Das verändert die Republik: Hat die Regierung nichts unternommen, zehntausende Tote zu verhindern?

Schockierende neue Zahlen: Jährlich mehr als 30.000 plötzliche und unerwartete Todesfälle mit Beginn der mRNA-Injektionen

von Alexander Wallasch (Kommentare: 5)

„Ich war schockiert. Ich war wirklich schockiert. Ich hatte ja erwartet, da gegebenenfalls was zu sehen. Aber ich hatte nicht erwartet, so krasse Steigerungen bei den Todesfällen, bei diesen Todesursachen zu sehen.“© Quelle: Pixabay / Gimono /darksouls1, Montage Alexander Wallasch

Der Bundestagsabgeordnete Martin Sichert (AfD) bemühte sich monatelang um Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Erst über Umwege kam er an diese Daten.

Gemeinsam mit dem IT-Spezialisten und Analysten Tom Lausen hat MdB Martin Sichert die Dateien mit einem für beide schockierenden Ergebnis ausgewertet:

Die „plötzlichen und unerwarteten Todesfälle“ sind ab Januar 2021 sprichwörtlich explodiert. Waren es seit 2016 immer durchschnittlich etwas weniger als 20 pro Tag, starben ab Anfang 2021 auf einmal Tag für Tag einhundert Menschen „plötzlich und unerwartet".

Sichert sagt es im Interview mit alexander-wallasch.de ganz deutlich: Es besteht kein Grund zu sagen, diese Todesfälle hingen nicht mit den mRNA-Injektionen zusammen. Der Abgeordnete Sichert erinnert eindringlich daran, dass das Paul-Ehrlich-Institut laut Infektionsschutzgesetz verpflichtet gewesen wäre, die Daten einzuholen, es sogar einmal angekündigt haben soll, aber nichts sei passiert.

Das Interview

Alexander Wallasch: Herr Sichert, Sie haben bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Zahlen angefragt. Es hat sehr lange gedauert, bis Sie diese bekommen haben. Um was genau ging es da?

MdB Martin Sichert (AfD): Da ging es um die Diagnosecodes von sämtlichen Patienten - Kassenpatienten - in den Jahren 2016 bis 2021. Also jene Daten, die sich das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemäß Paragraf 13, Absatz 5 Infektionsschutzgesetz von den Kassenärztlichen Vereinigungen längst hätten holen müssen.

Alexander Wallasch: Warum sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, die Zahlen dort anzufragen?

Martin Sichert: Weil wir festgestellt haben, dass das PEI die Daten nicht anfordert und wir davon ausgegangen sind, dass in diesen Daten irgendwas drin ist, weswegen sie versuchen, diese Daten ständig nicht zu holen.

Alexander Wallasch: Auch regierungsnahe Fachleute bestätigen immer wieder, dass eines der Hauptprobleme die fehlenden Daten sind.

Martin Sichert: Wir haben auch mehrfach angemahnt mit Anträgen, dass diese Daten eingeholt und analysiert werden müssten, und es ist immer abgelehnt worden.

Alexander Wallasch: Mit welcher Begründung oder Ausrede?

Martin Sichert: Die Ausrede war von Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit - ich hatte dazu sogar eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht gegen den Chef vom PEI und vom RKI - dass diese Daten nicht als notwendig erachtet werden, obwohl es, als das Infektionsschutzgesetz erschaffen wurde, eindeutig als notwendig angesehen wurde. Die Aussagen der anderen Fraktionen: Die Daten, die wir haben, reichen doch aus. Es gibt ja keine großen Probleme mit der Impfung.

Alexander Wallasch: Aber es gab Probleme bei der Beschaffung der Daten. Aber die liegen Ihnen jetzt vor.

Martin Sichert: Das ist fast lustig: Ich habe über den Bundestag mehrfach versucht, die Daten zu kriegen und das ist mir nie gelungen. Ich habe diese Daten dann über eine Frag-den-Staat-Anfrage bekommen, also eine offizielle Anfrage, die eigentlich jeder Bürger stellen könnte. Darüber habe ich die Daten dann final erhalten.

