Nach seinen Bestsellern „Der Staatsvirus“ und „Das Staatsverbrechen“ legt Gunter Frank mit „Der Staatsverrat“ nach – radikaler, umfassender und gemeinsam mit zwei Mitautoren verfasst.
Der Heidelberger Hausarzt, der früh vor den Folgen der Corona-Maßnahmen warnte und recht behielt, analysiert darin nichts Geringeres als den schleichenden Umbau Deutschlands in einen totalitären Korporatismus.
Im Gespräch spricht er über den doppelten Staatsverrat – vom Staat und am Staat –, über die Mechanismen der „großen Gehirnwäsche“, die Rolle der Kirche in der Krise und warum skrupellose Menschen sich in jedem System durchsetzen. Ein offenes, kritisches und zugleich hoffnungsvolles Gespräch mit einem der konsequentesten Kritiker des deutschen Gesundheits- und Politiksystems.
Corona war nur der Vorbote: Skrupellose Eliten haben den Staat verraten und ihn zum Verräter gemacht, indem sie die freiheitlich-demokratische Ordnung durch autoritären Korporatismus und systematische Gehirnwäsche schleichend auflösen. Nur die Rückkehr zu echter Wirklichkeitsanerkennung und unabhängigen Institutionen kann das noch stoppen, meint Dr. Gunter Frank im Interview mit Alexander-Wallasch.de:
Nach „Der Staatsvirus“ und „Das Staatsverbrechen“ heißt Ihr neues Buch „Der Staatsverrat“. Um was geht’s Ihnen: Wurde der Staat verraten oder wurde der Staat zum Verräter?
Diejenigen, die diesen Staat verraten haben, benutzen ihn nun, um das, was eigentlich diesen Staat ausmacht, nämlich eine freiheitlich-demokratische und rechtsstaatliche Grundordnung, auszuhebeln.
Das heißt, beides stimmt – der Staat wurde verraten und der Staat wurde zum Verräter, wenn man die, die ihn betreiben, als den Staat bezeichnet?
Genau. Der Begriff autoritärer Korporatismus trifft es ebenfalls.
Gunter Frank, Martina Binnig, Kay Klapproth – drei Autoren – ist Ihnen die Puste ausgegangen?
Ich wollte zwei Mitstreiter, mit denen ich sehr viel über diese Themen diskutiert habe – unsere Meinungen und Sichtweisen auf die Dinge passen sehr gut zusammen –, die wollte ich in „Der Staatsverrat“ zusammenbringen.
Als Allgemeinarzt habe ich in meinen bisherigen Büchern wissenschaftlich sauber argumentiert. Jetzt wollte ich noch einmal ganz speziell die Expertise eines Wissenschaftlers dazu haben. Und Martina Binnig kennt sich in diesem ganzen Moloch EU, WHO, Zentralbanken usw. ganz hervorragend aus. Sie kann eine Bresche schlagen und den Lesern vor Augen führen, was da eigentlich getrieben wird.
Mit wie viel Wut im Bauch sind die etwas mehr als 200 Seiten zusammengekommen?
Die Wut im Bauch ist seit fünf Jahren da und sie war es in Teilen schon vorher. Insofern habe ich gelernt, damit umzugehen und sehr sachlich zu schreiben. Uns ging es darum, diese Wut in ein plausibles Konzept zu gießen, um es fassbar erklärbar zu machen; das Unerklärliche, das gerade läuft, nämlich dass eine komplette Gesellschaft bis auf die wackeren fünf oder zehn Prozent – es werden gerade mehr – die Wirklichkeit ausblendet.
Wir befinden uns gerade im tiefsten Mittelalter. Wenn zwei und zwei nicht mehr vier, sondern fünf sind, dann sind wir im orwellschen Kosmos angelangt.
Und das erklärbar zu machen, das ist der Anspruch dieses Buches. Wir haben ein sehr gutes Modell gefunden, welches natürlich nie die absolute Wahrheit darstellen kann. Dazu ist der ganze Vorgang zu komplex. Aber ich glaube, wir haben den Nagel ziemlich auf den Kopf getroffen, welche Kräfte hier eigentlich wirken.
Wie populistisch muss man so ein Buch anlegen?
Im positiven Sinne ja. Komplexe Dinge zu versuchen, in eine griffige, möglichst einfache Form zu bringen. Allerdings, wenn man das Buch liest – gerade der dritte Teil in seiner Komplexität –, einfach nur „einfach“ ist es dann doch nicht. Das muss auch so sein, wenn man diese Verflechtungen sichtbar machen will.
