„Wir bräuchten clevere Politiker, die nicht nur Krieg können, sondern auch Frieden“

Der böse Jürgen Todenhöfer wagt es, Friedensverhandlungen für die Ukraine zu fordern

von Alexander Wallasch (Kommentare: 2)

"Deutschlands Sofastrategen grölen: Sieg! Sieg! Macht die Russen fertig! Schickt der Ukraine alle Waffen, die sie zum Endsieg braucht!“© Quelle: Youtube / Jürgen Todenhöfer / Pixabay / Clker-Free-Vector-Images, Montage Alexander Wallasch

Der 81-jährige Politiker und Bestsellerautor Jürgen Todenhöfer polarisiert seit Jahrzehnten mit Klartext und lauter vernehmbarer Stimme. Dabei scheut er sich schon lange nicht mehr, sich unbeliebt zu machen mit einer unbequemen Wahrheit oder was er dafür hält.

Hier ist seine ganz persönliche Wahrheit zum Ukrainekrieg:

„Deutschlands Sofastrategen grölen: Sieg! Sieg! Macht die Russen fertig! Schickt der Ukraine alle Waffen, die sie zum Endsieg braucht!“

Sie grölen wie die Anti-Demokraten im 1. Weltkrieg und die Nazis im 2. Weltkrieg. Am Ende hat Deutschland immer furchtbar verloren. Wer jetzt „Sieg!“ grölt, hat nichts kapiert.

Wer jetzt noch mehr schwere deutsche Waffen für die Ukraine fordert, spielt mit dem Weltfrieden. Und mit unserem Schicksal.

Was ist, wenn Putin jetzt taktische Atomwaffen, („Gefechtsfeldwaffen“), einsetzt, um nach der gerade verlorenen Schlacht nicht auch noch den Krieg zu verlieren. Ausgeschlossen? In diesem Krieg ist kaum etwas ausgeschlossen. Putin wird eine endgültige militärische Niederlage nicht hinnehmen.

Wenn ich mir vorstelle, dass in dieser dramatischen Situation Deutschland geführt wird

-von Scholz, der sich anschließend an nichts mehr erinnern wird,

-von Habeck, der schon bei der Insolvenz von Bäckern ins Schleudern gerät und

-von Baerbock, der die Ukrainer wichtiger sind als die Deutschen, dann wird mir schlecht.

Ich würde einen ganz anderen Weg gehen als diese drei. Gerade jetzt, wo Russland angeschlagen ist, wäre es klug, Friedensverhandlungen anzubieten. Klug für die Menschen in Russland und in der Ukraine und klug für uns Deutsche. Noch könnten wir die wirtschaftliche Katastrophe, die im Winter auf uns zukommt, vermeiden. Noch könnten wir den Krieg stoppen. Aber dazu bräuchten wir clevere Politiker, die nicht nur Krieg können, sondern auch Frieden. Dass wir derartige Politiker haben, glaubt so langsam niemand mehr.“

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

Vor zehn Tagen hatte Jürgen Todenhöfer via Facebook einen Neun-Punkte-Plan für die Ukraine aufgestellt, den wir hier ebenfalls in voller Länge abbilden wollen:

ALLES WAS IHR ÜBER DIE UKRAINE-KRISE UND IHRE FOLGEN WISSEN MÜSST - IN 9 PUNKTEN

Dies ist kein Plädoyer gegen kluge Sanktionen gegen den völkerrechtswidrigen Ukrainekrieg Russlands, sondern gegen dumme Sanktionen, die Deutschland mehr schaden als Russland.

1.) VERLETZUNG DES AMTSEIDS.

Die Mitglieder der Bundesregierung haben in ihren Amtseiden feierlich geschworen, den Nutzen DEUTSCHLANDS zu mehren und Schaden von ihm zu wenden. Dass wir dabei auch anderen in Not geratenen Völkern helfen, ist eine gute deutsche Tradition, der auch ich mein ganzes politisches Leben gewidmet habe. Dass wir uns hierbei jedoch bewusst massiv selbst schaden, ist dumm und unverantwortlich. Und es ist ein Bruch des Amtseides der Mitglieder der Bundesregierung.

