„Medien im Wandel – Was prägt den Journalismus der Zukunft?“

Epoch Times zeigt, was Neue Medien können: Diskussionsrunde mit Ralf Schuler im Livestream

von Alexander Wallasch (Kommentare: 5)

Die neuen oder alternativen Medien sind alles andere als eine Erfindung aus den Reihen der Corona-Maßnahmenkritik – ihre Geschichte ist älter.© Quelle: Epoch Times Screenshot

Eine Podiumsdiskussion aus dem Herzen von Berlin demonstriert den alten Medien, wie weit die neuen Medien mittlerweile sind. Der Blick hat sich gewandelt. Die Etablierten jagen den Themen der Alternativen hinterher. Die Zuschauer- und Leserzahlen werden folgen.

Epoch Times Deutschland gehört seit bald zehn Jahren zu den führenden alternativen bzw. neuen Medien. Daraus resultiert ein gewachsenes Selbstverständnis und eine klar definierte Aufgabe: Selbstverständlich die Stimme zu erheben, wenn es darum geht, Journalismus neu zu verhandeln, und die Aufgabe, Stellung zu beziehen.

Epoch Times Deutschland bat am vergangenen Freitag Medienschaffende zu einer Podiumsdiskussion. Verhandelt werden sollte, wie die Zukunft des Journalismus aussehen kann. Zu den Gästen zähle unter anderem der Journalist Ralf Schuler, ehemaliger Redaktionsleiter der Bildzeitung, neuerdings im Team Reichelt mit „Schuler! Fragen, was ist“ unterwegs.

Zur Epoch-Times-Veranstaltung gleich mehr. Zunächst zur Vorgeschichte:

Das vergangene Jahrzehnt ist auch eines der beißenden Kritik am etablierten Journalismus. Immer mehr Leser und Zuschauer wenden sich enttäuscht, teils sogar angewidert, ab, haben die Nase voll von einem öffentlich-rechtlichen Erziehungsfernsehen und einer teilweise schon als Kumpanei zwischen grün-woker ideologischer Regierung und den Alt-Medien wahrgenommen Berichterstattung.

Illegale Massenzuwanderung, Corona-Regime und Ukrainekrieg waren bzw. sind seit bald zehn Jahren die bestimmenden Themen unserer Zeit. Die Deutschen – und nicht nur sie – sehnen sich wieder nach so etwas wie Normalität.

Und zu dieser Normalität gehört nun mal eine den Regierungsmaßnahmen gegenüber kritische Berichterstattung der Medien und eine selbstverständliche Wahrnehmung einer vom Grundgesetz zugestandenen Unabhängigkeit der Presse .

Stattdessen fragen sich viele weiterhin, wer da eigentlich wen im Schwitzkasten hat: Die Politik die Medien oder umgekehrt? Im Ergebnis ist es das Gleiche.

Epoch Times hat jetzt eine erste Tatort-Besichtigung gemacht und auf dem Podium diskutiert, was notwendig sein wird, die Leitplanken eines Journalismus der Zukunft neu zu setzen. Es gab viel zu besprechen bei „Medien im Wandel – Was prägt den Journalismus der Zukunft?“

Schauplatz dieser ersten „Epoch Times Podiumsdiskussionsrunde“ war eine gediegene Location im Herzen von Berlin. Und hier gleich ein paar Bonbons vorab: Die Technik war hervorragend, mehrere Kameras am Platz, der Livestream funktionierte, die Bildqualität war sehr gut. Im Vorfeld wurden Fragen gesammelt für eine sich an die Diskussion anschließende Fragerunde.

Neben Ralf Schuler saßen mit in der Runde Robert Cibis, ein preisausgezeichneter Filmemacher, u.a. ehemals für Arte und ARD tätig, er kennt den Medienbetrieb also aus dem Effeff. Und ebenfalls dabei Martin Ruthenberg, er war lange Jahre als Radio-Moderator beim SWR beschäftigt und sparte zuletzt nicht an Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen.

