Geisterhafte Terminals, Straßenimpressionen, die Stimmung einer Region am Rande des Flächenbrands

Istanbul bleibt Istanbul: Bilder aus der Kriegs-Vorzone – morgen landen wir in Jerewan

von Alexander Wallasch

Fotos aus Istanbul von Christian Witt – So denken die Türken: Dem Volk alles Gute, dem Mullah-Regime den Untergang© Quelle: Christian Witt

Von gestrichenen Flügen bis Erdogans scharfer Warnung an Teheran: Unsere Reportage-Reihe startet in Istanbul. Umfassende Bildergalerie von Christian Witt – live aus dem Vierländereck.

Alexander-Wallasch.de ist auf dem Weg ins Vierländereck Armenien, Aserbaidschan, Türkei, Iran (eine Zusammenarbeit mit Roland Tichy). Fotograf und Autor Christian Witt wird in der kommenden Nacht in Jerewan landen und von dort aus berichten.

Die Lage hat sich zugespitzt, die US-israelischen Kräfte planen, die Kurden zu bewaffnen, sie sollen das iranische Militär beschäftigen – Hoffnung ist, dass die Bevölkerung gegen das Regime aufsteht und dabei weniger Gegenwehr zu spüren bekommt. Destabilisierung ist das Zauberwort, das auch die Luftangriffe gegen den Iran bestimmt.

Christian Witt hat uns gerade erste Bilder seiner Zwischenstation in Istanbul geschickt. Zunächst war er überrascht von einer Leere am Flughafen. Er reist viel, so etwas habe er aber bisher noch nicht erlebt. Eine erhebliche Zahl von Flügen sei gestrichen worden, nur ein Flugsteig belegt.

Davon unbeeindruckt ist Christian Witt für uns einen Tag lang durch Istanbul gestreift, um Eindrücke mit der Kamera einzufangen.

Zur politischen Lage in der Türkei mit Blick auf den Iran: Viele Türken schauen negativ auf das Mullah-Regime in Teheran. Man weiß aber sehr wohl zu trennen. Die Grundstimmung zusammengefasst: Dem iranischen Volk alles Gute – dem Mullah-Regime den Untergang.

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Überwiegend sorgen sich die Türken auch vor einer neuen Fluchtwelle, wie sie die Türkei zwischen 2011 und 2015 aus Syrien erreichte. Auch schaut man gebannt auf die Bewaffnung der Kurden durch die USA, was hier durchaus auch als existenzielle Bedrohung angesehen wird.

Staatschef Erdogan versucht sich derweil in einer Art selbstbewusster Balance: Er verurteilt die US- und israelischen Angriffe auf den Iran scharf als Verletzung der Souveränität, als „klare Verletzung des Völkerrechts“ und als „Provokation Netanjahus“. Zudem betont er die Integrität des Iran, spart aber auch nicht an Kritik gegenüber der iranischen Realpolitik.

Erdogan kondolierte dem Regime nach der Ermordung ihres Staatsoberhauptes. Gleichzeitig kritisiert er Irans Raketen- und Drohnenangriffe auf Golfstaaten als „inakzeptabel“, versucht also eine Balance zu halten. Und nachdem eine iranische Rakete nahe dem türkischen Luftraum abgeschossen wurde, warnte Erdogan den Iran mit den Worten, die Freundschaft der beiden Staaten dürfe nicht als selbstverständlich genommen werden.

Am Freitagabend wird Christian Witt mit einer ersten Einschätzung der Lage aus Jerewan berichten. Hier zunächst seine bildgewaltigen Kurzeindrücke aus der Zwischenstation Istanbul.

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