"Anstatt Politik für das Land und seine Menschen machen zu können, muss ich mich seit Wochen mit internen Querelen der Partei Werteunion und des Fördervereins beschäftigen. Heute muss ich mich leider zu dem beim Fokus-Online erschienenen Interview der Journalistin Antje Hildebrandt mit Sylvia Pantel äußern.
Das ist bedauerlich und hätte vermieden werden können, wenn Focus-Online mir Gelegenheit gegeben hätte, auf die Vorwürfe, Diffamierungen, Unwahrheiten und das Framing einzugehen und dazu Stellung zu beziehen. Für Ihr Verständnis der Gesamtsituation und dafür, wie wir zu dieser außerordentlich bedauerlichen Situation kommen konnten, möchte ich folgendes bemerken:
Zahlreiche Parteimitglieder erhoben seit geraumer Zeit gegen Frau Pantel und ihr nahestehende Parteifunktionäre schwerwiegende Vorwürfe wegen satzungswidriger und zum Teil strafrechtswidriger Handlungen. Diese Vorwürfe betreffen Untreue, Urkundenfälschung, das unerlaubte Aufzeichnen von Telefongesprächen, die Manipulation von Wahlen, Mobbing und weiteres.
Unwahr ist, dass ihr Betrug vorgeworfen wird. Eine Reihe von Parteimitgliedern hatte wegen des behaupteten Fehlverhaltens von Frau Pantel die Partei verlassen. Als Parteivorsitzender konnte ich diese Vorwürfe nicht ignorieren und hatte nach vielen fruchtlosen Versuchen von Gesprächslösungen darum gebeten, dass diesen Vorwürfen nachgegangen wird. Inzwischen liegen dem Bundesvorstand mehrere Berichte dazu vor.
Frau Pantel hat sich gegenüber den Parteigremien zu den Vorwürfen bislang nicht inhaltlich geäußert. Seit Beginn dieses parteiinternen Compliance-Verfahrens werden ich und die Vorstandskollegen, die sich um Aufklärung bemühen, von Seiten der Unterstützer von Frau Pantel und von ihr selbst mit unwahren und zum Teil niederträchtigen Diffamierungen überzogen, nun mit einer weiteren Eskalationsstufe, indem man versucht, mich hier wahlweise in die Nähe des Kommunismus oder auch des Rechtsextremismus zu rücken.
Am 3. September verlangten 7 Landesvorstände der Partei schriftlich den Rücktritt von Sylvia Pantel, Jörg Meuthen und Michael M. Schwarzer mit Frist bis zum 8. September, da ihnen schweres parteischädigendes Fehlverhalten vorgeworfen wurde. Da sie nicht bereit waren, freiwillig zu gehen und sich inhaltlich auch nicht zu den Vorwürfen äußerten, beantragten 10 Landesverbände der Partei die Einberufung eines Sonderparteitags, um Frau Pantel, Jörg Meuthen und Michael M. Schwarzer wegen schweren Fehlverhaltens aus ihren Ämtern abzuwählen.
Satzungsgemäß ist zu einem Sonderparteitag einzuladen, wenn mindestens 8 Landesverbände das verlangen. Frau Pantel und ihre Unterstützer weigerten sich, diese Forderung umzusetzen. Auf Grund eines Beschlusses des Bundesvorstands vom 29. September wird der Sonderparteitag voraussichtlich am 8. November 2025 stattfinden. Die Abwahl der Vorstandsmitglieder, also insbesondere von Sylvia Pantel und Jörg Meuthen, wird auf der Tagesordnung stehen.
Unwahr ist die Behauptung, Frau Pantel sei von mir aus der Partei geworfen worden. Die Partei ist keine Monarchie und erst recht keine Diktatur. Richtig ist, dass der Parteivorstand beschlossen hatte, dass gegen Sylvia Pantel und Michael M. Schwarzer wegen schweren parteischädigenden Verhaltens ein Antrag auf Parteiausschluss beim Bundesschiedsgericht gestellt wird. Nicht ich oder der Bundesvorstand ist befugt, über einen Parteiausschluss zu entscheiden, sondern allein das Bundesschiedsgericht wird entscheiden, ob Frau Pantel weiter in der Partei bleibt.