Wir sollten der Ukraine politisch und diplomatisch helfen, aber nicht mit wirtschaftlicher Selbstvernichtung und nicht mit Waffen, die den Krieg nur verlängern.

2.) DAS RECHT AUF WIDERSTAND.

Gegen diese Selbstvernichtungs- und Kriegsverlängerungspolitik, die AM Baerbock so leidenschaftlich verteidigt, („egal, was meine deutschen Wähler denken“), ist gewaltfreier Widerstand zulässig. Die deutsche Bevölkerung braucht nicht tatenlos zuzuschauen, wie die inkompetenteste Bundesregierung seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland das Ergebnis harter Arbeit mehrerer Generationen vernichtet.

3.) DIE ABSURDEN KOSTEN DER DEUTSCHEN SANKTIONS-UND KRIEGSPOLITIK.

Die Kosten der deutschen Sanktions- und Kriegspolitik sind gigantisch. Die für Deutschlands Bevölkerung und Wirtschaft jetzt und in den nächsten Jahren entstehenden direkten und indirekten Kosten plus die Kosten des Wiederaufbaus der Ukraine könnten selbst die hohen Kosten der Wiedervereinigung übersteigen. Nach Berechnungen von Wirtschaftsexperten lagen sie bei 2000 Milliarden Euro- so beispielhaft die FAZ.

Unsere bereits in Kraft getretenen Sanktionen, sowie der von Scholz und Baerbock am 9. und 11. Mai angekündigte „Totalboykott russischen Gases“, schaden Deutschland mehr als Russland. Scholz hatte am 9. Mai verkündet, die Einfuhr von russischem Gas und Öl nicht nur zu reduzieren, sondern so rasch wie möglich auf null zu senken. Baerbock legte zwei Tage später nach: "Und zwar für immer!“

Russland reagierte auf das angekündigte Totalembargo erst im Juni mit der Verringerung seines Gasexports an Deutschland. Es war Scholz, der in grotesker Selbstüberschätzung angefangen hatte, mit Putin über Gas zu pokern. Erwartungsgemäß hat er dabei verloren.

4.) DIE FOLGEN FÜR DIE DEUTSCHE BEVÖLKERUNG.

Ein Großteil unserer Bevölkerung, insbesondere der ärmere Teil, wird durch die selbstzerstörerische Sanktionspolitik der Ampel bei Heizung, Strom, Ernährung etc. in tiefe Not stürzen. Auch der Mittelstand wird hart getroffen. Die deutsche Wirtschaft wird Jahre brauchen, um sich von den Folgen dieser inkompetenten amateurhaften Politik zu erholen.

5.) DIE KLIMAPOLITISCHEN FOLGEN.

Falls die jetzige Sanktionspolitik nicht fundamental korrigiert wird – was noch immer möglich wäre – wird Deutschland gezwungen sein, auch längerfristig wieder auf fossile Rohstoffe umzusteigen, um den Totalzusammenbruch unserer Wirtschaft zu verhindern. Unsere Klimapolitik bricht dadurch dramatisch ein. Die Schäden für unseren Planeten sind gewaltig. Die Ampel scheint das in ihrem Kriegs- und Sanktionsrausch nicht zu stören.

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

6.) DIE „ZEITENWENDE“- EIN ZIVILISATORISCHER RÜCKSCHRITT.

Dass die Kriegsbegeisterung der Ampel und leider auch der CDU/CSU ein tiefgreifender zivilisatorischer Rückschritt ist, habe ich mehrfach dargelegt. Ich habe 18 (!) Kriege persönlich miterlebt. Aus nächster Nähe. Beginnend mit dem Zweiten Weltkrieg, in dem meine Heimatstadt Hanau am 19. März 1945 von 272 britischen Bombern in 16 Minuten in Schutt und Asche gelegt wurde. Über 2000 Menschen starben.