Stichwort „Leitfaden für einen Untersuchungsausschuss“. Glauben Sie noch daran, dass es so einen Ausschuss geben wird? Nutzt der Leitfaden schon der Enquetekommission?
Es war tatsächlich auch als ein Leitfaden gedacht für diejenigen, die dann vielleicht solche Untersuchungsausschüsse initiieren werden. So wie es schon in Brandenburg, Sachsen und Thüringen der Fall ist. Und in der Tat weiß ich, dass aufklärungswillige Politiker in dieses Buch schauen. Ich kriege da auch Rückmeldungen. Ich wurde sogar gefragt, ob das eine KI geschrieben hat, weil es so gut zusammengefasst ist (lacht). Aber ich kann zusichern, das ist eigener Hirnschmalz. Da war keine KI am Werk. Auch Enquete Kommissionen können übrigens mehr bewirken als man denkt. Sie sind besser als ihr Ruf. In Thüringen bin ich ja Mitglied.
Teil 2 von „Der Staatsverrat“ heißt „Die große Gehirnwäsche“. Gleich zu Beginn bedienen Sie dort ein offenbar unzerstörbares Narrativ zur Aufklärung: Ein weiteres Mal wird hier das Aufbegehren freier Geister gegen eine Kriminalgeschichte des Christentums als christlich konnotiert geframt. Aber die Aufklärer waren nicht Aufklärer wegen des Christentums, sondern vielfach TROTZ des Christentums. Wollten Sie damit die Charlie-Kirk-Fan-Ecke bedienen?
(Lacht) Nein. Aber ich respektiere sehr, was Charlie Kirk gemacht hat. „Prove me wrong“ ist Popper im besten Sinne. Aber in der Tat glaube ich, dass es immer so ist, dass ein guter Gedanke, sobald er institutionalisiert wird, dann, wie ich es im Buch beschreibe, von skrupellosen Menschen übernommen und missbraucht und pervertiert wird. Mir gefällt dieser christliche Grundgedanke, dass der Mensch Ebenbild Gottes ist. Das findet sich in wenigen Religionen. Mir ist keine bekannt, die das so klar sagt. Denn das bedeutet ja, dass der Mensch allein entscheiden kann, was für ihn gut ist, dass er autark ist.
Die Aufklärer haben auf diesem Gedanken, auf dieser Tradition aufgebaut. Aber sobald so ein Gedanke institutionalisiert wird, man damit Gewinne machen und Karriere machen kann, übernehmen skrupellose Menschen. Die Amtskirche hat in der Corona-Krise bewiesen, dass sie sich den Mächtigen andient anstatt sich der Not der durch die Corona-Politik Geschädigten anzunehmen. Sie grenzte diese Menschen aus, anstatt für den christlichen Glauben des „Fürchte Dich nicht“ und freie Gewissensentscheidungen einzutreten.
Der Teufel steckt hier im Detail. Denn wenn Sie sagen, dass der gute Gedanke institutionalisiert wurde, dann müssen wir fragen, wo der gute Gedanke herkommt. Aus der Kirche?
OK, nun wird es theologisch. Ich versuche mal, meinen Standpunkt klar zu machen. Ich denke, der damals moderne Gedanke und die Sehnsucht nach Selbstbestimmung war zuerst da, zumal im von Römern besetzten Judäa. Wenn ich Jesus richtig verstehe, bzw. seine Chronisten, dann hat er diese Autarkie des eigenen Gewissens gewollt. Doch mit der Gründung der Amtskirche konnten sich die Freigeister immer weniger durchsetzen. Sie mussten sich oft tarnen und vorsichtig in ihren Aussagen sein. Das Ganze gipfelte dann im Unfehlbarkeitsanspruch des Papstes. Aber auch Massenekstase, wie von christlichen Fundamentalisten zelebriert, finde ich eher befremdlich.
Denn jeder Christ muss in sich selbst den richtigen Weg finden, also Gottes Wille in sich finden, auch wenn das bedeutet, den schwierigeren Weg zu gehen abseits des Beifalls der anderen. Die Kirche kann dabei helfen. Aber hier autoritär vorzuschreiben, wie man zu denken und zu handeln hat, läuft dem christlichen Grundgedanken meiner Meinung nach entgegen. Und in der Corona-Krise hat dann die Amtskirche ihr wahres Gesicht doch allzu deutlich gezeigt. Sie hat einen menschenverachtenden Szientismus zum neuen Gott erhoben.
