständlich, manchmal sogar irreführend, jedenfalls oft nicht hilfreich gewesen sind. Für das Vertrauen in diese eigentlich so wichtige Institution ist es unerlässlich, wenn man dort die nötige Transparenz walten ließe – auch und gerade, wenn die Zahlen im Gegensatz zum politischen Willen des Bundesgesundheitsministers stehen.“

Das Institut hat jetzt „nachgebessert“. Mittlerweile heißt es an besagter Stelle, ein negativer Wert würde eben nicht bedeuten, dass die Impfung für diese Altersgruppe gefährlicher sei, als sich nicht impfen zu lassen. Der auf Null gesetzte eigentlich negative Wert müsse als „Ausdruck der statistischen Unsicherheit oder einer Verzerrung in den Daten“ interpretiert werden.

Nein, das kann man sich nicht ausdenken. Dazu muss man sich jetzt Eltern vorstellen, die erwägen, ihre Kinder (5-11 Jahre) impfen zu lassen und die auf nicht interpretierbare Daten geradezu angewiesen sind. Wahrscheinlich ist jetzt, dass viele Eltern aufgrund dieses anhaltenden Zahlensalats des RKI ihre eigenen Schlüsse ziehen und eine Impfung ihres Nachwuchses nicht in Erwägung ziehen.

Der Twitter-Nutzer nennt sich übrigens „Der subjektive Student“ und hier finden Sie seine Tweets zum Thema noch einmal zusammengefasst in der Reihenfolge der Veröffentlichung (4/4):

„RKI versteckt negative Impfeffektivität! Interessanterweise errechnete das #RKI in dem letzten Wochenbericht, dass die #Impfeffektivität bei den Kindern zwei Wochen hintereinander bei exakt 0% liegt. Sie liegt aber höchstwahrscheinlich gar nicht bei 0%, sondern bereits im negativen Bereich. Denn in einer Excel-Datei des RKI (nicht in dem Wochenbericht!) finden wir sehr unauffällig folgenden, wichtigen Satz:

„Bei niedriger Effektivität kann es insbesondere bei niedrigen Fallzahlen zur Berechnung von negativen Werten kommen, diese werden mit 0 ausgewiesen.“

Ergo: Egal wie stark die errechnete Impfeffektivität ins Negative absinken sollte - MAN WIRD ES NICHT VERÖFFENTLICHEN.

Crazy oder? Bei Empörung gerne teilen. Quellen: https://rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenbericht_2022-04-07.pdf

Excel-Datei: https://rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Daten/Impfeffektivitaet.html

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