Alexander Wallasch: Gleich auf der ersten Seite Ihrer Präsentation sehe ich bei „Todesfälle – plötzlich und unerwartet“ eine massive Steigerung, beginnend mit 97 Todesfällen pro Tag für 2021. Rückblickend von 2016 bis 2020 waren es konstant etwa zwischen 13 und 18 Tote pro Tag. Sie haben jetzt eine riesige Datenmenge bekommen von der KBV. Und wie sind Sie da vorgegangen? Mit welchem Team haben Sie das ausgewertet?

Martin Sichert: Ich habe die Daten sowohl selbst ausgewertet als auch an Tom Lausen gegeben. Tom Lausen ist ein unabhängiger Datenexperte, der schon verschiedene Sachen analysiert hat, beispielsweise die Betriebskrankenkassen-Daten damals, die der BKK-ProVita-Chef Andreas Schöfbeck gemacht hat. Das hat Herr Lausen gemacht. Also jemand, der sowohl mit dem Corona-Thema wie mit der Datenanalyse vertraut ist. Er hat die KBV-Daten dann für mich ausgewertet.

Alexander Wallasch: Welche Expertise hat Tom Lausen?

Martin Sichert: Er ist ein IT-Fachmann und gut darin, Programme zu schreiben, die entsprechende Datenmengen auch auswerten können.

Alexander Wallasch: Waren Sie dann von dem, was Sie gekriegt haben – was wir uns gleich gemeinsam anschauen – sehr überrascht?

Martin Sichert: Ich war schockiert. Ich war wirklich schockiert. Ich hatte ja erwartet, da gegebenenfalls was zu sehen. Aber ich hatte nicht erwartet, so krasse Steigerungen bei den Todesfällen, bei diesen Todesursachen zu sehen. Das hat mich wirklich schockiert.

Alexander Wallasch: Wenn man so schockiert ist, fragt man sich da nicht zuerst einmal, ob man irgendwo einen Fehler gemacht hat in der Auswertung? Welche Fehler könnten das sein?

Martin Sichert: Wir haben die Daten beide analysiert. Wir sind beide sehr schockiert gewesen darüber. Wir haben uns dann angeguckt, ob es so etwas in der Vergangenheit schon mal gegeben hat. Aber wir haben nichts gefunden diesbezüglich. Wir haben zusätzlich mit verschiedenen Medizinern gesprochen und unter anderem gefragt, ob sich denn irgendetwas an der Codierung geändert hat. Wir haben wirklich gesucht, verzweifelt gesucht, ob es einen anderen Grund dafür gibt, dass diese Daten so enorm steigen, aber wir haben keinen anderen Grund gefunden.

Alexander Wallasch: Wenn ich jetzt höre, um die 100 Tote pro Tag, plötzlich und unerwartet, wo das in den Jahren davor 17 gewesen sind. Das sind ja wahnsinnige Zahlen.

Martin Sichert: Genau, in den Jahren zuvor waren das immer unter zwanzig Tote pro Tag.

Alexander Wallasch: Aber da bin ich doch aufs Jahr gerechnet bei einhundert Toten pro Tag „plötzlich und unerwartet“ bei 36.500 Toten im Jahr …

Martin Sichert: Ja, das ist regelrecht extrem. Das ist richtig explodiert. Sie haben plötzlich in einem einzigen Quartal, und zwar in jedem Quartal 2021, mehr Todesfälle „plötzlich und unerwartet“ als in den Vorjahren im gesamten Jahr.

Alexander Wallasch: Jetzt haben Sie in Ihrer Präsentation auch die Impfnebenwirkungen aufgenommen. Da gibt es auch einen extremen Anstieg 2021, der geht hoch auf 2,5 Millionen. Was haben wir da?

Martin Sichert: Diese Daten sind schon etwas länger bekannt. Ich habe sie im Juni bekommen. Ich hatte im März die KBV im Bundestag gefragt: Sagt uns doch mal, wie schaut es denn aus mit den Impfnebenwirkungen? Wie viele Patienten waren denn wegen Nebenwirkungen beim Arzt? Das sind die Entwicklungen, die wir gesehen haben, die uns die KBV dann mitgeteilt hat. Was auch wieder die Daten der BKK ProVita - entsprechend hochgerechnet - bestätigt haben.