Wer zu Weihnachten modRNA-Covid-Impfaktionen für Kinder in Gotteshäusern, wie dem Kölner Dom, anpreist und Ungeimpfte von Gottesdiensten ausschließt, ist von allen guten Geistern verlassen. Die Funktionärsebene der Kirche hat ganz sicher schon lange die Idee des christlichen Menschenbildes verraten. Aber Corona war der Gipfel dieses Verrates. Nun kann man sagen, diese Funktionäre sind doch nicht die ganze Kirche. Vielleicht. Aber für meine Frau und mich war es eine Gewissenentscheidung letztes Jahr aus der katholischen Kirche auszutreten. Nach reiflicher Prüfung kamen wir zu der Überzeugung, nicht wir haben den christlichen Glauben verlassen, sondern die Kirche.
Zwei Sätze gleich zu Beginn Ihres zweiten Teils: „Ohne Anerkennung der Wirklichkeit gibt es keinen Rechtsstaat. Und ohne Rechtsstaat gibt es keine Freiheit.“ Ist die Wahrheit manchmal so simpel?
Ja, es ist wirklich simpel. Also wenn ich nicht die Wirklichkeit anerkenne, dann kann ich kein Recht sprechen. Und dann gibt es auch keine Freiheit. Weil Freiheit Recht braucht, sonst nimmt sich der Stärkere allein, was dem Schwächeren ebenfalls zusteht. Also ja: In diesem Falle kann man es auf diese simple Formel bringen.
Irgendwo im weiteren Verlauf dieses zweiten Teils war ich ganz bei Ihnen: Dort lese ich heraus, dass das Herz von Dr. Gunter Frank grundsätzlich auf der linken Seite nah am Menschen schlägt. Ich würde Ihnen gern einen Absatz vorlesen …
Gern.
„Im Prinzip müssten moderne Gesellschaften über kurz oder lang im Paradies leben. Wenn es da nicht zutiefst menschliche Eigenschaften gäbe, die den Weg dorthin immer wieder blockieren. Wir sprechen von Neid, Gier, Herrschsucht und Skrupellosigkeit. Seit es Menschen gibt, gibt es auch Lüge, Betrug, Bestechung, Erpressung, Denunziation, Verleumdung und Verrat. Das Problem ist, dass skrupellose Menschen mehr Möglichkeiten haben als anständige, sich bei gleicher Qualifikation beruflich durchzusetzen.“
Sind Sie ein Linker?
Das habe ich mich auch schon oft gefragt und gerade wieder – aber eigentlich nicht. Aber was bin ich dann? Ich sehe mich eher freiheitlich-bürgerlich, aber halt eben auch Altruismus als Normalität. Leben und leben lassen. Und das Wissen: Wenn die Unterschiede zu groß werden, wird es instabil.
Wenn der linke Gedanke ursprünglich mal Chancengleichheit bedeutet, dann bin ich links. Wenn aber Gleichheit quasi gleiche Ergebnisse für alle bedeutet, dann bin ich nicht links. Denn Unterschiede sind wichtig für eine Gesellschaft. Gleichmacherei führt immer in die Unterdrückung.
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Sie haben dazu in „Der Staatsverrat“ eine weitere Lesart geliefert: „Die Skrupellosen setzen sich durch“ – das ist spannend. Denn das zeigt sich aktuell auch an diesen demokratiefeindlichen linksradikalen NGOs und einem polit-medialen Komplex, der sich immer tiefer eingräbt und in Machtverhältnissen einrichtet, die er später nicht mehr loslassen will.
Früher waren Kriege das reinigende Moment. Ulrike Meinhof nannte es die große „Starre“ und die RAF-Terroristin war überzeugt: „Nur die Knarre löse die Starre“. Was hilft uns heute? Solche weiterführenden Gedanken bietet Ihr Buch an.
Das freut mich. Also im Grunde genommen ist es so: Wenn es nicht so wäre, dass sich die Skrupellosen durchsetzen, wenn also in Organisationen und Systemen vernünftige Menschen immer wieder auch das Sagen hätten, dann wäre womöglich auch der Kommunismus ein gutes Konzept. Da hätte ich – rein theoretisch – kein Problem mit. Sprich, wenn da anständige Leute an die Spitze kommen.
Ich muss nicht im Wettbewerb leben im Sinne von „egoistisch“, auf den die Marktwirtschaft ja setzt, indem sie versucht, diesen Egoismus in konstruktive Bahnen zu lenken. Aber warum der Kommunismus der Marktwirtschaft oder diesem westlichen System unterlegen ist, das basiert zu einem wesentlichen Teil auf dem Wissen, dass Macht schnell missbraucht wird. Das Modell der Marktwirtschaft ist einfach ehrlicher, denn es misstraut der Macht grundsätzlich.