Richtig ist, dass wegen der Schwere der Vorwürfe ihre Rechte als Parteimitglied bis zur Entscheidung des Schiedsgerichts ruhen werden. Es sollte auch Rechtsunkundigen klar sein, dass bei der Einleitung eines Parteiausschlussverfahrens der jeweils Betroffene nicht mitentscheiden darf, ob gegen ihn ein solches Verfahren eingeleitet wird.
Weiterlesen nach der Werbung >>>
Ihre Unterstützung zählt
Die bei Focus-Online erhobenen Vorwürfe hinsichtlich der Berufung von Frau Stefanie Huss zur Bundesgeschäftsführerin sind ohne Substanz. Richtig ist folgendes: Frau Stefanie Huss war bereits kommissarische Bundesgeschäftsführerin der Partei bis Frühjahr des Jahres. Sie war damals nicht von mir vorgeschlagen worden, sondern von ihrem Vorgänger, und sie war einstimmig zur Bundesgeschäftsführerin gewählt worden.
Im Frühjahr beendete sie ihre kommissarische Tätigkeit, nachdem die Partei jemanden gefunden hatte, der die Funktion mit einem höheren Zeitaufwand übernehmen konnte. Nachdem der neue Bundesgeschäftsführer schwer erkrankte und sein Nachfolger nach kurzer Zeit aufgab, war die Funktion wieder vakant und der Vorstand hat mangels einer Alternative Frau Huss erneut gebeten, kurzfristig und bis zu einer endgültigen Lösung einzuspringen, wofür sie sich freundlicherweise zur Verfügung stellte. Also ist auch diese Darstellung der Ereignisse unwahr, wie so vieles, was ich bei Focus-Online lesen musste.
Vor dem Hintergrund der skandalösen Entwicklungen in der Partei werde ich zum Parteitag am 8. November 2025 von meinem Amt als Parteivorsitzender zurücktreten. Ebenso wollen alle Mitglieder des Vorstandes zurücktreten, die diese Praktiken von Frau Pantel und ihren Unterstützern nicht dulden. Bis dahin bin ich bestrebt, die Missstände in der Partei so weit wie möglich aufzuklären, um dem Parteitag die Chance zu einem kompletten Neuanfang zu geben.
Wie ich bereits ankündigte, werde ich auch nicht mehr bereit sein, den Förderverein der Partei zu leiten. Am Samstag stehe ich nicht mehr zur Wiederwahl als Vereinsvorsitzender zur Verfügung.
Es ist eine ungeheuerliche Entgleisung, mich mit einem nordkoreanischen Diktator zu vergleichen und in dessen Nähe zu rücken. Dieser Vergleich verharmlost die Opfer einer totalitären kommunistischen Gewaltherrschaft. Frau Pantel stellt sich als Opfer eines angeblich übergriffigen Parteivorsitzenden dar. Aber eines ist sie sicherlich nicht: Opfer.
Vielleicht bekommen Sie mit diesem Statement eine kleine Vorstellung davon, was ein Teil der Parteimitglieder unter ihr erdulden musste, wenn Sie sehen, was Sie bereit ist, ihrem Parteichef und Parteifreund anzudichten, der sie gegen viele Widerstände in die Partei geholt und protegiert hat. Meine persönliche Enttäuschung über ihr Verhalten, das ich mir nie hätte vorstellen können, ist sehr groß.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Hans-Georg Maaßen"
Einen Kommentar schreiben
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen. Aufgrund von zunehmendem SPAM ist eine Anmeldung erforderlich. Wir bitten dies zu entschuldigen.
Zur Anmeldung
Kommentare
melden
Kommentar von Tommaso Targi
Klingt, als sei das Gesindel in der WU installiert worden, um sie von innen zu zerstören. Genauso, wie Hadmut Danisch es bei den "Piraten" beschrieben hat.
Zum Thema AfD: "Malka" bringt es weitgehend auf den Punkt, außer: "Ich gebe zu, dass dort der eine oder andere unappetitliche Zeitgenosse zugange ist, den ich auch nicht leiden kann."
Das ist leider dasselbe "bürgerliche Klein-Klein", das "Malka" zu Recht kritisiert. In der AfD mag "der eine oder andere" zugange sein, dessen Nase "Malka" nicht gefällt; beim parasitären Beuteparteienkartell sind ca. 99,5% des Gesamtpersonals mit "unappetitlich" überaus wohlwollend beschrieben.