Scholz, Habeck und Baerbock haben keine Ahnung, was Krieg wirklich bedeutet. Sie waren noch nie an der Front. Wo gnadenlos gekämpft wird. Ihre Worte erinnern an das törichte und schnell durch die Fakten auf dem Schlachtfeld widerlegte Gefasel der europäischen Elite zu Beginn des Ersten Weltkriegs.

7.) DER MASSIVE DRUCK DER USA

Krieg ist immer eine Niederlage, egal ob der Krieg gerecht oder ungerecht ist. Echte Staatskunst besteht darin, Kriege zu vermeiden und sich auch nicht in fremde Kriege hineinziehen zu lassen.

Dass die USA massiven Druck auf die deutsche Regierung ausgeübt haben, entschuldigt die deutsche Kriegsbeteiligung nicht. Sowohl Kohl als auch Schröder hatten den Mut und die Kraft, ähnlich unanständige Forderungen der USA zurückzuweisen.

Den USA geht es nicht um die Sorgen und Nöte der Ukrainer. Die USA wollen mit diesem Krieg ihren früheren Rivalen Russland endgültig ausschalten. Wir sind bei diesem schmutzigen Spiel ihre nützlichen Idioten.

8.) DEUTSCHLANDS ÜBERFORDERTE REGIERUNG.

Leider ist unsere Regierung zu inkompetent und schwach, um sich gegen die USA zu stellen und engagiert und klug für eine friedliche Lösung des Konflikts zu kämpfen, an dem die USA durch die von ihr betriebene Nato-Osterweiterung große Schuld trifft.

Unsere Regierung ist völlig überfordert. Aber durfte man von den drei Spitzen dieser Regierung – Scholz, Habeck, Baerbock – etwas anderes erwarten, als dass sie zum x-ten Mal in einen Krieg stolpern würden? Durch Friedensbemühungen in den Konflikten dieser Welt sind die drei noch nie aufgefallen. Und kann es erstaunen, dass sie Sanktionen erlassen würden, die handwerklich gepfuscht und nicht zu Ende gedacht waren und deshalb das eigene Land mehr als Russland treffen würden?

9.) DIESE POLITIK GEFÄHRDET DEUTSCHLANDS SICHERHEIT.

Die Kriegsbeteiligung der deutschen Regierung gegen Russland wird die Sicherheit Deutschlands auf Jahrzehnte gefährden. Dauerhaften Frieden wird es in Europa nur mit Russland, nicht gegen Russland geben.

Deshalb rufen wir der deutschen Bevölkerung zu:

SCHWEIGT NICHT! EMPÖRT EUCH!

WEHRT EUCH!

Euer JT

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Kommentare

Kommentar von Matthias P.

Es handelt sich wieder einmal um (antideutsche?) Geschichtsklitterung, wenn Todenhöfer Friedensverhandlungen fordert und diese mit einer angeblich friedensfeindlichen Haltung D’s in der Vergangenheit begründet. Der Kaiser hat schon 1916 Friedensverhandlungen angeboten, sie wurden aber von der Entente abgelehnt. Nicht D wollte Krieg und Sieg, sondern die anderen; leider waren sie erfolgreich. Auch England ist im 2. WK mehrfach der Frieden angeboten worden. Der Sieg Stalins kam dann zustande, weil GB und USA diesen erfolgreich zum Sieg verholfen haben. (Das ist jetzt anders.)
Todenhöfer scheint nicht einsehen zu wollen, dass Verhandlungen zwischen 2 Personen eben nur möglich sind, wenn auch beide verhandeln wollen und Russland verhandelt eben nicht obwohl es mehrfach dazu aufgefordert wurde.

Auch sonst darf man Zweifel am Wahrheitsgehalt Todenhöfers Ausführungen haben. Die FAZ-Quelle mit den 2000 Mrd. Euro habe ich nicht gefunden, aber wenn es sie gibt, dürfte es sich wohl kaum um die Kosten der spezifisch deutschen „Sanktions- und Kriegspolitik“ handeln (wie sollte man das berechnen?). Da es kaum (spezifisch) deutsche Sanktionen gibt, würde ein Austritt D’s aus dem internationalen Sanktionsregime die Kosten für D wohl kaum senken. Diese (vermutlich geringe) Senkung müsste dann abgewogen werden mit den Schäden, die langfristig durch das Ausscheren zu erwarten sind.