Deswegen war es so erfolgreich, weil es ein System wechselseitiger Kontrolle etabliert hat, also Checks and Balances und die Gewaltenteilung. Nur ein solches System kann verhindern, dass sich Skrupellosigkeit und Gier durchsetzen. Doch dieses System ist nun ebenfalls an seine Grenzen gestoßen. Das hat Corona allzu deutlich gemacht.
Sie sind jemand, der viel mit Menschen zu tun hat. Sie sind als Arzt nah am Menschen tätig, Sie halten viele Vorträge. Was sagt hier Ihre persönliche Erfahrung zum Thema Nächstenliebe und Anstand: Wer hat sie? Ist es Sozialisation oder hat es auch etwas mit Vererbung zu tun?
Die Frage können Persönlichkeitsforscher besser beantworten. Aber es ist wohl so, dass bestimmte Charaktereigenschaften durchaus vererbt werden. Aber was dann im Leben daraus passiert, was das Individuum daraus macht, das ist dann immer sehr unterschiedlich. Sie haben Anlagen in die Wiege gelegt bekommen, aber es ist dann ein Mix aus Lebensumständen und eigenen Entscheidungen, was Sie daraus machen.
Sie haben unter „Totalitäre Vermarktung – die neue Verkaufsstrategie“ die Planschritte der Pandemiemacher skizziert: Wie schaffe ich dauerhafte Panik über Jahre hinweg? Wie erzeuge ich einen wissenschaftlich-medialen Gleichklang? Wie halte ich Kritiker aus der öffentlichen Wahrnehmung heraus? Usw.
Und das führt uns wieder zu der berüchtigten Frage nach dem großen, hellen Raum, wo die Herrschaften alle zusammenkommen. Stichwort Davos oder sogar Illuminati. Wo befinden wir uns plötzlich, wenn wir so etwas debattieren? Mir kommt es vor, als redeten wir immer um diesen großen weißen Raum herum und trauen uns nicht zu sagen oder zu spekulieren, wer drin sitzt.
Da fühle ich mich tatsächlich ein stückweit berufen, etwas dazu zu sagen, weil ich die Welt der großen Konzerne kenne. Zumindest hatte ich einen Einblick in das Leben der Führungskräfte. Denn ich habe diese Klientel zwanzig Jahre lang in der Business School St. Gallen unterrichtet und in dem Kontext auch viele Spitzenkräfte gecoacht und beraten.
Ich weiß also, in welcher Welt wirtschaftliche Spitzenkräfte leben. Und wenn man das einmal verstanden hat, dann sind die Punkte, die ich in „Der Staatsverrat“ aufgeführt habe und die Sie zitieren, die logische Konsequenz einer immer professionelleren Vermarktung von Produkten.
Es gibt in dieser Welt keine Regeln. Wenn es Regeln gibt, sie aber nicht durchgesetzt werden, dann sind diese Regeln nicht existent. Aber machen wir es konkret: Da wird dann zur Profitsteigerung dieser fürchterliche gentechnische Impfstoff, wo klar ist, dass er Myokarditis auslöst, auch gerade bei Jungs, bei Kindern, da wird er trotzdem durchgesetzt, weil es die Logik der Ökonomie vorschreibt.
Dann wird man Prüfinstitutionen wie die EMA oder das Paul-Ehrlich-Institut unterwandern und unter massiven Druck setzen, das durchzuwinken. Tun sie es nicht, sind sie weg vom Fenster. Die Leute, die das machen, sind keine Illuminati oder Freimaurer, nein das sind die besten Nachbarn. Das sind im Privaten ganz normale Menschen, mit denen man Schulfeste organisiert oder vielleicht auch Fußball spielt.
Aber das System funktioniert so, weil es die Logik der Ökonomie vorschreibt. Jetzt werden manche sagen, das haben wir doch in der DDR in der dritten Klasse gelernt. Und ja, da ist was dran. Diese Logik setzt sich durch. Das heißt, da haben nicht drei, vier Leute an einem Tisch gesessen und genau diese Strategie entworfen, sondern das ist an verschiedenen Orten entstanden, da, wo der nächste Schritt dann dieser inneren Logik entsprach: Da kennt jemand Spezialisten, der dies und das kann. Dann ist diese Dynamik in Gang und dann entsteht so etwas Furchtbares.
Und da wird dann etwa überlegt: Wie können wir Angstmarketing machen bei diesem Produkt, wie können wir Angst erzeugen und dann werden entsprechende Agenturen darauf angesetzt, die sich über Aufträge freuen. Und dann wird irgendeiner sagen, aber da brauchen wir auch eine wissenschaftliche Legitimation, wie können wir das hinkriegen?