Nun ja, die derzeit maßgeblichen Akteure im konservativ-patriotischen Lager sind selbst zum großen Teil pensionierte Selbstdarsteller (hier ist wiederum das Leitungspersonal der AfD die wohltuende Ausnahme), die sich während der stabilen, zumutbaren Phase der BRD im öffentlichen Dienst und/oder in deren Parlamentarismus-Simulation finanziell gesundgestoßen (bzw. -gesessen und -geschwätzt) haben. Von dieser Klientel ist außer einer Fortsetzung ihres jahrzehntelang auf Steuerzahlers Kosten geübten Agierens mit wohlfeilen Sonntagsreden und selbstherrlicher Platzhirsch-Attitüde nicht viel zu erwarten.
Der von mir grundsätzlich überaus geschätzte Herr Dr. Maaßen scheint da leider keine Ausnahme zu sein -- was meines Erachtens weniger an ihm selbst liegt, als vielmehr an den Strukturen, innerhalb derer er agiert, sowie an seinen offenbar nicht immer allzu glücklichen Personalentscheidungen.
Das durch und durch verdorbene, dysfunktionale und korrupte Konstrukt "BRD" mitsamt seiner überalterten, ethisch, kognitiv und emotionell weitgehend degenerieten Restbevölkerung ist von innen nicht zu reformieren. Diejenigen, die noch (zunehmend neurotisch und grotesk anmutend) versuchen, den gegenteiligen Anschein aufrechtzuerhalten, tun das aus Ignoranz, Geltungsbedürfnis und Bereicherungsabsicht, aber nicht mit klarem Verstand und ganz sicher nicht "zum Wohle des Volkes".
melden
Kommentar von Karl Georg Lempenheimer
Die Werteunion stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Ständig persönliche Querelen. Lässt wiederholt auf falsche Einschätzungen im Voraus mit der Folge von Enttäuschungen schließen. Die beteiligten Personen waren jedes Mal andere, nur Herr Maaßen war immer dabei. Und jedes Mal der öffentliche Jammer. Das wirkt für eine Partei überhaupt nicht gut. Irgendwie ist man so weder nach innen noch nach außen bündnisfähig.
melden
Kommentar von T S
Die dubiosen Scharmützel um Krall & Otte waren schon ein Anfang unter ungutem Stern.
Man sollte dabei nicht vergessen daß beide Personalitäten einen nicht unerheblichen Popularitätsgrad samt Anhängerschar haben, und ebenso wurde Meuthen mit großem Hurra von der Parteibasis als Spitzenkandidat begrüßt.
melden
Kommentar von Eddy Nova
Schade, eine Chance vertan ! Sollte es Doctor Maaßen nochmal probieren wird es nur gelingen wenn er seinen Verein untrennbar mit sich selbst verknüpft !
****
Der Weg zum Start via Wahlen in's Parlament zu kommen ist der falsche da er nicht funktionieren wird. Die ganze namentlich erwähnte Bagage der Werte Union hat auch als Direktkandidat keine Chance - vielleicht ein Fehler nicht mit der Europa Wahl zu starten ...
****
Von Doctor Maaßen persöhnlich haben die möglichen Wähler noch eine gute Meinung - ihn würde die konservative Klientel sicher gern im Parlament sehen ...aus dieser Position heraus könnte sein Projekt doch noch funktionieren. Und dazu muss der Doctor berufen und nicht unbedingt gewählt werden.
****
Die AfD sollte mal Adenauer 1958 - DP - studieren ...Doctor Maaßen wird diesbezüglich genau Bescheid wissen - ich denke das wäre der Weg !
VIEL ERFOLG !
PS * Michael Kuhr hat auch einen hohen Beliebtheitsgrad - den mehrfachen Weltmeister kennen die möglichen Wähler auch ! Ein Mann wie der großartige Selbstvermarkter Ronald Schill - bekannt als Richter Gnadenlos , wäre sicher ein weiteres As ...
melden
Kommentar von Christine Siber-Graaff
... Rache, Bosheit und Gier!
melden
Kommentar von stephan manus
Neustart wird nicht gelingen, ist m.E. unmöglich. Sowohl die persönlichen Animositäten als auch die nicht ablegbare Nähe zur CDU sind für diese mikroskopische Kleinstpartei nicht ablegbar.
Deshalb wäre mein Vorschlag sich in die größte Volkspartei in D = AfD zu integrieren. Go with the Winner. Warum nicht?
