Der Umbau der Gesellschaft wird so groß, dass man ihn „im politischen Alltag nicht denken kann“

Klartext bei taz: Für den Öko-Umbau der Ampel muss der Kapitalismus geopfert werden

von Alexander Wallasch (Kommentare: 3)

„Diese Ökoenergie gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Das heißt, worauf wir eigentlich rauslaufen, ist, dass wir unsere Wirtschaft schrumpfen müssen.“© Quelle: Youtube / taz / Pixabay / TheDigitalArtist, Montage Alexander Wallasch

Eine hammerharte Zäsur im öko-sozialistischen Lager: Ausgerechnet die taz, lange inoffizielle Hauspostille der Grünen, spricht ein vernichtendes Urteil über den Wahnsinn der ampel-grünen Energiepolitik.

Und hier ist es keine Geringere als die linke Volkswirtin Ulrike Herrmann, seit 22 Jahren bei der taz, die für den Moment einfach keinen Bock mehr hatte, immer weiter den Ball flach zu halten für irgendeine weltferne Ideologie, die Deutschland schnurstracks in den Abgrund führt.

Jedenfalls hört es sich bei Herrmann exakt so an. Und wenn die Kritik aus dieser Ecke kommt, dann ist wirklich Gefahr im Verzug.

Wer die taz ein wenig kennt, wer mit dem Stammpersonal ein wenig vertraut ist, der weiß auch, dass dieses Blatt bisweilen gerne als eine Art Thinktank der Öko-Bewegung auftreten möchte. Beispielsweise einer wie der immer freundlich agierende aber oft introvertierte Peter Unfried (in wechselnden Funktionen hat er seit 30 Jahren jede Quote überlebt) hat mit seiner Fibel „Öko“ schon vor Jahren eine Art grünen Wegweiser aufgeschrieben, der noch auf erstaunlich offene Art und Weise erzählt, wie eine grüne Meinungshoheit in Deutschland zu erreichen ist.

Eine Blaupause dessen, was Kollegin Herrmann jetzt öffentlich indirekt zu einem gefährlichen Unsinn erklärt hat. Unfried und andere sind weitreichend vernetzt bis in die Vereinigten Staaten und sonstwohin, hier wird man fündig, wenn man wissen will, wie es soweit kommen konnte.

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

Nun aber Ulrike Herrmann – und wer Ralf Schuler gefeiert hat, weil der bei der Bild ausgecheckt hat, der müsste eigentlich noch mehr Frau Herrmann beklatschen, für diese erstaunliche Offenheit. Ihre vernichtende Kritik auf einer taz-lab-Video-Diskussionsveranstaltung von Anfang Juli muss man unbedingt schwarz auf weiß festhalten, um die ganze Tragweite begreifen zu können:


„So, jetzt überlegen alle zentralen Industriebetriebe, wie sie auf Ökoenergie umstellen können. Sehr weit zum Beispiel sind schon die Forschungen in der Chemieindustrie. Die haben da – bauen da, machen da – eine Studie nach der nächsten, die auch sehr sauber (sind). Nur die Ergebnisse sind eben erschütternd: Bei der Chemieindustrie kam raus, dass wenn sie alles auf grüne Energie umstellen, also sowohl die Energieversorgung selbst wie auch die Grundstoffe - also die Chemieindustrie arbeitet ja mit Kohlenstoff als Grundstoff, der müsste dann auch irgendwie grün hergestellt werden – wenn man das alles umstellt, dann braucht die deutsche Chemieindustrie 685 Terawattstunden im Jahr. Das ist mehr Strom, als ganz Deutschland heute verbraucht.

Da sieht man also, und das ist nur ein Problemfall, Zement ist schwierig, Stahl ist schwierig, Autos ist schwierig, weil es für Elektroautos – schlechte Nachricht für alle – nicht genug Ökostrom geben wird. So, das heißt, die Industrie ist eigentlich bereit, auf Klimaenergie umzustellen, Ökoenergie umzustellen.

Nur stellt sich dann raus: Diese Ökoenergie gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Das heißt, worauf wir eigentlich rauslaufen, ist, dass wir unsere Wirtschaft schrumpfen müssen, wenn wir klimaneutral produzieren wollen. Aber eine schrumpfende Wirtschaft gibt es im Kapitalismus nicht. Das heißt, wovor wir stehen, ist eigentlich, uns vom Kapitalismus zu verabschieden.