Dann erinnert sich einer an diese oder jene Universität, da arbeitet dieser Psychologe, der macht das mit Sicherheit. So zum Beispiel Psychologen der Yale Universität, die sich 2020 dazu hergaben „wissenschaftlich“ zu beweisen, wie man die Impfbereitschaft für Covid-19 Impfungen mit Parolen erhöht wie z.B.: Impfgegner nehmen uns die Krankenbetten weg oder sind Omamörder. Und schon ist ein wichtiger Part der totalitären Verkaufsstrategie, nämlich die Entmenschlichung der Kritiker, angeblich wissenschaftlich legitimiert.
Das ist natürlich keine Wissenschaft, sondern menschenverachtender Szientismus, aber so läuft das. Wenn man Regeln brechen kann ohne Konsequenzen, dann wird das gemacht. Diese Leute, eben auch gute Nachbarn, haben in ihrem Leben irgendwann angefangen, die roten Linien zu überschreiten. Die merken das nicht mehr, dass sie konkret durch ihr Handeln Menschen im Extremfall sogar umbringen. Und wenn wir selbst eine kleine Agentur besitzen, die ums Überleben kämpft, was würden wir sagen, wenn wir in diesem Treiben einen lukrativen Auftrag angeboten bekämen?
Ein Dominoeffekt?
Exakt so ist es. In ihrem eigenen System lernen sie, die Regeln zu brechen. Und irgendwann merken sie es nicht mehr. Ich habe es in meinem ersten Buch schon als Einbahnstraßenfahrer beschrieben. Ich hatte die Frage gestellt: Herr Wieler oder Herr Spahn, sind das schlechte Menschen? Nein, das sind keine schlechten Menschen, aber die haben irgendwann mal Regeln gebrochen und es akzeptiert wie besagter Einbahnstraßenfahrer, der halt lernt, er kann abkürzen und es dann immer wieder falsch macht.
Aber das macht sie schon zu schlechten Menschen.
Noch nicht, denn wir machen das doch alle. Wir alle brechen mal Regeln. Aber wir müssen halt einkalkulieren, dass wir damit im Extrem sogar Leute töten können. Und wenn ich immer schneller die Einbahnstraßen durchfahre und immer unvorsichtiger bin, dann fahre ich eines Tages einen Spaziergänger tot. Was ist das dann, ein Fehler, den wir uns einander verzeihen sollen, wie es Herr Spahn gerne hätte.
Nein dann ist es fahrlässige Tötung. Und um nichts anderes handelte es sich bei den Konsequenzen der Corona-Politik. Wer das für sich verhindern möchte, muss immer wieder in sich gehen und darauf hören, was wir wirklich sein möchten, wen wir im Spiegel sehen möchten, oder wie es Christen sagen würden, wie wir den eigenen göttlichen Weg finden. Viel besser für die Gesellschaft wäre es jedoch, wenn wir viel mehr als früher dafür sorgen würden, dass unsere Institutionen vom RKI bis zum Bundesverfassungsgericht unabhängig und fachlich versiert sind.
Nur so kann unser System funktionieren, dann wäre auch das Corona-Desaster niemals möglich gewesen. Wir schreiben im Buch, unsere Freiheit wird nicht im Hindukusch und auch nicht in der Ukraine verteidigt, sondern im Kartellamt oder im TÜV. So banal ist es.
Was würden Sie zu folgender Beschreibung Ihres Buches sagen: Eine unterhaltsame und um einige Klippen der Verschwörungserzählungen sorgsam herumgeführte Vorlesung?
Klingt sympathisch, aber es ist ja noch mehr. Es will eine Erklärung anbieten, nach der so viele suchen.
War Ihr Buch auch eine Art Selbstvergewisserung? Einmal aufschreiben, wo man steht? Eine persönliche Bestandsaufnahme im positiven Sinne hochgejazzt hin zu etwas Allgemeingültigem?
Selbstverständlich. Es ist immer die Anmaßung eines Autors zu glauben, das, was man schreibt, ist wichtig oder interessiert jemanden. Aber Sie haben nach Selbstvergewisserung gefragt. Ja, es ist definitiv so ein Prozess. Ein solches Buch zu schreiben bedeutet eben, es auch sorgfältig zu recherchieren, um auch mal das, was man sich selber so zusammengedacht hat, kritisch zu hinterfragen und es auch an entsprechenden Stellen durchaus zu revidieren, wenn man merkt, man ist auf dem falschen Pfad.
Ihr Buch verhandelt kein warmherziges weihnachtliches Thema. Weshalb soll es trotzdem unter dem Weihnachtsbaum liegen?