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Die Diskussion wurde moderiert von Alexander Zwieschowski, er ist Mitglied der Redaktionsleitung bei Epoch Times.

Los ging's mit einer Diskussion um Künstliche Intelligenz und um die Frage, wie hilfreich oder wie zerstörerisch für den herkömmlichen Journalismus neue Tools wie ChatGBT sein können.

Gleich vorweggenommen: Ralf Schuler beweist an diesem Abend einmal mehr, was für ein Fang Julian Reichelt mit ihm gemacht hat. Der Mann ist nicht nur an der Tastatur exzellent, auch im Live-Bild ist er sympathisch unterwegs. Sein freundliches, nachdenkliches Wesen, seine Erfahrung und sein umfangreiches Wissen bereichern diese Epoch-Times-Sendung.

Schuler zum Auftakt zu KI-Intelligenz:

„Ich wäre mal schon froh, wenn man menschliche Intelligenz hinreichend zur Verfügung hätte, bevor man zur künstlichen kommt.“

So eine Diskussion mit einem Lacher zu beginnen, zeigt den Profi. Die Zuhörer fühlen sich sofort gut abgeholt. Schuler versteht sein Geschäft.

Echte Kreativität kann Schuler keine erkennen am ChatGBT und er mahnt auch an, dass die Begeisterung für solche neuen Techniken auch schnell geeignet sein kann, Journalisten auszusortieren. KI ist das Warmup-Thema, wenn es nachher dahingeht, wo es wirklich weh tut, wo verhandelt wird, woran der Journalismus in Deutschland krankt.

Schuler fehlt bei KI die Transparenz darüber, wie die Algorithmen überhaupt funktionieren und welchen Einfluss wer darauf hat:

„Wenn eine Software bestimmte Worte meidet oder bestimmte inhaltliche Tendenzen von Anfang an verbietet, wüsste ich schon gern, wenn da ein Zensor in der KI sitzt.“

Filmemacher Cibis ist weniger bekannt, aber schnell wird deutlich, warum Alexander Zwieschowski sich diesen Mann als Gast der ersten Epoch-Times-Podiumsdiskussion gewünscht hat:

Bei Cibis herrscht Erzähldruck, er geht sofort tief rein in die Themen, er ringt und kämpft noch während des Erzählens mit seiner inneren Haltung. Bei ihm sind keine vorgefertigten Sätze im Kasten, Robert Cibis demonstriert fast wie nebenbei den Unterschied zwischen künstlicher und menschlicher Intelligenz.

Jetzt könnte man an diesem Format kritisch anmerken, dass auch hier, nicht anders als bei den öffentlich-rechtlichen Talkshows, im Grunde genommen Menschen zusammengekommen sind, die einen bestimmten Blickwinkel teilen. Das macht dann das Ringen um Antworten, wie es die Gäste hier exemplarisch vorführen, so interessant. Bei Illner, Will, Klamroth und Maischberger ist immer das unausgesprochene Agreement der vorherrschende Eindruck. Und dann feuern die Narrativ-Kanonen auf den einen Gast, der mit dazu geladen wurde, um im Sinne eines öffentlich-rechtlichen Tribunals verheizt zu werden.

So eine Hinrichtung fehlt hier gänzlich. Und es ist ein Gewinn, wenn kluge Menschen um Antworten ringen, anstatt zu versuchen, fertige Antworten als Diskussionsbeiträge zu verkaufen und einen in der Runde abzuschießen.
Nachrichtensprecher und Moderator Martin Ruthenberg macht sich keine Illusionen, Nachrichten können über kurz oder lang auch Computerstimmen überzeugend vortragen. Für ihn wird es erst interessant, „wenn Gefühle ins Spiel kommen.“ Stimme verändere sich auf Grund des Kontextes, indem man sich mit Menschen bewegt, „dann überträgt sich was“.

Selbst, wenn eine KI solche Emotionen künstlich produziere, hat Ruthenberg seine Zweifel an KI, „wenn sie mir ein Gedicht vorliest oder eine Schauspielrolle, dass es (…) die gleiche Wirkung hat, wie das ein Mensch macht“.

