Champagner bei BlackRock und Co: Deutschland verpflichtet sich zu noch mehr Geld, Waffen und Technologie für die Ukraine

Blankoscheck für Kiew: Eine strategische Partnerschaft, die Deutschland teuer zu stehen kommt

von Alexander Wallasch (Kommentare: 2)

Stillgestanden – Stillhalten, deutscher Michel!© Quelle: Youtube/Tagesschau, Screenshot

Eine Bilanz der deutsch-ukrainischen Erklärung vom 14. April 2026:  Gemeinsame Drohnenproduktion im Kriegsgebiet, Milliarden für Wiederaufbau und EU-Beitritt auf deutschem Pump: Die neue „strategische Partnerschaft“ bindet Deutschland langfristig und einseitig.

Die Bilder vom Treffen von Merz und Selenskyj in Berlin sind noch nicht verblasst, aber schon wird immer deutlicher, was das für alle Deutschen bedeutet: Die gemeinsame Erklärung über eine strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und der Ukraine vom 14. April 2026 klingt auf den ersten Blick nach tiefer Freundschaft und gegenseitigem Nutzen. In Wirklichkeit ist sie ein hochproblematisches Dokument, das Deutschland einseitig und langfristig bindet – finanziell, militärisch und politisch.

Denn statt eines ausgewogenen Deals unter Gleichen schaut man auf einen unheimlichen Blankoscheck, bei dem vor allem der deutsche Steuerzahler die Rechnung zahlt. Der Kanzler hat sein Land verkauft: Dieser schmutzige Deal verpflichtet uns, die Unterstützung für die Ukraine weiter massiv auszuweiten.

Neben der bereits bestehenden Rolle als wichtigster bilateraler Partner kommen neue Zusagen hinzu: bis zu 233 Millionen Euro zusätzliche Entwicklungszusammenarbeit, über 110 Millionen Euro bis 2029 für Wissenschaft und Hochschulen sowie weitere Milliarden für militärische Hilfe, Energiesystem-Wiederaufbau und industrielle Kooperation.

Was einen nach der Lektüre wirklich erschrocken und vollkommen sprachlos zurücklässt: In der gemeinsamen Erklärung fehlt jede klare Obergrenze oder Bedingung, die die Hilfe an konkrete Fortschritte im Krieg oder bei Verhandlungen knüpft. Eine brutale Abhängigkeit ohne jede Ausstiegsoption.

Besonders riskant ist die Eskalation der Rüstungskooperation. Die Erklärung sieht hier unter anderem gemeinsame Produktion von Langstrecken-Drohnen, Mittelstrecken-Drohnen, Flugabwehrsystemen und Munition vor – inklusive Technologie- und Know-how-Transfer in ein aktives Kriegsgebiet! Deutschland wird nicht nur Lieferant, sondern Mitproduzent. Sogar Lieferungen an Drittstaaten sind geplant. Das erhöht das Eskalationsrisiko erheblich: Deutsche Technologie könnte in falsche Hände geraten, und Berlin macht sich zur indirekten Kriegspartei.

Gleichzeitig soll die eigene Verteidigungsfähigkeit „gestärkt“ werden – eine lächerliche Schutzbehauptung, die nicht nur angesichts der realen Lücken bei der Bundeswehr fragwürdig bleibt, sondern die erklärt, wir sollen uns mit diesem Deal vor einer Bedrohung schützen, die der Deal aber mutmaßlich erst schafft! Das ist vollkommen grotesk!

Diese Erklärung ist eine Katastrophe für Deutschland. Denn auch die politischen Ziele sind hochproblematisch. Deutschland drängt weiter auf die sofortige Eröffnung aller Verhandlungsmöglichkeiten für den EU-Beitritt der Ukraine und unterstützt die NATO-Perspektive. Trotz der enormen Herausforderungen bei Korruption, Rechtsstaatlichkeit und Verwaltungsreformen wird ein leistungsbasiertes Vorgehen rhetorisch zwar erwähnt, faktisch aber durch den politischen Druck unterlaufen.

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Ein schneller EU-Beitritt würde nicht nur immense Kosten verursachen, sondern auch die Standards der Union verwässern – auf Kosten aller europäischen Steuerzahler. Aber was bisher schon niemanden ernsthaft interessierte, wird auch mit dem Mühlstein Ukraine nicht ernsthaft als Problem erkannt und behandelt.

Die Erklärung bleibt in weiten Teilen asymmetrisch: Deutschland soll Druck auf Russland erhöhen, Sicherheitsgarantien mittragen, das ukrainische Energiesystem resilient machen, Veteranen integrieren und sogar bei der Rückkehr wehrfähiger ukrainischer Männer mitwirken.

Die Gegenleistungen der Ukraine beschränken sich weitgehend auf vage Versprechen von Reformen und „wirtschaftlichen Chancen“ für deutsche Unternehmen. Mal davon ab, dass der Deal an sich abzulehnen wäre, aber der bestehende bemüht sich nicht einmal um eine messbare Gegenleistung. Wurde Merz auch von Selenskyj persönlich bedroht, wie zuvor schon Orban? Wir werden es nie erfahren. Ebenso wenig, wie es Informationen über die Rolle der USA und der US-Geheimdienste dazu geben wird.

In diesem Kontext wirkt der Plan, mit deutschen Steuergeldern „bezahlbaren und sozialen Wohnraum“ in der Ukraine zu schaffen, noch einmal besonders zynisch: Während in Deutschland über eine Million bezahlbare Wohnungen fehlen, die Mieten explodieren und Energiepreise immer mehr Menschen in existenzielle Not bringen, setzt die deutsche Regierung Prioritäten im Ausland!

Sevim Dagdelen (BSW) bringt den Widerspruch auf den Punkt:

„Krieg gegen Russland hat absolute Priorität. Steuergelder rüber in die Ukraine, Sozialstaat runter in Deutschland. Man fragt sich: Wie sehr müssen Merz & Klingbeil wohl die eigene Bevölkerung verachten?!“

Diese „strategische Partnerschaft“ ist eine einseitige Verpflichtungserklärung. Aber wer hält Merz die Knarre an den Kopf? Diese einseitige Erklärung priorisiert ukrainische Interessen und geopolitische Symbolpolitik über deutsche Haushaltsrealität, eigene Verteidigungsfähigkeit und die drängenden sozialen Probleme im Inland. Ohne klare rote Linien, ohne realistischen Friedensplan und ohne Exit-Strategie bindet sich Deutschland an einen Konflikt, dessen Ausgang ungewiss bleibt.

Merz handelt einmal mehr verantwortungslos gegenüber der eigenen Bevölkerung. Und es macht den Anschein, als jucke ihn das kein bisschen.

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