Weil „Der Staatsverrat“ für Menschen – nehmen wir mutig das große Wort „Wahrheit“ – die nach Wahrheit und Wirklichkeit dürsten, eine Erklärung bietet, wie man sich diesen Wahnsinn vorstellen kann. Bei „Der Staatsverrat“ zudem mit der Gewissheit, dass es andere Menschen ähnlich sehen, die ebenfalls daran verzweifeln, dass diese Gehirnwäsche viel zu oft funktioniert.
Ich hoffe, hier kann „Der Staatsverrat“ auch trösten. Trösten, dass es Gleichgesinnte gibt, die das genauso sehen, die es in nachvollziehbare Worte und in ein Modell packen, dass man im Wortsinn nachdenken kann. In all diesem Wahnsinn macht dieses Buch auch Hoffnung, weil es zeigt, man ist nicht allein.
Danke für das Gespräch!
Gunter Frank ist Arzt, Bestsellerautor und Sachverständiger im Deutschen Bundestag sowie in mehreren Landtagen. Als einer der profiliertesten Kritiker des deutschen Gesundheitssystems setzt er sich konsequent gegen Bevormundung und für freie, selbstbestimmte Entscheidungen ein. Seine unerschrockenen und frühen Warnungen vor den katastrophalen Folgen der Corona-Politik in Form von Büchern, Beiträgen und Fernsehdiskussionen stellten sich allesamt als richtig heraus. Sie haben unzähligen Menschen geholfen, die Vorgänge einzuordnen und nicht daran zu verzweifeln.
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Kommentar von Winfried Bähring
Zitat: „Skrupellose Eliten haben den Staat verraten [gekapert] und ihn zum Verräter [des Volkes] gemacht, indem sie die freiheitlich-demokratische Ordnung durch autoritären Korporatismus und systematische Gehirnwäsche schleichend auflösen“.
Wenn wir diese Tatsache mit der Definition des Faschismus (vom italienischen Wort "fascio" = Bund) vergleichen (Zitat Konrad-Adenauer-Stiftung):
Faschismus bedeutet, „... dass die gesellschaftlichen Interessengruppen unter Aufsicht des Staates und unter Beschneidung ihrer Selbständigkeit zusammengeschlossen und auf das Wohl des Regimes verpflichtet wurden. Einen wirklichen Pluralismus ließ das Regime nicht zu; unter dem italienischen Faschismus gab es keine Meinungs- und Pressefreiheit; politische Gegner wurden unnachgiebig verfolgt...“,
dann kommt man nicht umhin festzustellen, dass wir uns wieder auf dem Weg in ein faschistisches System befinden, und zwar genau von denen vorangetrieben, die angeblich den Kampf gegen den Faschismus ganz oben auf ihre Fahne geschrieben haben.
Diese Tendenz wird genau so in dem Spruch von Ignazio Silone (1900 – 1978) beschrieben (Zitat): „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus» Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus»“
Hinweis:
Die von den deutschen Nationalsozialisten propagierte angebliche "Überlegenheit" der "arischen Rasse" und der damit einhergehende Fremdenhass wurde später nur oben auf den Faschismus-Begriff aufgepfropft und ist daher NICHT das einzige, grundsätzliche Merkmal, auf das sich Faschismus reduzieren ließe.
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Kommentar von T S
Ein wichtiger Schlüsselaspekt ist warum die Pharmafia so begierig auf die neuen Gentech-Spritzmittel sind: Denn anders als herkömmliche als "Impfungen" bezeichnete Prophylaktika welche für jeden neuen Wirkstoff langjährige und teuere Zulassungsverfahren durchlaufen müssen gelten die mRNA-Wundermittel als weitgehend inhaltsgleich - sie sind somit eine Lizenz zum Gelddrucken ohne große Kosten, und da geringfügige Modifikationen auch nur geringfügig besser auf Mutationen angepasst sind kann man das Jahr für Jahr erneut auflegen.
Daß die mRNA-Technik, vor 20 Jahren als kommende Wunderwaffe gegen Krebs gepriesen, sich aufgrund unzureichender Erfolge bei zugleich hohen Kosten und Nebenwirkungen, kein Heilsbringer ist wird dabei mutwillig ignoriert. Bedenklich ist wie wenig Gegenwehr kommt, denn um diese Brisanz halbwegs einschätzen zu können braucht es kein Nobelpreis in genetischer Molekularbiologie, dazu reicht eine solide biologisch-medizinische Allgemeinbilung und etwas Interesse darin auf dem Laufenden zu bleiben schon aus. Es sollte somit genug Berater geben die den verantwortlichen Politikern von entsprechenden Freifahrscheingesetzen abraten sollten - aber offensichtlich sind sie dort nicht erwünscht und erfolgreich verdrängt.