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Interessant hier, dass alle drei Teilnehmer der Diskussion Konvertiten sind, also ehemalige Teilnehmer der etablierten Medien, die sich von diesen abgewandt haben. Das spiegelt sich auch in den Neuen/Alternativen Medien wider. Ihre Protagonisten sind per se als Protestbewegung definiert. Roland Tichy kommt von Wirtschaftswoche und Handelsblatt, Broder von der Welt, Reichelt von der Bild, andere vom Focus.

Interessant, welche Verhaltensweisen und welcher Umgang mit Nachrichten hier etablierten, gelernten Verhaltensweisen folgen und was hier in alten Mustern verhaftet bleibt und sich möglicherweise einer radikalen Erneuerung gegenüber sperrt versus die Annahme, dass man Medien nicht neu erfinden muss.

Auffällig sind eine Hackordnung und ein Ellenbogenverhalten, welche sich vielfach herübergerettet hat ins Miteinander der Alternativen Medien. Es gibt wohl kaum einen Berufszweig, der – um es höflich auszudrücken – so angestrengt und divenhaft miteinander umgeht, wie den Journalismus. Das ist die Schnittmenge zwischen alten und neuen Medien. Man könnte es auch so umschreiben, wie es eine Kollegin zusammengefasst hat: „Mit den alten Regeln etwas Neues machen.“

Alexander Zwieschowski fragt nach etwas weniger als einer Stunde:

„Wie viel ideologische Berichterstattung gibt es eigentlich?“

Schuler:

„Ich habe den Eindruck, dass mit zunehmender Zeit insgesamt ein Mechanismus immer häufiger greift, sich ein tonangebendes Milieu auf eine bestimmte Weltsicht einigt und dann alles niederkartätscht, was diesem Weltbild nicht entspricht.“

Noch etwas fällt an diesem Abend auf: Die weniger angesprochenen Themen. Über Corona und Ukrainekrieg hinweg kam das Thema Massenmigration auch hier seltsam kurz – jedenfalls, was die Bedeutung und die Auswirkungen auf den Journalismus angeht.

Hier schien man fast froh zu sein, sich an den erstgenannten Themen abarbeiten zu können. Epoch Times ist ein sehr frühes alternatives Medium. Die Jahre von 2014/15 bis zum Beginn des Corona-Regimes Anfang 2020 waren auch für Epoch Times wilde Jahre der Angriffe und Übergriffe gegen das junge Medium seitens der eifersüchtigen Hüter der etablierten Medien.

Wer heute von den Medien eine Aufarbeitung der Übergriffe während des Corona-Regimes fordert, der vernachlässigt die Entstehungsgeschichte der Neuen Medien. Die sind nämlich alles andere als eine Erfindung aus den Reihen der Corona-Maßnahmenkritik.

Viel mehr war die Maßnahmenkritik auch deshalb gegen eine Reihe von polit-medialen Diffamierungen erfolgreich, weil es zuvor den Kampf von Tichys Einblick, Epoch Times oder Achse des Guten gegen diese Welcome-Refugees-Medien unter Dieckmann, Reichelt, Gniffke usw. gab.

Epoch Times Deutschland hat am Freitag ein Diskussionsformat eröffnet, das überfällig war. Das ist das neue Selbstbewusstsein der neuen Medien und der gelebte Satz: Weil wir es besser können. Dass so ein Format im ersten Durchgang phasenweise noch etwas steif wirkt, mag daran liegen, dass man auch technisch alles richtig machen will.

Dieser Auftakt jedenfalls unter der Moderation von Alexander Zwieschowski/Epoch Times ist geglückt. Fast zwei Stunden interessante wie unterhaltsame und nachdenklich machende Unterhaltung. Und ein schöner Effekt im neu zuhören lernen und unbedingt auch zuhören zu wollen.

Hier zum Nachschauen.

(Alexander Wallasch schreibt auch für Epoch Times).

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