Der deutsche Mehrverbrauch an Kohle dürfte wohl kaum Auswirkungen auf das Weltklima haben; auch hier geht Todenhöfer in die Irre. Auswirkungen gibt es bestenfalls durch die Weigerung Chinas, Indiens und Russlands den fossilen Verbrauch zu senken. Auch die Bundeswehr-Rettung ist kein „zivilisatorischer Rückschritt“, sondern Mindest-Voraussetzung für die dt. Freiheit.

So können Todenhöfers Ausführungen nicht überzeugen.
Ich bin überhaupt nicht für „Sanktionen um jeden Preis“ (wie sie wohl von Teilen der Regierungskoalition befürwortet werden). Es sind sicher viele Fehler von der Reg. gemacht worden, wie die Ankündigung eines Gasboykotts. (Ein Boykott macht man oder man lässt es, aber man kündigt ihn nicht vorher an; auch die ein oder andere Sanktion, die für D schädlich ist, hätte die Reg im Rahmen der EU evtl. verhindern können und sollen). Die Notwendigkeit der Geheimhaltung von Handlungsabsichten oder Handlungsstrategien (hoffentlich hat D eine!) steht in gewissem Widerspruch zur Demokratie, die ja an sich Transparenz erfordert. Trotzdem muss diese zurücktreten, wenn die Strategie sonst nicht funktionieren kann.
Jede Maßnahme muss auf ihre Auswirkungen überprüft und dann abgewogen werden. Wir brauchen ein Gesamtkonzept, das das beste für D herausholt. Das ist aber weder mit einer bedingungslosen Ukraine-Unterstützung (wie sie wohl von Baerbock gefordert wird), noch mit einer rigorosen Verweigerung jeglicher Unterstützung á la Todenhöfer, die D in die Isolierung treiben würde, möglich.

Kommentar von Hildegard Hardt

Jürgen Todenhöfer fiel mir erstmals auf durch seine Gespräche mit Baschar al-Assad und seine Ansicht, daß allein der syrische Präsident eine Ausweitung des Bürgerkriegs verhindern und das Volk befrieden könne. Jede Einmischung von außen sei brandgefährlich und würde zur völligen Vernichtung des Landes führen. Wie recht er hatte!

Punkt 7 des Neun-Punkte-Plans ist der eigentliche Grund für den Krieg in der Ukraine. Er begann 2014 auf Veranlassung der USA und mit westlicher Finanzierung mit dem Putsch auf dem Maidan. Maßgeblich an ihm beteiligt waren der "Rechte Sektor" und die Kämpfer des Asow-Regiments, Anhänger des NS-Kollaborateurs St. Bandera.

Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine war ein schwerwiegender Fehler Putins. Aber wer sich zwanzig Jahre vergeblich um eine Partnerschaft mit dem Westen bemüht und trotzdem zusehen muß, wie die USA das "Feindbild Putin" immer weiter aufbauen, hat schließlich nur noch die eigenen Interessen im Blick.

Jürgen Todenhöfers Ruf folgen immer mehr Menschen. Alte, die wie ich den Zweiten Weltkrieg noch erlebt haben und auch viele Junge, die ihn nur von Hörensagen kennen. Der Widerstand wächst nicht nur im Untergrund, sondern er tritt offen zutage, auch wenn Nancy Faeser bereits vor Unruhen warnt.
Die Geduld der meisten Menschen ist am Ende, sie wollen nicht noch weiter in einen Krieg hineingezogen werden, der nicht ihrer ist und nur den Interessen anderer dient.

Danke, lieber Jürgen Todenhöfer für Ihren Aufruf! Er wird hoffentlich auch die letzten Kriegsbefürworter aufrütteln!