In den Jahren davor waren circa 60.000 bis 70.000 Menschen beim Arzt, bei denen die Ärzte die Diagnose Impfebenwirkungen gestellt haben. Und in 2021 ist das dann auf knapp zweieinhalb Millionen hochgeschossen.

Alexander Wallasch: Was ist jetzt Ihre Erwartung an die Politik? Was sind Ihre Forderungen an die Regierung? Was ergibt sich daraus? Was ist das, was Sie erwarten, was danach passieren muss?

Martin Sichert: Das Arzneimittelgesetz sagt ganz klar, wenn es einen gewissen Verdacht gibt, dass in Zusammenhang mit einem Arzneimittel plötzlich medizinisch definitiv nicht vertretbare Ereignisse in hoher Zahl auftreten, und das ist an der Stelle der Fall, dann ist dieses Arzneimittel erst mal vom Markt zu nehmen.

Alexander Wallasch: Wenn man tatsächlich ein großes Problem mit einer Pandemie hat, und ich im Verhältnis viel mehr Medikamente ausgeben muss als zu normalen Zeiten, muss ich dann nicht auch davon ausgehen, dass bei einer vielfachen Gabe eines Medikaments auch die Nebenwirkungen und Todesfälle ansteigen?

Martin Sichert: Ganz klar nein, Todesfälle sind bei einer Medikamentenvergabe nie akzeptabel. Denken Sie einfach einmal an die Geschichte mit AstraZeneca. Da war es ja so, dass man diese Hirnvenenthrombosen hatte. Und da gab es den ersten Todesfall und dann ist das erst mal ausgesetzt worden. Und dann, zwei Tage später, hat man es wieder zugelassen. Und dann gab es noch mal einen Todesfall. Danach hat man gesagt: Nein, für diese Altersgruppe wird es jetzt komplett vom Markt genommen, denn Todesfälle sind nicht akzeptabel und so ist das an der Stelle auch. Und wenn wir hier nicht von einzelnen Todesfällen sprechen, sondern von zehntausenden Todesfällen pro Jahr …

Alexander Wallasch: Wer sagt Ihnen eigentlich, dass diese ungeklärten Todesfälle überhaupt mit den mRNA-Injektionen zusammenhängen?

Martin Sichert: Muss nicht sein. Aber es besteht auch kein Grund zu sagen, dass sie nicht damit zusammenhängen.

Alexander Wallasch: In welche Richtung haben Sie überlegt, was es noch hätte sein können?

Martin Sichert: Wir haben alles Mögliche überlegt. Wir haben aber nichts gefunden. Das beste Argument, was uns ein Mediziner geliefert hat, war, die Ärzte hätten vielleicht plötzlich falsch codiert. Das ist aber sehr unwahrscheinlich, dass die Ärzte plötzlich anfangen in Massen falsch zu codieren.

Alexander Wallasch: Ab welchem Zeitpunkt hätte denn das PEI, wenn sie die Daten bei der KBV angefragt hätten – wie es verpflichtend war laut Infektionsschutzgesetz – ab welchem Moment hätten die mRNA-Injektionen gestoppt werden müssen?

Martin Sichert: Von Anfang an, ab sofort. Aber zum Prozedere: Die Daten, die wir jetzt haben, sind die Daten der KBV. Das heißt, der Arzt kodiert entsprechend, die Daten gehen an die KBV zur Gesamtabrechnung mit den Krankenkassen über diese ganzen Kodierungen. Wir haben diese Daten jetzt ein halbes, ein Dreivierteljahr später bekommen. Die haben schon ihre Abrechnungszyklen, wo man sagen kann, es dauert.

Alexander Wallasch: Ganz konkret: Ab wann hätte das Paul-Ehrlich-Institut das stoppen können?

Martin Sichert: Ab Ende 2021 spätestens. Und wenn sie sich die Zahlen direkt von der KBV geholt hätten, noch bevor die abgerechnet haben, hätten sie es vom ersten Tag an feststellen können.

