Deutschland auf der Anklagebank – weil die AfD zu stark ist

Thalia Theater probt AfD-Verbot – Wie Reichskulturkammer mit Steuergeld

von Alexander Wallasch

Milo Rau inszeniert Tribunal: Steuerzahler finanzieren Schauprozess gegen die stärkste Volkspartei© Quelle: Thalia-Theater, Screenshot

Ab morgen im Hamburger Thalia: Milo Rau probt ein AfD-Verbot mit Herta Däubler-Gmelin als Richterin, AfD-Hassern als „Verteidigern“ und einer handverlesenen Jury. Kein echter AfD-Vertreter, dafür reichlich Steuergeld. Tabubruch? Eher Steuergeld-Tabubruch pur.

Morgen große Premiere am Hamburger Thalia Theater „Prozess gegen Deutschland“ heißt das Stück von Milo Rau, einem erwartungsgemäß linkslackiertem Theatermacher, der sich seit Jahren versucht, als neuer Christoph Schlingensief zu inszenieren samt plagierten Ausflügen nach Afrika.

Irgendwann hat mal irgendwo jemand gesagt, Milo Rau habe Schlingensiefs Ansatz intelligent weitergedacht. Es ist alles so peinlich, es ist so miefig, aber Schlingensief kann sich nicht mehr wehren, er ist viel zu früh an Krebs verstorben.

Hauptbegehren auch bei Milo Rau ist der Tabubruch. Dafür fährt er weit in die Welt hinaus, und es findet sich offenbar immer wieder ein steuerfinanziertes Töpfchen, das die als Kultur gelabelten Unternehmungen finanziert. Auch im Falle von „Prozess gegen Deutschland“ muss wieder der Steuerzahler ran.

Wir nehmen es vorweg: Eigentlich müsste es „Prozess gegen die AfD“ heißen, denn ein Verbot der Partei soll verhandelt werden. Was der Titel „Prozess gegen Deutschland“ mit dem AfD-Verbot zu tun hat, bleibt vorab kryptisch. Oder soll hier Deutschland der Vorwurf gemacht werden, dass die AfD mittlerweile stärkste Volkspartei geworden ist? Deshalb Prozess gegen Deutschland?

Finanziert wird dieser kultursaure Vorwahlkampf von der Kulturstiftung des Bundes als Hauptförderer. Und auf der kommunalen Ebene helfen indirekt die Freie und Hansestadt Hamburg über Hilfen für das Thalia Theater. Diverse Stiftungen kommen auch noch in Frage. Man kann also sagen, dass hier die etablierten bzw. regierenden Parteien ein Kulturprojekt fördern, das die AfD als stärksten Mitbewerber weiter aus dem Rennen nehmen will.

Wenn man sich von solchen Erkenntnissen überhaupt noch anfassen lassen will, dann geht das allenfalls über die schauspielenden Teilnehmer dieses drei Tage andauernden Theaters in fünf Akten. Inszeniert wird eine Gerichtsverhandlung mit einer Vorsitzenden Richterin, mit einem Beisitzer, Gerichtsdiener, Ankläger, Verteidigern, Gerichtsreportern, Eröffnungsrednern, einer Jury.

Erwartbar kommt hier nicht ein einziger AfD-Vertreter zu Wort. Vorsitzende Richterin ist die ehemalige SPD-Justizministerin Herta Däubler-Gmelin. Und zur Verteidigung der AfD aufgestellt wurde – das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen – als Verteidigerin ist tatsächlich die Publizistin Liane Bednarz bestellt, die zwar eine juristische Ausbildung hat, aber im Grunde genommen nur dadurch über ihr Wuppertal hinaus mal wahrgenommen wurde, weil sie in konservativen Kreisen immer mal wieder Kritik an der AfD geübt hat.

Irgendeine konservative Neigung ist bei ihr allenfalls im katholischen Glauben verankert, womit sie dann als schlecht sitzendes Feigenblatt dem linken Establishment auch mal zu Last fällt, aber nur ein klein bisschen. Aber Liane Bednarz ist nur eine der zwei Verteidigerinnen. Ihr zur Seite gestellt wurde ausgerechnet der Journalist Frederik Schwilden.

Den kann man durchaus als passionierten AfD-Hasser benennen, wenn er aus dem etablierten Brei heraus so pseudo-konstruktiv über die AfD nachdenkt, und der Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla mal etwas mehr zubilligt als die üblichen Diffamierungen, Diskreditierungen und Denunzierungen.

Erstaunlicher als dieses seltsam unterbelichtete Verteidiger-Duo sind sowieso die schauspielenden Eröffnungsredner und Experten, entlang deren Aussagen sich dann final eine Entscheidung über ein AfD-Verbot entzünden soll. Unter diesen „Experten“ findet man dann neben den üblichen Verdächtigen auch geplante Bühnenauftritte von Harald Martenstein und Pauline Voß.

Hier der etablierte Kolumnist Martenstein, am einfachsten umschrieben als so etwas wie ein angespitzter Fleischhauer mit weniger Luft. Aber wie Fleischhauer immer gesichert eingebettet im Kreise der Etablierten mit Hängematte am Fleischtopf. Und dort Pauline Voß, von „Nius“, der man eine Nähe zur AfD kaum unterstellen mag. Aber was will die junge, aufsteigende Top-Moderatorin in diesen Kulturkreisen – nein, unter diesen Kulturgreisen? Was verspricht sie sich davon?

Aus der Politik mit dabei sind Joana Cotar und Frauke Petry. Beide haben zuletzt mit einer Parteigründung punkten wollen, irgendwas mit „Freiheit“ im Titel, libertär wollte man sich geben, asozial klangen die ersten schrägen Fanfaren.