Der Sündenfall der Systemkirchen ist keine Überraschung, denn schon seit dem Mittelalter ist deren Kumpanie mit der weltlichen Macht berüchtigt - "Halte du sie dumm, ich halte sie arm". Gilt für so ziemlich jede Religionsgemeinschaft die eine geistliche Obrigkeit kennt und statt Sektenniveau Mehrheitsreligion geworden ist.
Der Satz "Die Leute, die das machen, sind keine Illuminati oder Freimaurer, nein das sind die besten Nachbarn. Das sind im Privaten ganz normale Menschen, mit denen man Schulfeste organisiert oder vielleicht auch Fußball spielt" ist fragwürdig - wer sagt daß nicht auch Geheimbündlerische im Alltag Grillen mit Kartoffelsalat mögen? Denn auch in solchen Kreisen ist der Großteil der Mitglieder nur ganz normaler Volksdurchschnitt und Mitläufer, und einige der erschütterndsten Verbrechen der letzten Jahrzehnte fanden in völlig unscheinbaren Mittelstandsmittelmaßkellern statt.
Mit der Aussage "Viel besser für die Gesellschaft wäre es jedoch, wenn wir viel mehr als früher dafür sorgen würden, dass unsere Institutionen vom RKI bis zum Bundesverfassungsgericht unabhängig und fachlich versiert sind." zeigt Dr. Frank daß auch er leider vom Morbus Untertanus befallen ist, denn das besagt nichts anderes als daß er weiterhin daran glaubt & hofft daß es eine gute Obrigkeit geben könnte.
Dabei ist das Gegenteil der Fall - jegliche Form von Macht- und Verantwortungskonzentration ist ein gefundenes Fressen für skrupellose Machtgeier die sich unter Zunutzemachen des ab einer gewissen Größe unvermeidlichen Verantwortungsabweisungsfilzes auf Kosten der Allgemeinheit selbst bereichern.
Nur Selbstverantwortung sowie möglichst kleinteilige und lokale Strukturen die zudem dem stets wachsamen Auge aller unterliegen bieten einen Ausweg - der jedoch auch jeden einzelnen fordert sich nicht nur zu bilden und zu beobachten sondern sobald auch stets souverän seine Stimme zu erheben.
@Rolf-Dieter Knoop: Das "für unsere Sünden" sehe ich eher als Abkehr von der Erbsünde und Angebot einen unbelasteten Neuanfang zu machen. Was allerdings Unfug ist wenn man schon den Erbschuldmythos als Unsinn entlarvt hat.
Individuell ist das Angebot eines unbelasteten Neuanfangs jedoch anerkennenswert, was die Systemkirche als selbsternannter Verwalter von Schuld und Serienvergebung daraus gemacht hat jedoch dessen Pervertierung ins blanke Gegenteil.
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Kommentar von Carl Peter
FÜR HEUTE KEIN STAATSVERBRECHEN
Lieber Herr Frank,
immer wenn ich wider den Stachel der mächtigen Menschenführer löcke, muss ich an meinen Vater denken, der mich empört fragte, wenn ich von einer Demonstration gegen die eigene Obrigkeit später am Abend als Jugendlicher ins Elternhaus heimkehrte, was ich denn eigentlich bezwecken wollte, mich dermaßen unzufrieden gegen Elternhaus und Staat auf den öffentlichen Straßen auszusprechen - er wäre doch 10 Stunden und manchmal mehr jeden Tag unterwegs, um Elternhaus und Staat für die Existenz unserer Familie zusammenzuhalten und würde ich etwa denken, er mache damit was falsch?
Ich hatte damals ehrlicherweise seine Frage nicht einfach mit ja oder nein beantwortet, wir standen auf sich unterscheidenden Punkten und es waren noch unendlich viele weitere Standpunkte möglich, und alle diese Möglichkeiten schlössen sich ja nicht aus - und ein ja oder nein hätte uns beide zusammen nicht weitergebracht.
Und nach den Demos spielten oft an den Unis Ton Steine Scherben auf, muss man sich ruhig mal anhören, womit Joschka Fischer, Gerhard Schröder und ja auch ich aufgewachsen sind - und heute sind WIR in der Regierung, weil das Volk der Deppen von damals das Volk der Deppen von heute geworden ist, Hahaha Corona und das Volk der Schlauen!
Und bei aller Hochachtung für Ihr wirken, Herr Frank, WIR sind doch keine Staatsverbrecher und begehen keine Staatsverbrechen, zuerst liefern Sie UNS mal eine schlüssige Definition von einem Deppenstaat, mit der man besser arbeiten könnte, als WIR das tun.