Alexander Wallasch: Ende 2021 waren ja sehr viele mRNA-Injektionen schon erledigt …

Martin Sichert: Dann kam aber noch die gesamte Booster-Kampagne.

Alexander Wallasch: Das heißt, man hätte es am ersten Tag bereits feststellen und sofort reagieren können.

Martin Sichert: Richtig, das PEI hat sogar noch eine Pressemitteilung rausgegeben, dass sie da Daten anfordern werden noch im Januar 2021. Die KBV hat diese Daten ja, sonst hätte ich sie ja auch nicht bekommen. Wir haben aber mehrfach nachgefragt, sowohl ich als auch Kollegen. Wir haben nachgefragt und die Antwort gekriegt in etwa: Nö, Daten … da haben wir bisher auch keine Gespräche geführt. Wir haben auch keine Daten erhalten.

Alexander Wallasch: Was ist Ihre Mutmaßung oder Ihr Verdacht, aus welchem Grunde genau das nicht passiert ist? Ich will nochmal ganz explizit nachfragen: Warum ist das nicht passiert? Unvermögen? Ist es Unwissen oder Ihrer Meinung nach eine geplante Verweigerung, Daten zu erheben? Das muss man sich doch an irgendeiner Stelle während Ihrer Nachforschungen fragen, warum es nicht passiert ist.

Martin Sichert: Also ich glaube, es ist Angst. Es haben sich ja politisch sehr viele Leute von Jens Spahn über Karl Lauterbach über diverse weitere Protagonisten sehr darauf versteift, zu sagen: Ja, die Impfung ist sicher und das passt alles und so weiter und so fort.

Und wenn man solche Daten dann entsprechend hat oder analysiert hätte, dann bestünde natürlich die Gefahr, dass dabei rauskommt, dass die Impfstoffe gegebenenfalls nicht sicher sind. Und ich glaube, dass man einfach den politischen Auftrag, den das Paul-Ehrlich-Institut hat, vollkommen missachtet hat, nämlich die Sicherheit von Arzneimitteln zu überprüfen. Denn sonst hätten sie ja auch ganz anders reagiert, als Andreas Schöfbeck von der BKK ProVita ankam und sagte: Wir haben jetzt hier so hohe Diagnosen mit Impfnebenwirkungen, dem muss nachgegangen werden.

Aber was hat man gemacht? Man ist nicht den Daten nachgegangen und hat das genauer analysiert und hat Gespräche mit den Krankenkassen oder mit der KBV oder sonst was gesucht, sondern man hat den Schöfbeck von ProVita abserviert. Der ist rausgeflogen über Nacht, nachdem er zwanzig Jahre Vorsitzender der Krankenkasse gewesen war. Dementsprechend hat man einfach einen politischen Druck aufgebaut nach dem Motto: Forscht da nicht so tief nach, und hat die Sicherheit der Arzneimittel völlig vernachlässigt.

Alexander Wallasch: Was glauben Sie, wie die Reaktion auf ihre Analysen aussehen wird?

Martin Sichert: Man wird versuchen, das Ganze zu relativieren. Man wird sagen, ja, das sind irgendwelche nachgelagerten Corona-Toten oder ähnliche Erklärungen. Sie dürfen auch eines nicht vergessen: Von den Leuten, die dann in der Pressekonferenz sitzen und so weiter und den Journalisten in vielen Medien sind ja die meisten geimpft. Die müssen sich gegebenenfalls eingestehen, dass sie selbst da was an sich gemacht haben, was ein hohes Risiko in sich birgt. Das ist gar nicht so einfach.

Alexander Wallasch: Aber wenn die da sitzen und haben sich 2021 impfen lassen, dann gehören sie offensichtlich nicht zu denen, wo etwas passiert ist. Dann sind die Kollegen ja erst einmal fein raus.

Martin Sichert: Ja, aber dann haben sie sozusagen Glück gehabt. Contergan ist ja auch millionenfach gegeben worden und es gab ein paar tausend Fälle, wo was passiert ist. Das ist meistens bei Arzneimitteln so, aber wenn ich zehntausende Todesfälle habe, die ja plötzlich hochgehen, dann muss reagiert werden seitens der Politik.

Alexander Wallasch: Danke für das Gespräch!

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