Dem WikiLeaks-Gründer drohen in den USA 175 Jahre Knast

Sahra Wagenknecht empört: Julian Assange soll ausgeliefert werden

von Alexander Wallasch (Kommentare: 3)

Wagenknecht über die grüne Annalena Baerbock: „(Sie) scheint sich als nunmehr grüne Außenministerin für die Einschränkung der Pressefreiheit, die politische Verfolgung von Journalisten und Menschenrechtsverletzungen nicht mehr zu interessieren.“© Quelle: © Quelle: Screenshot / YouTube, Sahra Wagenknecht und faz, Freepik.com / copperpipe und jcomp, Bildmontage: Alexander Wallasch

Sahra Wagenknecht fasst zur Unzeit das richtige Thema an. Dieses Mal geht es der Linkspolitikern nicht um Karl Lauterbach oder die Corona-Maßnahmen, sondern um den weltweit bekannten Whistleblower Julian Assange, dessen Fluchtgeschichte es bis zu einer Art Richard-Kimble-Bestseller-Verfilmung via Netflix gebracht hat.

Aber warum zur Unzeit? Weil die Arbeit von Assange mit seinem Portal WikiLeaks vor allem dadurch bekannt geworden ist, US-amerikanische Kriegsverbrechen öffentlich gemacht zu haben.

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Kriegsverbrechen, die im Zusammenhang mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine aktuell wieder stärker thematisiert werden, wenn es darum geht, die Rolle der USA in kriegerischen Konflikten außerhalb der USA zu beleuchten

Der Ende März 2022 abgelöste UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer hatte der Enthüllungsplattform attestiert mutmaßliche Kriegsverbrechen und Korruption aufgedeckt zu haben.

Deutschlandfunk schrieb Ende 2020:

„WikiLeaks hat vor zehn Jahren Tausende Dokumente veröffentlicht, die Kriegsverbrechen der USA im Irak-Konflikt belegen sollen. Die USA wollen den Gründer der Plattform, Julian Assange, wegen Geheimnisverrat vor Gericht stellen. Viele Journalisten sehen das als Angriff auf die gesamte Branche.“

Die schon über ein Jahrzehnt andauernde Odyssee des Journalisten Julian Assange endete 2019 in einem englischen Hochsicherheitsgefängnis. Jetzt hat die britische Justiz dem Auslieferungsantrag der USA formell zugestimmt. Seine Auslieferung rückt also näher. In den Vereinigten Staaten drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft.

Sahra Wagenknecht ist darüber empört und schreibt per Facebook:

„Die Auslieferung des Wikileaks-Gründers an die USA ist heute durch eine gerichtliche Genehmigung noch einen Schritt näher gerückt. Dort drohen ihm 175 Jahre Haft, weil er investigativen Journalismus betrieben hat. Ich finde, die Heuchelei des Westens wird selten so deutlich wie im Falle des zu Unrecht inhaftierten Whistleblowers.

Bereits jetzt wird der Journalist Julian Assange zu Unrecht schon seit mehr als 10 Jahren seiner Freiheit beraubt. Davon sitzt er seit über 3 Jahren unter inhumanen Haftbedingungen im britischen Hochsicherheitsgefängnis. Das ihm vorgeworfene "Verbrechen": die Aufklärung über schwere Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen in den Kriegen in Afghanistan und dem Irak sowie in den Foltergefängnissen der USA.

Und was macht die Bundesregierung? Statt sich für seine sofortige Freilassung einzusetzen und ihm politisches Asyl anzubieten, schaut sie seit Jahren weg. Auch Annalena Bearbock, die sich noch vor der Bundestagswahl gemeinsam mit anderen heutigen Regierungsmitgliedern für die sofortige Freilassung von Julian Assange ausgesprochen hatte, scheint sich als nunmehr grüne Außenministerin für die Einschränkung der Pressefreiheit, die politische Verfolgung von Journalisten und Menschenrechtsverletzungen nicht mehr zu interessieren, wenn sie von den USA und ihren Verbündeten begangen werden. Mehr Doppelmoral geht nicht! Julian Assange muss sofort freigelassen werden! #FreeAssange #Assange“

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Kommentare

Kommentar von Nicoletta Stern

Ich wäre für eine Koalition aus Erdnussbutterfans und veganen Feuerfackelspuckern, und als Bundestagspräsident schwebt mir Robin Alexander vor, flankiert durch eine Staatssekretärin mit rusischem Akzept, die sich vehement für ein Dosenpfand auf Sardinen ausspricht - zum Schutz vor der Klimakatastrophe. Wier sollten endlich einmal optimistisch in die Zukunft blicken, jetzt wo wir nicht mal mehr das Portal von Boris Reitschuster besuchen mögen, und ideologifreier Journalismus fast so utopisch anmutet wie die einigermaßen konsistente, traditionelle Tilsiterherstellung.

Kommentar von Nicoletta Stern

Der Deutschlandfunk. Und Facebook. Muss das sein? PS: ich schließe mich der "Empörung von Frau Wagenknecht" an, und ich kenne auch noch jemanden, der es so sieht, uneingeschränkt, aber man muss ja vorsichtig sein, mit dem was man sagt, heutzutage, nicht wahr, daher bitte nur untere uns.

Kommentar von Arno Nühm

Ich bin eigentlich kein Linker -- aber Wagenknecht würde eine hervorragende Kanzlerin abgeben (vor allem verglichen mit Merkel und Scholz).
Am besten in einer Koalition mit der AfD, um ihre linken Ideen per Kompromiss in die Mitte zu ziehen.