Cotar wie Petry bewerben sich am Thalia-Theater als gefallene Engel der AfD. Oder übersetzt: Zwei Giftspritzen gegen die Blauen. Aber halt, das könnte verwirren, irgendwann hatte Petry schon mal eine Partei gegründet, die „Die Blauen“ hieß. Wer hat’s erfunden? Jedenfalls nicht die Schweizer. Vergessen, verloren, zu Staub zerfallen.

Keine Frage: ehemalige AfD-Politikerinnen werden selten zu Fürsprechern der AfD werden – selbst dann nicht, wenn sie ein Verbot vehement ablehnen. Unterstützt werden die beiden noch von Ex-MdB Robert Farle, ebenfalls ein gefallener (B)engel der AfD. Und das war es dann schon.

Weiterlesen nach der Werbung >>>

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

Fehlt noch der Blick auf die „Hamburger Jury“ auf der Bühne. Jene Jury, die am Ende den Daumen über der AfD senken soll. Sieben unbekannte Namen. Aber eine oberflächliche Recherche genügt bereits, um den Verdacht zu nähren, dass es sich auch hier erwartbar um die üblichen Verdächtigen handelt, die entscheiden werden. Das ist dann auch so langweilig vorhersehbar, wie dieses widerliche ÖR-Format "Die 100 – was Deutschland bewegt".

Nein, man muss nicht darüber nachdenken, was hier am Ende für ein Urteil herauskommt. Wir befinden uns im Wahljahr 2026. Hier geht es darum, die AfD zu diskreditieren. Hier wird einmal mehr der öffentliche Raum für ein AfD-Verbot markiert. Finanziert von den etablierten Parteien aus Steuergeldern.

Hier wird letztlich eine Weiche gestellt auch hinüber zum AfD hassenden neuen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer – sein Ministerium finanziert die Veranstaltung mit –, der hier längst unsichtbar mit auf der Bühne sitzt. Hochstapler Weimer trug viel zu lange sein konservatives Ballkleidchen, kokettierte mit der patriotischen Seite um dann postwendend mit der Ernennung zum Kulturstaatsminister die für ihn vorgesehene etablierte Rolle einzunehmen und ein AfD-Bashing als Eintrittsgeld abzuliefern. Nüscht für Deutschland, alles zum Wohle seines Ludwig Erhard Gipfels! Auch

Fünf Veranstaltungen, drei Tage – ab morgen im Hamburger Thalia Theater.

Die Vorstellung selbst wird aber gar nicht das Entscheidende sein. Nicht die paar hundert gelangweilten Zuschauer. Viel wichtiger wird den politisch finanzierten Veranstaltern der Medienaufmarsch sein – es gibt Häppchen –, der in der ersten Reihe Platz nehmen wird. Die etablierte Presse wird erwartungsgemäß aus diesem erwartbaren Stückchen Polittheater eine Anklage gegen die AfD basteln und unter die Leute bringen.

Hier tun sich dann Parallelen auf zur „Geheimtreffen“-Inszenierung der Linksaktivisten von „Correctiv“. Auch gab es 2024 bereits in Halle eine vergleichbare Veranstaltung, die sich mit einem AfD-Verbot beschäftigt hat. Und noch viel früher wurden auf der Bühne konservative Köpfe wie Matthias Matussek und Birgit Kelle öffentlich diffamiert.

Milo Rau ringt seit Jahren erfolglos darum, der zweite Schlingensief zu sein, aber wie er da zuletzt immer wieder am Bühnenrand stand, bleibt er ein bigotter Feigling. Milo Rau ist ein Feigling, der nur da besonders klarsichtig ist, wo es darum geht, seine Projekte finanzieren zu lassen. Echt ist nur das Geld, der Rest ist gespielt, es gibt keine echten Tabubrüche.

Nun ist Kunst auch die Kunst des Zitats. Aber Milo Rau ist auch noch ein schlechter Kopist. Vor über einem Vierteljahrhundert inszenierte Schlingensief schon in Hamburg. Sein Stück hieß „Deutschlandsuche 99“, aufgeführt 1999.

Schlingensief hatte damals Horst Mahler auf seine Zuschauer losgelassen. An einer Stelle soll eine üppig bestückte Barbusige sogar ihre fleischige Last auf den Schultern von Mahler abgelegt haben, der es sich gefallen ließ, hieß es.

Der Tagesspiegel schrieb zur Aufführung später ohne Titten genüsslich:

„Mahler, einst APO-Anwalt und Mitbegründer der Roten Armee Fraktion (RAF), der sich inzwischen zu einem Vertreter rechten Denkens gewandelt hat, erregte mit Formulierungen wie ‚Deutschland ist besetzt von den Amerikanern und ihren türkischen Hilfstruppen‘ den Unmut der Zuschauer. Dazu dröhnte ununterbrochen Wagner-Musik aus den Lautsprechern.“

Und was bekommen die Zuschauer 2026 im Thalia-Theater geboten? Eine Frauke Petry, die allenfalls linkisch versuchen wird, ihre libertäre „Freiheit“ mal öffentlich zu benennen, aber ansonsten im übertragenen Sinne die Bluse zulassen wird – wozu auch ein Theater machen? Es geht doch nur um den Wunsch nach Anpassung. Es geht darum, dazuzugehören. Und für den einen oder anderen auch um Abbitte.

Wer also morgen etwas erleben will, der sollte unbedingt das Thalia Theater meiden und etwa einen Termin zur Darmspiegelung vereinbaren – aber bitte mit Betäubung, sonst kommt er vom Regen in die Traufe.

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal