Die TAZ ätzt gegen ihre Öko-Partei

Die Gesundschrumpfung der Grünen beginnt

von Alexander Wallasch (Kommentare: 23)

Die Grünen müssen hilflos zuschauen, wenn die Medien die grüne Ideologie beim Bürger nicht mehr erfolgreich verkaufen wollen und können.© Quelle: Youtube/ Extra 3, Screenshot

Schwere Zeiten für die Grünen: Der Windbeutel sackt in sich zusammen, selbst die treue TAZ stimmt in den Abgesang des Höhenflugs mit ein.

Jan Feddersen, Redakteur für besondere Aufgaben bei der taz, hat jetzt die Grünen aufs Korn genommen. Die taz hat zwar grüne Eltern, Christian Ströbele und andere waren Gründer, aber die Tageszeitung ist geübt darin, Rügen zur erteilen und so ein stückweit eine Unabhängigkeit zu zeigen oder wenigstens zu suggerieren.

Im Intro zum Feddersen-Artikel heißt es gleich mal:

„Die Ergebnisse des Koalitionsausschusses bereiten den Grünen miese Laune. Dabei täten sie gut daran, sich in Selbstreflexion zu üben.“ Thema sind hier die Ergebnisse des Koalitionsausschusses, bei dem die Grünen nach Ansicht einiger Medien Federn lassen mussten. Auch die den Grünen zugeneigten Öffentlich-Rechtlichen titelten: „Warum die Grünen schlecht aussehen“.

Ist damit der Höhenflug der Grünen Richtung Machtübernahme gestoppt? Wer 2017 auf die mit 8,9 Prozent Wählerstimmen kleinste Fraktion im Deutschen Bundestag schaute, der hätte sich nicht träumen lassen, dass die Grünen schon zur kommenden Bundestagswahl mit eigener Kanzlerkandidatin antreten und später als Regierungspartei über die Koalitionäre SPD und FDP hinweg maßgeblich den Kurs der Ampelregierung bestimmen würden.

Die fatalen Folgen der grün dominierten Politik der Regierung Scholz sind ein Jahr später längst beim Bürger angekommen. Die Partei steht heute für einen eskalierenden Kriegskurs und gegen Friedensverhandlungen, die extrem gestiegenen Energiekosten sind den von Grünen initiierten Sanktionen gegen Russland geschuldet, die Politik des grünen Wirtschaftsministers enteignet über Umweltauflagen die Eigenheimbesitzer, vernichtet den Mittelstand und gefährdet massiv Jobs in der Großindustrie.

Der Bürger weiß recht genau, dass nicht jeder bei einer der staatliche subventionierten Nichtregierungsorganisationen (NGO) angestellt oder von einem Bürgergeld leben kann. Einfache Mathematik beherrschen die meisten und sie sind in der Lage, sich auszurechnen, dass irgendwer immer noch arbeiten muss, um diese Ausgaben zu stemmen.

Die grünen Vorzeigeprojekte werden zunehmend kritisch betrachtet oder gleich ganz abgelehnt, die Klimakleber werden als Jugendorganisation der Grünen verstanden, die Migrationspolitik sowieso. Und die Windenergieparks werden als ineffektiv und in der Produktion als gigantische Energiefresser betrachtet. Auch die steigenden Kosten für Lebensmittel werden einer grünen Kriegspolitik zugeschrieben.

Klar, wer sich nach vorn drängelt, der muss damit rechnen, auch als erster zur Verantwortung gezogen zu werden. Als besonders ungünstig für die Grünen stellten sich hier ihre ins Totalitäre kippenden Corona-Maßnahmen und die kritiklosen mRNA-Anpreisungen heraus. Spätestens hier verloren die Grünen Teile der Gefolgschaft der dunkelgrün gefärbten Medien, die zunehmend kritischer über die Verfehlungen und Vertuschungen des Corona-Regimes berichten, welches die Grünen in der Ampel nahtlos von Merkel übernommen hatten.

Man konnte hier direkt zuschauen, wie etablierte Zeitungen wie Dominosteine immer öfter Corona-Maßnahmen und mRNA gegenüber kritische Berichte schrieben und damit zwangsläufig die grüne mRNA-Lobby bloßstellten.

Jan Feddersen schreibt für die taz:

„Die miese Laune bei den Grünen ist nur allzu berechtigt: Die zwei anderen Parteien der Ampelkoalition stutzten die ideell erfolgreichste Partei seit 1980 auf ein Maß zurück, das in etwa ihrem Bundestagswahlergebnis entspricht.“

Die Grünen lagen allerdings bei der Bundestagswahl mit 14 Prozent und plus 51 Sitzen schon weit über ihrem Ergebnis von 2017. Bedenkt man hier, wie diese zweistelligen Prozente zustande gekommen sind, dann sind die 8,9 Prozent von 2017 der wesentlich realistischere Spiegel einer grünen Gefolgschaft.

Exemplarisch hierfür eine Schlagzeile des Münchner Merkur, der sich zu öffentlich-rechtlichen Talkshow-Einladungen 2019 so äußerte: „Grüne Bevorteilung? Annalena Baerbock ist TV-Talkshow-Königin 2019.“

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Die spätere Kanzlerkandidatin der kleinsten Fraktion im Bundestag lag also 2019 in den Talkshows vorn, der Merkur schreibt weiter:

„Eine TV-Auswertung des noch laufenden Jahres zeigt: Niemand war in Polit-Talkshows öfter zu sehen, als Grünen-Frontfrau Annalena Baerbock.“

Man darf spekulieren: Hätte beispielsweise die AfD diese ÖR-Zuwendung bekommen, sie wäre wohl locker zweitstärkste Partei im Bundestag geworden, gemessen an ihren Ausgangswerten und abzüglich einer medial flächendeckend negativen Berichterstattung. Die Grünen wurden nicht nur übervorteilt, die AfD wurde auch noch massiv benachteiligt.

Feddersen in der TAZ:

„Überhaupt liest man in grünen Verlautbarungen ganz gleich auf welcher hierarchischen Ebene erkennbaren Verdruss mit Blick auf die Ampelregierung.“

Gemessen am Inhalt seines Artikels, wirkt da das obligatorische Feddersens Alibi-Bekenntnis zu den Grünen schon wie Satire:

„(D)ies schreibt einer, der in jeder Hinsicht massiv Interesse an einer ökologischen Politik hat, gleich mit welcher Partei, aber selbstverständlich zuvörderst mit den Grünen“.

Feddersens Tipps zur Umkehr in der taz haben etwas unfreiwillig Altbackenes:

„Wer eine Etappe verliert, wer eine tüchtige Niederlage erlitten hat, ist immer gut beraten, nicht mit Fingern auf andere zu zeigen, sondern darüber nachzudenken, was man selbst dazu beigetragen hat, dass es kam, wie es nun gekommen ist.“

Diese Analyse ist aber nicht nur altbacken, sondern grundfalsch: Die Grünen können aus sich heraus selbst nichts daran ändern, wenn die Bevorzugung der privaten und ÖR-Medien, wenn die mit hunderten von Millionen Euro finanzierten NGOs die grüne Ideologie beim Bürger nicht mehr so erfolgreich verkaufen können.

Ein Fazit fehlt bei Feddersen völlig: Die Grünen sind vor allem deshalb von 2017 auf 2021 so erfolgreich geworden, weil Angela Merkel sich einen grün-transatlantischen Partner so sehr wünschte.

Aber den finalen Stoß setzt wieder Feddersen für die taz. Sein Fazit ist aus Sicht seines traditionell umweltbewegten Blattes – immerhin die siebtgrößte deutsche Tageszeitung – geradezu vernichtend für die Grünen:

„Grüne, das könnte die Lehre aus der 30 Stunden währenden Krisentagung der Ampel sein, fahren buchstäblich nicht gut damit, sich als solitäre Regierungsadvokat*innen für die Sache der Klimapolitik zu verwenden: Das macht einsam, politisch vor allem.“

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