Herr Maaßen wäre m.E. ein richtiges Pfund in der AfD, insbesondere was Krieg/Frieden und rechtswidrige Massenmigration betrifft. Er ist m.E. geleitet von (nicht verhandelbaren) Prinzipien, so wie es bspweise auch bei Herrn Höcke der Fall ist. Beide sind m.E. keine Umfaller und lassen sich nicht weichspülen.
melden
Kommentar von Joly Joker
Ich schrieb es schon einmal: Herr Maaßen ist ein bewundernswerter Mensch, den ich sehr schätze. Aber ihm fehlt es an Durchsetzungsfähigkeit.
Das Scheitern dieser Kopfgeburt an Partei sehe ich als Vorteil. Es reduziert die Zersplitterung der Mitte-Rechts-Konservativ und bürgerlicher Kräfte. Geht zusammen mit der AFD in ein Wahlbündnis aller gegen Links, Grün und Woke. Peilt die 50% an und weicht davon um keinen Millimeter ab. Es kann doch eigentlich nur besser werden! Lasst euch nicht trennen und schwächen. Merkt ihr alle denn nicht dass ihr Opfer des alten Prinzips "Teile und Herrsche " werdet?
melden
Kommentar von Josef Konrad
Warum ist aus dem "Bündnis HGM" bisher nichts geworden, während es das BSW sogar beinahe in den Bundestag geschafft hat?
Herr Maaßen sollte entweder in die AfD eintreten oder, — nach dem Vorbild BSW — in das neue "Bündnis HGM" ausschließlich Mandatsträger der CDU/CSU ab dem Niveau Landrat, Oberbürgermeister und Landtags- sowie natürlich Bundestagsabgeordnete aufnehmen.
melden
Kommentar von winfried Claus
Er sollte aus "seiner" Partei austreten und freier Redner werden.
melden
Kommentar von Malka
Herr Dr. Maaßen tut mir sehr leid.
Er hat dem Herrn Meuthen eine Chance gegeben nach dessen Austritt aus der AfD.
Nun sieht jeder, was Herr Meuthen für ein Gockel ist.
Ich verstehe nicht, warum die WU den überhaupt akzeptiert hat.
War er nicht zwischenzeitlich noch bei diesem Bündnis Deutschland oder so einer anderen Kleingruppe engagiert, die ihn auch nicht mehr wollten?
Die kapieren es alle einfach nicht: Es geht hier nicht mehr um irgendwelches bürgerliches Klein Klein: Es geht darum, dass uns hier unser eigenes Land weggenommen werden soll.
Trump hat es klar gesagt; niemand will das hören.
Herr Dr. Maaßen sollte sich der AfD anschließen. Ich gebe zu, dass dort der eine oder andere unappetitliche Zeitgenosse zugange ist, den ich auch nicht leiden kann.
Aber ich möchte gerne Deutschland als meine Heimat behalten und für meine Kinder und Enkel eine Zukunft sehen.
Und ich möchte auf einem Friedhof liegen, wo keine Moslems drüber trampeln mit ihrem Machtgehabe.
melden
Kommentar von Uwe Seeber
Diese zersplitterte Opposition hilft der Sache nicht weiter.
Maaßen wäre als Experte auf seinem Gebiet in der AfD gut aufgehoben. Aber persönliche Empfindlichkeiten auf allen Seiten verhindern das Ziehen an einem Strang.
Antwort von Alexander Wallasch
bitte nicht vergessen: Am Anfang stand das zerstörerische Verhalten von Leuten wie Krall und Otte
melden
Kommentar von Andreas Gazzun
Eine besonders gute Menschenkenntnis scheint der Herr Maaßen jedenfalls nicht zu haben. Und beratungsresistent ist er in der Hinsicht offenbar auch, denn er wurde ja hinreichend davor gewarnt, diese intriganten und hinterhältigen Menschen in seine Partei aufzunehmen. Hat er nicht auch mit seiner Werteunion seinerzeit maßgeblichen Einfluss darauf gehabt und einen ähnlichen Menschentyp und offenbar notorischen Lügner zum CDU-Parteivorsitzenden und damit zum heutigen Deutschland-Kanzler gemacht? Ob er aus seinen Erfahrungen mit seinen sehr schlechten Personalentscheidungen endlich mal etwas lernt?
melden
Kommentar von Ulrich Viebahn
Dr. Maaßen tut mir leid. Leider Gottseidank weiß ich nicht, was mit der Werteunion veranstaltet worden ist. Da ist aber kaum eine Vermutung zu absurd.