Und das sind alles Themen, die sind so groß, dass man sie im politischen Alltag nicht denken kann. Also wenn man jetzt hier den Wählern sagen würde, ja, wisst ihr was, wir müssen hier raus vom Wachstum, der Verbrauch muss sich halbieren. Kapitalismus ist auch nicht mehr und die Automobilindustrie müssen wir eigentlich schließen, obwohl da 1,75 Millionen Menschen in Deutschland direkt und indirekt beschäftigt sind. Dann sagt jeder, okay, das Thema lassen wir mal lieber und stattdessen tun wir eben so, als könnte man irgendwie mit Windrädern das alles ganz angenehm gestalten.“


Was Ulrike Herrmann hier in zwei Minuten zusammenfasst, dass hätte der schärfste Kritiker der Ökowende der Ampelregierung nicht besser hinbekommen, nicht besser zusammenfassen können:

Für die öko-sozialistische Wende, für die Zeitenwende, die Transformation, den Umbau der Gesellschaft, den was auch immer, müssen wir zwangsläufig die Wirtschaft zerstören und den Kapitalismus abschaffen. Anders geht es nicht. Aber wir dürfen es den Deutschen auf keinen Fall so sagen. Denn dann wäre es schnell vorbei mit der Begeisterung für diesen Deutschland zerstörenden Irrsinn.

Oder noch einmal anders zusammengefasst: Der Ukrainekrieg, die Sanktionen und die Gasknappheit sind ein Geschenk für die Ampel, besser hätte man diesen Wahnsinn kaum tarnen können. Dieser blutige Zusammenhang erklärt dann indirekt auch die Kriegsbegeisterung der grünen Vertreter der Ampel.

Und wer diesen Zusammenhang begreift, der kann nur mit größtmöglicher Verachtung auf Baerbock, Habeck und Co schauen, die für ihre Ideologie auf eine Weise über Leichen gehen, dass es jetzt auch einer grauen Eminenz der taz so mulmig wurde, dass Klartext angesagt war.

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Kommentare

Kommentar von Hildegard Hardt

Selbst ein "rotes Huhn" findet mal ein grünes Korn! Es pickt es auf, merkt, daß die Farbe nicht stimmt und spuckt es verbal wieder aus.
Aber keine Bange! Es wird weiter im gewohnten Misthaufen kratzen, denn schließlich ist er ihm seit 22 Jahren ans Herz gewachsen.

Dennoch ist der "Fehltritt" mit Freude zu registrieren. Allerdings betrachte ich ihn nicht als Zeichen besserer Einsicht, sondern lege ihn unter "A wie Alibi" ab. - Die "Qualitätsmedien" haben überall sinkende Zustimmung zu verzeichnen, weil ihnen einseitige Berichterstattung nachgewiesen wird.
Man weiß also nie, wann das tumbe Volk aufwachen wird, um sich endgültig von der Haltungsjournaille zu verabschieden. Dann kann man die besagte "Alibikarte" ziehen und behaupten:

"Wir waren gar nicht so einseitig! Die Ulrike hat schon vorher gewarnt, aber wir durften das im Interesse der Regierung, die nur euer Bestes will, doch nicht so laut sagen."

Mein Gott, was bin ich wieder böse! Wenn ich ehrlich bin, kann ich aber keine Besserung geloben.

Kommentar von Gunter Dringenberg

Erstklassiger Artikel, Alexander Wallasch!
Super zusammengefasst, wie eine linke taz-Redakteurin einmal ihren Geist benutzt und die Wahrheit über die Grünen und ihre grauenvolle Politik niederschreibt. Natürlich wollen diese linksradikalen Sozialisten den Kapitalismus abschaffen, ihre Herrschaft (ähnlich wie die Sozialisten um Hitler herum) ausbauen und die Bürger zu armseligen Untertanen degradieren. Die Grünen sind halt ein unsauberes Krebsgeschwür in der europäischen Politik, nicht nur in Deutschland... Es wird Zeit, dass den Leuten endlich mal die Augen, Ohren und Geist aufgehen... Kompliment an diese Seite, bis auf einige wenige Ausnahmen ist die Seite TOP.

Kommentar von Claus Peter

Den Transatlantikern, die die Koepfe der Gruenen eingekauft haben, war seit langem (auch etwa zur Zeit von Trump) sowohl Nordstream2 wie auch der dt. Handelsueberschuss immer ein Dorn im Auge - jetzt haben sie die Moeglichkeit genutzt, sich dem zu entledigen, und (fast) ganz Europa in Kunden das teuren U.S. LNG zu verwandeln, was hohe Transfers von EU zu US bewirkt, den Dollar staerkt, den Euro schwaecht.

Wenn im Winter der Durchfluss von Nordstream1 immer noch nur 20 % ist, was anzunehmen ist, und Gas wirklich gebraucht wird, wird der Gaspreis natuerlich durch die Decke gehen, das bisher war nur das Vorspiel - wir stehen kurz vor der groessten Wirtschaftskrise Deutschland's seit 1945.

Die dt. Industrieprodukte werden i.Vgl. zu China nicht mehr konkurrenzfaehig sein - unwiderruflich.
Was in mehr als 100 Jahren aufgebaut wurde, wird demnaechst in nur wenigen Monaten geschrottet.

Geniessen wir die letzten goldenen Spaetsommer- und Herbsttage in unserem einstmals schoenen Land, es werden die letzten sein - es ist an der Zeit, Abschied zu nehmen - vielleicht mit Marlene Dietrich, "Wie einst Lili Marleen..."