Schon gut, Sie sind auch Arzt, wie zum Beispiel auch Paul Brandenburg, und könnten schier verzweifeln, weils für sowas kein Aspirin hat, das bei fast allen den Schmerz im Kopf beseitigt - und die Erkenntnis eines Wahnsinns, befreit ja nicht unbedingt vom Wahnsinn.
Mit Wahnsinn leben (für mich der heimliche Titel Ihres Buches in diesem heimlichen Deutschland), ist nun das Los derer, die neben dem Gleis stehen und nicht einsteigen, weil man weiß, wohin der Zug fahren wird, da wo man nicht hin will, und man sich auch nicht reinprügeln lassen will, wie damals, als die Züge nur ein Ziel hatten.
Das nannte man damals auch kein Staatsverbrechen!
Aber ich habe die heimliche Hoffnung, dass sich mit den neuen Generationen wieder mehr Intelligenz im Volk einfindet - Intelligenz kann man leider nicht lernen und zum Glück auch nicht verlernen, wir müssen uns jetzt und heute mit dem begnügen, was wir noch haben.
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Kommentar von Lore Leyh
Zuerst vielen Dank für den Artikel und die Buchempfehlung. Ich schätze Herrn Dr. Frank sehr, zumal ich selbst wegen der Corona-Bestimmungen im gesellschaftlichen und beruflichen Sinne aus meiner Lebensbahn geworfen worden und bis heute nicht wieder wiederhergestellt bin.
Meine Meinung möchte ich zudem gerne zum Kommentar von Herrn Knoop sagen. Ich teile seine Gedanken bezüglich der Kirche sehr. Ich als Atheist bzw Agnostiker habe mir oft die Frage gestellt, was für eine teuflische Absicht eigentlich hinter der Beichte steht. ICH bleibe für alle meine Verfehlungen (ich möchte es nicht Sünden nennen) selbst in der Verantwortung und alles was ich getan habe lastet für immer auf meiner Seele. In diesem Wissen überlege ich mir doppelt und dreifach, jemandem einen Schaden zuzufügen oder Entscheidungen zu treffen, die jemanden ins Unglück stürzen könnten. Nicht auszudenken für mich, ich hätte diese Last überhaupt nicht zu tragen, sondern könnte nach jeder Sünde und deren Beichte wieder unbeschwert durchs Leben gehen! Wenn ich bereits vor der Tat weiß, dass diese mir vergeben werden wird, dann verschwinden bald jegliche Skrupel. So entsteht Gewissenlosigkeit. So entstehen skrupellose Menschen.
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Kommentar von Rolf-Dieter Knoop
Herr Frank beschreibt die zeitgenössische Handlungsweise der katholischen Amtskirche. Diese Kirche bringt, meiner Einschätzung nach, diese Skrupellosen hervor, hat sie immer hervorgebracht, seitdem sie auf die Massen einwirkt.
Die größte Gotteslästerung, die die Kirche begangen hat, ist die Verbiegung der „Wahrheit“ zu dem ewigen Thema der Sünde.
Jesus ist FÜR unsere Sünden gestorben. Die, für mich als Christen, größte Irreführung aller christlich orientierten Menschen.
Für die >Skrupellosen< ist diese Behauptung letztlich immer ein Freibrief für ihr Handeln, so unmoralisch es auch sein mag.
Bekannt ist dieser Skrupellose den meisten Menschen aus berühmten Mafia-Filmen: Der „Pate“ mordet zum Erhalt der Familie, zum Erhalt des monetären Reichtums, zum Erhalt der Macht.
Die Erlösung von all seinen Taten wird anschließend durch die Kirche sichergestellt. Sie ermöglicht dem Skrupellosen Absolution durch die Beichte.
Die Beichte bedeutet hier nichts anderes, als seine Morde, seine Sünden, Jesus Christus aufzubürden, der dafür, von den Amtskirchen, auserkoren ist. Der Priester handelt dabei angeblich „in persona Christi“.
Ein sterblicher Priester schlüpft hier in die „Rolle“ des Jesus von Nazareth, dem Sohn Gottes – wie anmaßend hochmütig und verwerflich.
Würde die Kirche vermitteln, dass Jesus Christus WEGEN und nicht für unsere Sünden gestorben ist, schließlich ist er auf grausamste Weise von Menschen ermordet worden, würden die Menschen wissen, dass sie für ihre Taten verantwortlich sind und diese höchst selbst abzubüßen haben. Vielleicht würden sie dadurch ihre Skrupellosigkeit überdenken.
Allerdings hatte sich der Ablasshandel als zu profitables Geschäft und gar zu mächtiges Instrument entwickelt, auf das die Amtskirchen nicht verzichten wollten, und in dessen Geist sie noch heute wirken.